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Christmas-Knigge: So überstehen Sie die Firmen-Weihnachtsfeier ohne Job-Blessuren

Alle Jahre wieder laden die Chefs zur Weihnachtsfeier: Was muss ich dabei beachten?
Alle Jahre wieder laden die Chefs zur Weihnachtsfeier: Was muss ich dabei beachten?

Alle Jahre wieder laden die Chefs – wenn es gut läuft – zur Weihnachtsfeier ein. Nicht bei allen Arbeitnehmern überwiegt die Vorfreude auf das besinnliche Firmen-Fest. Sollte ich Alkohol trinken, wenn ja wie viel? Was ziehe ich überhaupt an? Und in Zeiten sozialer Netzwerke stellt sich die Frage: Darf ich Fotos bei Facebook posten? Der Christmas-Knigge für Berufstätige beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Muss ich unbedingt zur Weihnachtsfeier?

Ja, sagen die Experten. Gesetzlich geregelt ist die Teilnahme an der Weihnachtsfeier zwar nicht, doch das Fernbleiben ohne wichtigen Grund könnte von den Kollegen als Desinteresse an einem harmonischen Betriebsklima ausgelegt werden. Wer an der Weihnachtsfeier nicht teilnimmt, gilt womöglich als arrogant und läuft Gefahr, sich zum Außenseiter zu machen. Außerdem verpflichtet er sich gleichzeitig, seine regulären arbeitsvertraglichen Pflichten zu erfüllen, wenn die Feier während der regulären Arbeitszeit stattfindet.

Kann ich Geschenke oder sonstige Vorteile im Nachhinein einklagen?

Nein, sagen die Rechtsexperten von FragRobin. Das Fernbleiben von der betrieblichen Weihnachtsfeier habe gleichzeitig zur Folge, dass kein rechtlicher Anspruch auf Geschenke oder Vorteile bestehe, die während des Festes an Mitarbeiter verteilt wurden. Das Erscheinen empfiehlt sich also nicht nur im Sinne des Teamgeists und zur Verbesserung des Betriebsklimas.

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Sollte ich als Nicht-Christ fern bleiben?

Die Weihnachtsfeier steht nicht nur für christliche Werte, sondern belohnt gleichzeitig die bisherigen Leistungen der Mitarbeiter im Betrieb. Deshalb sollten sich „Nicht-Christen“ nicht automatisch ins Abseits stellen. Im Gegenteil: Ihr Erscheinen wird gerne gesehen.

Wie soll ich mich am besten verhalten?

Zur Weihnachtsfeier sind nur die besten Manieren erlaubt: Denken Sie daran, dass Sie nicht auf einer Privatfeier Ihrer besten Freunde sind. Betriebsfeiern eignen sich für Vorgesetzte, um zu prüfen, wie gut der eine oder andere Mitarbeiter die gesellschaftlichen Spielregeln beherrscht.

Darf ich meinen Vorgesetzten duzen?

Bei einer Weihnachtsfeier geht es um eine richtige Mischung aus Distanz und Nähe. Plumpe Vertraulichkeiten und alkoholgeschwängerte Duz-Angebote sind fehl am Platze. Bietet der Chef das Du an, sollte der Mitarbeiter dies aber annehmen. Nach Knigge steht dem Vorgesetzten das Anbieten auch zu. Ist sich der Mitarbeiter am nächsten Tag nicht sicher, ob der Chef sich noch daran erinnert, heißt es abwarten. Besser ist es, ihn dann vorsichtshalber in der dritten Person anzureden: „Sollte man heute nicht…“

Wie sieht das passende Outfit aus?

Wählen Sie Ihr Outfit gemäß dem offiziellen Charakter der Veranstaltung lieber etwas konservativer. Allgemein gilt: Kleiden Sie sich ähnlich wie im Büro, aber ruhig etwas festlicher. Norwegerpullover, zu kurze Röcke und tiefe Dekolletés sollten Sie lieber im heimischen Kleiderschrank lassen.

Mit wem sollte ich sprechen?

Sprechen Sie auch mal mit Kollegen, die Sie nicht so gut kennen. Jetzt haben Sie Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen. Meiden Sie jedoch prekäre Themen wie Krankheiten, Geld und Religion. Die könnten die feierliche Stimmung verderben.

Was ist das passende Gesprächsthema?

Geschäftliche Themen wie Gehaltserhöhung, Firmenpolitik oder Verbesserungen sollten möglichst vermieden werden. Besonders dann, wenn Ehepartner, Kunden oder Lieferanten dabei sind. Das würde sie vermutlich nur langweilen. Gleichermaßen gilt: Werden Sie nicht zu privat – Prosecco-Laune hin oder her. Mit ungefährlichem Smalltalk sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite.

Wie viel Alkohol ist erlaubt?

Trinken Sie Alkohol in Maßen – so werden Sie locker, vermeiden jedoch peinliche Szenen. Wer zu tief ins Glas schaut, wird „den Tag danach“ fürchten. Denn wer zu locker wird, mutiert schnell zu einem Plappermaul.

Ist flirten erlaubt?

Flirten ist in Ordnung, muss aber nicht unbedingt auf der Weihnachtsfeier sein. Bleiben Sie professionell. Wenn Sie es doch nicht lassen können, beherzigen sie den Rat der Autorin Miriam Kaefert, die in ihrem Buch „Kollege kommt gleich“ zu ganz dezenten Anmachversuchen rät. Plaudern und Wimpernklimpern sind in Ordnung, Baggern, Tatschen und Füßeln nicht.

Darf ich lustige Erinnerungen mit anderen teilen?

Ja, sagen die Rechtsexperten. Allerdings nur, wenn Kollegen oder Vorgesetzte ihre Einwilligung dazu gegeben haben, Fotos oder Videos ins Netz zu stellen oder privat zu verschicken. Beim Posten fremder Bilder greift das Urhebergesetz, das die ungefragte Verbreitung verbietet.

Bin ich auf der Weihnachtsfeier versichert?

Wer sich auf einer Betriebsfeier oder dem Weg dorthin zum Beispiel das Bein bricht, ist gesetzlich unfallversichert. Voraussetzung ist, dass es sich um eine offizielle Weihnachtsfeier handelt und der Chef eingeladen hat. Aber Achtung: Alkoholkonsum gefährdet den Versicherungsschutz. Wer nach zu viel Glühwein, Bier und Schnaps auf dem Nachhauseweg stürzt oder einen Unfall mit dem Auto baut, kann nicht auf Zahlungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung bauen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei WiWo.de

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