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„Jamaika-Aus“ ist Wort des Jahres – „Ehe für alle“ und der Hashtag #MeToo landen auf Platz 2 und 3

Christian Lindner nach dem  „Jamaika-Aus“
Christian Lindner nach dem "Jamaika-Aus"

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat am Freitag zum 41. Mal in Folge die Wörter des Jahres bekannt gegeben. Auf Platz 1 landet in diesem Jahr "Jamaika-Aus", dicht gefolgt von "Ehe für alle" und #MeToo. Auf die Liste hat es auch die merkwürdige Wortschöpfung "covfefe" von US-Präsident Donald Trump geschafft sowie das eingedeutschte "hyggelig".

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Der Begriff „Jamaika-Aus“ thematisiere nicht nur die besonderen Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung, die sich nach der Bundestagswahl 2017 ergaben, sondern lenke den Blick auch auf eine interessante Wortbildung, heißt es in der Begründung. Die Zusammensetzung Jamaika-Aus bringe prägnant den komplexen Sachverhalt „Abbruch der Sondierungsgespräche für eine schwarz-gelb-grüne Koalition“ zum Ausdruck.

Auf Platz 2 wählte die Jury „Ehe für alle“. Nach einem Bundestagsbeschluss vom 30. Juni gilt seit 1. Oktober 2017 die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Das Wort Ehe habe dadurch eine Bedeutungserweiterung erfahren, so die Jury-Begründung: „Es bedeutet nicht mehr nur ‚gesetzlich anerkannter Lebensbund zwischen Mann und Frau‘, sondern überhaupt ‚gesetzlich anerkannter Lebensbund zwischen zwei Menschen‘.“

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Die weiteren Platzierungen im Überblick:

  • Platz 3: der Hashtag #MeToo, mit dem Millionen Frauen von sexuellen Übergriffen berichteten
  • Platz 4: die kryptische Wortbildung covfefe von Donald Trump
  • Platz 5: der Ausdruck Echokammer (Platz 5), auch Filterblase, Informationsblase, Informationskokon oder kommunikative Inzucht
  • Platz 6: das Wort Obergrenze, mit dem die CSU monatelang die asylpolitische Debatte befeuert hatte.
  • Platz 7: der Diesel-Gipfel, mit dem die Bundesregierung den Versuch unternahm, drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge zu vermeiden
  • Platz 8: der Videobeweis, den es in anderen Sportarten schon seit langem gibt, wurde 2017 in die Fußball-Bundesliga eingeführt
  • Platz 9: als Denkmal der Schande hat der AfD-Politiker Björn Höcke im Januar 2017 das Berliner Holocaust-Mahnmal bezeichnet.
  • Platz 10: das aus dem Dänischen eingedeutschte hyggelig
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