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Sitze mit Stickereien in Wehrmachts-Symbolik: Shitstorm gegen neue Panzerwagen von Sachsens Polizei

Survivor R: Wirbel um die bestickten Sitze des neuen sächsischen Panzerwagens
Survivor R: Wirbel um die bestickten Sitze des neuen sächsischen Panzerwagens

Der neue Panzerwagen der Polizei Sachsen sorgt in den sozialen Netzwerken für hitzige Diskussionen. Denn der Schriftzug in Altdeutsch auf den Sitzen des Fahrzeuges ("Spezialeinsatzkommando Sachsen") inklusive Lorbeerkranz-Emblem erinnert viele Internet-Nutzer an Wehrmachts-Symbolik aus der Nazi-Zeit. Das Innenministerium hat bereits auf die Vorwürfe reagiert – und dafür erneut Kritik geerntet.

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Auf den Fahrzeugsitzen des neuen Panzerwagens „Survivor R“ steht in altdeutscher Frakturschrift das Wort „Spezialeinsatzkommando“. Darunter wurde ein Lorbeerkranz gestickt, unter dem wiederum – ebenfalls in Frakturschrift – „Sachsen“ zu lesen ist. Bei Twitter wurden am Wochenende Fotos der Sitze verbreitet und sorgten für Aufregung. Zahlreiche Nutzer des Kurznachrichtendienstes fühlten sich offenbar an Symbole und Schriftzüge aus der nationalsozialisischen Zeit erinnert:

Das sächsische Innenministerium reagierte am Montagmorgen via Twitter auf die Vorwürfe – und wies diese entschieden zurück. Das Fahrzeug sei in dieser Form vom Hersteller, der Rheinmetall AG, geliefert worden. „Auch wenn die vom Hersteller gewählte Schriftart nicht dem Markenhandbuch entspricht: Darin ein Indiz für rechte Attitüde zu sehen, weisen wir entschieden zurück“, heißt es in dem Tweet weiter.

Diese Aussage gießt jedoch nur weiteres Öl ins Feuer der erhitzen Twitter-Gemüter. Denn in einem Video, das mittlerweile im Netz verbreitet wird, ist zu sehen, wie Sven Mewes vom Landeskriminalamt Sachsen über den neuen Panzerwagen sagt: „Insgesamt ist das Fahrzeug genau so, wie wir uns das vorgestellt haben“:

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Tom Bernhard, Sprecher des LKA Sachsen, erklärte gegenüber Radio Dresden am Montag: „Wir haben nichts falsch gemacht“. Das Logo sei seit 1991 das Symbol des sächsischen SEK. Es sei „nur zur internen Verwendung“ bestimmt und nicht im Markenhandbuch enthalten. Das Fahrzeug sei inklusive des Logos vollständig nach den Wünschen des Freistaats gebaut worden, so Bernhard. Zur Frage nach der Frakturschrift sagte er, diese sei in der Nazi-Zeit sogar als zu jüdisch verboten worden. Auf Nachfrage des Senders räumte sagte Bernhardt allerdings ein, dass ihm durchaus bekannt sei, dass Frakturschrift auf rechter Szenekleidung genutzt wird. Deswegen werde nun die interne Verwendung des Logos und eine Änderung diskutiert. „Natürlich denken wir nun darüber nach“, sagte Bernhardt.

Die Rheinmetall AG hat bislang noch nicht Stellung bezogen. Die Aufregung bei Twitter reißt derweil nicht ab:

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