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Ullstein Bild vor Entlassungen: Axel Springer setzt Rotstift bei Bildagentur an

Ullsteinbild-Geschäftsführer Torsten Hoch
Ullsteinbild-Geschäftsführer Torsten Hoch

Die Berliner Axel Springer SE hat der Axel Springer Syndication GmbH eine personelle Schlankheitskur verordnet. Betroffen von der Maßnahme ist die traditionsreiche Agentur Ullstein Bild. Jetzt wurde einem Teil der Belegschaft gekündigt. Der Grund: der Fotoagentur macht der wachsende Preiswettbewerb für Pressefotos immer stärker zu schaffen. Schuld an dem Personalschnitt dürfte aber auch eine Kooperation mit der dpa-Tochter picture alliance sein.

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Menschen rennen verzweifelt eine Böschung hoch, um dem Besucheransturm zu entfliehen. Im Zugangsbereich der Love Parade in Duisburg Mitte 2010 kommt es zu einem tödlichen Gedränge. 21 Menschen sterben, 541 weitere werden verletzt. Das Foto flüchtender Besucher aus dem Tunnel geht um die Welt.

Viele der Ablichtungen von Ullstein Bild sind legendär. Ob Fotos vom Stahlarbeiter-Streik in Duisburg 1987, Porträts von Politikern oder historische Aufnahmen aus beiden Weltkriegen machen die Bild-Datenbank einzigartig. Von Zeitungen bis Magazinen – viele Medien greifen auf das Material der Agentur zurück, die Teil der Axel Springer Syndication GmbH ist. Jetzt hat der Berliner Medienriese bei dem Unternehmen den Rotstift angesetzt. Wie MEEDIA aus Firmenkreisen erfuhr, kommt es bei Ullstein Bild zu personellen Einschnitten, um die Ertragslage zu verbessern. Sechs Mitarbeitern wurde gekündigt, heißt es.

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Ein Sprecher von Springer hält sich zu der Maßnahme bedeckt. „In einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld überprüfen wir fortlaufend Strukturen und Prozesse. Vor diesem Hintergrund wird es zu Umstrukturierungen bei unserer Bildagentur ullstein bild kommen. Ziel der Maßnahmen ist auch eine Fokussierung auf die Vertriebsaktivitäten von „Ullstein bild“, erklärt er. Im Zuge der Neuorganisation werde sich das Unternehmen deshalb „von einer einstelligen Anzahl an Mitarbeitern trennen müssen“, so der Springer-Sprecher weiter. Wie üblich strebe das Unternehmen „einvernehmliche sozialverträgliche Lösungen mit den Mitarbeitern an.“

Die Neuausrichtung bei Ullstein Bild ist verständlich. Der Markt für Pressefotos in Deutschland ist hart umkämpft. Seit Jahren bewegt sich die Preisspirale abwärts. Grund hierfür ist auch der Wettbewerb, den sich die Agenturen Getty, dpa, AFP und Reuters liefern. Für Bilderdienste wird daher die Luft eng. Sie verdienen an der Vermarktung von Fotos immer weniger. Die jetzige Schlankheitskur könnte aber auch mit einer Kooperation in Verbindung stehen, die die Berliner mit picture alliance eingegangen sind. Die dpa-Tochter vertreibt seit Kurzem das historische Bildmaterial von Ullstein Bild, einer der führenden Anbieter in diesem Marktsegment. Zum Teil reichen die fotografischen Bestände der Berliner bis in die 1890er Jahre zurück. Die Themenschwerpunkte lägen in den Bereichen Politik, Kultur und Sport sowie Persönlichkeiten, Wirtschaft und Soziales, heißt es. Hinzu kämen Illustrationen, Gemälde. Plakate, Stiche, Lithografien und Karten.

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