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Awards als Geldverschwendung? Agentur Blood boykottiert ADC-Wettbewerb und startet Spenden-Kampagne

Norman Störl und Lars Kempin wollen lieber spenden als ihr Geld für Einreichungsgebühren zu verschleudern
Norman Störl und Lars Kempin wollen lieber spenden als ihr Geld für Einreichungsgebühren zu verschleudern

Die Hamburger Agentur Blood Actvertising will dem sinnlosen Wettbewerbs-Wahnsinn eine Ende setzen und fordert Branchenkollegen in ihrem neuen, heute auf Facebook veröffentlichten Anti-Award-Spot dazu auf, sich einer Teilnahme beim ADC-Wettbewerb sowie grundsätzlich bei Awards zu verweigern. Die Aktion der Blood-Chefs Lars Kempin und Norman Störl dürfte in der Werberszene für Zündstoff sorgen.

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Die Gründer von Blood Actvertising haben das Award-Fieber im Wortsinn satt und stellen das Motto des diesjährige ADC-Wettbewerbs auf den Kopf. Dabei geht es nicht nur um Eitelkeiten und den teils fragwürdigen Wert der Flut von Auszeichnungen, die für Kreative jedes Jahr zu holen sind. Denn das Award-Business ist für viele „Anbieter“ solcher Preise offenbar auch ein lukratives Geschäft – allein die Einreichungsgebühren, die Agenturen entrichten müssen, um ihre Arbeiten ins Rennen um die Trophäen schicken zu können, summieren sich häufig auf beachtliche Beträge. Die, so meinen Kempin und Störl, könne man sich auch sparen und das Geld sinnvoll und nachhaltig investieren.

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Statt „Fütter deine Kreativität“ sagt Blood: „Deine Kreativität füttert“, und zwar hungrige Kinder dieser Welt. Wie? Indem man sich die Gebühr, die man für die Einreichung seiner Kampagne aufgewendet hätte, einfach spart und spendet. Dafür hat die Hamburger Agentur berechnet, wie viel es kosten würde, seine kreativsten Arbeiten beim ADC einzureichen – und kommt auf eine beeindruckende Summe: Die Kosten würden sich bei einer komplett durchdachten Kampagne mit „allem drum und dran“ auf eine Einreichungsgebühr von 9910 Euro belaufen.

(Der Spot ist auch auf der Facebook-Seite von Blood zu finden)

„Keine Awards, sondern Babies und Kinder“

Viel Geld, mit dem man weitaus Sinnvolleres anstellen könnte, als sich mit Branchenkollegen zu messen. Zum Beispiel 67 Kinder ein Jahr lang ernähren. Genau das tut Blood und spendet das Geld an ShareTheMeal, eine Initiative des UN World Food Programme (WFP) – die größte humanitäre Organisation, die den Hunger bekämpft. Im gleichen Atemzug versucht Blood in seinem Spot, andere Agenturen zu mobilisieren, ebenfalls „Schluss mit Adwards“ zu machen. Den Teamname bei ShareTheMeal ist unter dem Hashtag #Kreativitätfüttert zu finden.

Über den ADC-Wettbewerb

Der ADC-Wettbewerb wird einmal im Jahr vom Art Directors Club (ADC), einem Berufsverband führende Art-Direktoren der Werbebranche, veranstaltet. Im vergangenen Jahr war die Agentur Heimat mit 31 Nägeln, darunter vier goldenen, erfolgreichste Teilnehmer des ADC. Der erfolgreichste Teilnehmer des ADC-Kreativwettbewerbs muss oder darf, je nach Perspektive, die Kampagne für das Folgejahr entwickeln. Deshalb ist Heimat verantwortlich für die Werbemaßnahmen zum ADC-Festival 2018. Dass das offizielle ADC-Motto „Füttere deine Kreativität“ nun von Skeptikern der Preisverleihung für eine Gegenkampagne gekapert wurde, wird sicher noch zu kontroversen Diskussionen führen.

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