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#trending: Glyphosat, eine Love-Story auf Jodel, die elfte Hochzeit von Prince Harry und die Washington Post, die nicht auf eine Lüge herein gefallen ist

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Guten Morgen! Man lernt nie aus: In meiner Heimatstadt Düsseldorf bekommen Menschen einen Bußgeldbescheid, wenn sie sich an Bus- oder Bahnhaltestellen ausruhen, ohne dass sie mit dem Bus oder der Bahn fahren wollen. Bekannt wurde diese Tatsache durch eine Geschichte um einen 86-Jährigen, der so einen Bescheid bekam. Die Social-Media-Empörungswelle sorgte dafür, dass sich das Ordnungsamt bei ihm entschuldigte. Sie sollte die Bußgeldbescheide fürs Ausruhen direkt beerdigen.

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#trending // News & Themen

Das journalistische Thema des Tages war am Montag in Deutschland die Zulassungsverlängerung des Unkrautvernichters Glyphosat. Fünf der acht nach Facebook- und Twitter-Interaktionen erfolgreichsten journalistischen Artikel des Tages drehten sich um die Nachricht. Zum Aufreger wurde sie hierzulande auch deswegen, weil Deutschland in Form von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) dem Vorschlag der EU-Kommission zustimmte, obwohl seine Kollegin, Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), dagegen war. Mehr zu diesem Aspekt gleich noch in der Rubrik #trending // Wahljahr 2017 – mit einem Facebook-Post, in dem Hendricks ihre Sicht erklärt.

Die meisten Likes & Co. sammelte unter den deutschen Medien Zeit Online mit dem Artikel „Unkrautvernichter Glyphosat wird weitere fünf Jahre zugelassen“ ein – mehr als 15.500. Die Süddeutsche Zeitung folgt mit 7.400 vor dem Nachhaltigkeits-Magazin Utopia mit 7.000, Spiegel Online mit ebenfalls 7.000 und der Frankfurter Allgemeinen mit 6.000 Interaktionen. Zeit Online verdankt den Erfolg neben der eigenen Facebook-Seite, auf der 4.500 Reaktionen zusammen kamen, vor allem der populären Page „Politik und Zeitgeschichte“ mit sogar 5.200 Likes, Reactions, Shares und Kommentaren, der Facebook-Seite „smarticular.net“ (1.300) und der des Grünen-Politikers Anton Hofreiter (1.100).

#trending // Social Media

Eine Love-Story, die sich offenbar in Frankfurt abgespielt hat, bewegt derzeit die Massen. Ein Mann hat sich demnach in seinen Kumpel verliebt und schilderte mit Hilfe der anonym nutzbaren Social-Media-App Jodel über zehn Tage hinweg seine Annäherungsversuche, nicht wissend, ob sein Freund sich überhaupt für Männer interessiert. Kommentiert wurden die Schilderungen von vielen anderen Nutzern. Ob es ein Happy End gab, verrate ich hier mal nicht. Das Original verbreitete sich via share.jodel.com und über 1.800 Facebook-Interaktionen schon außerhalb Frankfurts, richtig bekannt wurde die Story aber durch den Spiegel-Online-Ableger bento mit 1.300 Likes & Co. und durch Buzzfeed, das bis Mitternacht sogar 3.400 Interaktionen bei Facebook und Twitter einsammelte. Und das wird erst der Anfang sein.

#trending // Wahljahr 2017

Glyphosat war auch in der Politik das Thema des Tages. Sven Giegold von den Grünen gelang mit seinem emotionalen Facebook-Post („Das ist ein Skandal! Die geschäftsführende Bundesregierung hat soeben in Brüssel mit ihrer Zustimmung dafür gesorgt, dass die Zulassung von Glyphosat um weitere fünf Jahre verlängert wird. Das ist ein Schlag ins Gesicht von Umwelt und Verbrauchern!„) und dem Aufruf: „Jetzt müssen wir lautstark protestieren!“ der nach Interaktionen stärkste Post deutscher Politiker oder Parteien des Montags. 13.300 Interaktionen kamen zusammen. Ein Post seiner Partei folgt mit 12.900 direkt dahinter.

Spannender ist aber der Facebook-Post der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die gegen eine Zulassungsverlängerung war. Sie postete, dass sie ihrem Kollegen Christian Schmidt, dem Landwirtschaftsminister ihr Nein telefonisch mitgeteilt habe und sich Deutschland bei der Abstimmung daher enthalten müsse: „Um 13:07 Uhr hat Kollege Schmidt mir per SMS bestätigt, dass der Dissens bestehen bleibt. Offenbar ist zur gleichen Zeit an den Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Brüssel eine andere Weisung ergangen als sie zwischen uns abgestimmt war. Jeder, der an Vertrauensbildung zwischen Gesprächspartnern interessiert ist, kann sich so nicht verhalten.“ Immerhin mehr als 2.100 Interaktionen für die Ministerin, die auf Facebook mit 13.000 Pagelikes sonst nicht gerade zur ersten Liga gehört.

Heute hat ein Berufungsausschuss der EU-Kommission der Verlängerung der Zulassung von Glyphosat zugestimmt. Genau zwei…

Posted by Barbara Hendricks on Montag, 27. November 2017

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#trending // Entertainment

Die Klatsch-und-Tratsch-Geschichte des Tages: Prince Harry und Meghan Markle wollen heiraten. Der entsprechende, sehr altmodisch mit einem Scan der ausgedruckten Pressemitteilung veröffentlichte Facebook-Post der Royal Family war mit 361.000 Interaktionen der weltweit erfolgreichste des Montags. Ein von der Royal Family veröffentlichtes Interview mit den beiden kam auf 160.000 Interaktionen und 1,8 Mio. Video Views, Zahlreiche Artikel von Medien weltweit erreichten ebenfalls hunderttausende Likes & Co. Die BBC zum Beispiel 165.000.

Millionen informierten sich nach der Ankündigung erstmal darüber, wer die angehende Braut überhaupt ist: Meghan Markle führte am Montag die Google-Trends u.a. in den USA (mit über 5 Millionen Suchanfragen), in Großbritannien (mit mehr als 2 Millionen) und in Deutschland (mit mehr als 500.000) an. Die englischsprachige Wikipedia-Seite von Meghan Markle wurde 940.000 mal aufgerufen, die deutsche 700.000 mal.

Übrigens heiratet Prince Harry nicht zum ersten Mal: Wenn man den Journalismus-Imitatoren des Goldenen Blattes glaubt (was man natürlich nicht tun sollte), so ist es für Harry die bereits elfte Hochzeit seit dem Frühjahr 2013 mit verschiedenen Frauen.

#trending // Worldwide

Die Washington Post hat am späten Montagabend deutscher Zeit eine extrem spannende Story veröffentlicht, die exemplarisch aufzeigt, vor welchen Herausforderungen der Journalismus steht – und wie wichtig gründliche Recherche ist. In dem Artikel schildert das Blatt, wie eine Organisation große Mainstream-Medien diskreditieren will, indem sie ihnen Lügen unterjubelt. Im Fall der Washington Post ging es um eine junge Frau, die erzählte, dass Roy Moore, Kandidat der Republikaner für die Senatoren-Wahl in Alabama, der vor 40 Jahren mit Anfang 30 eine 14-Jährige missbraucht haben soll, auch sie missbrauchte. Die Post recherchierte ihr hinterher und kam ihr auf die Schliche. Das Dramatische: Bei anderen Medien, die nicht so gut recherchieren, dürfte eine solche Masche mehr Erfolg haben. Der Artikel der Washington Post wurde mit über 220.000 Social-Media-Interaktionen in nur vier Stunden zum erfolgreichsten US-Artikel des Tages.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Der Postillon – „BVB-Fan schaut Derby-Halbzeiten vertauscht an, um sich besser zu fühlen“ (46.200 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Bildblog – „Bringt Julian Reichelt die Familien anderer Menschen in Gefahr?“ (1.900 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Geo – „Der gute Mensch

Google-SuchbegriffMeghan Markle(500.000+ Suchen)

Wikipedia-Seite:Meghan Markle(69.600 Abrufe)

Youtube-Video: Emrah ! – „10 KEKS Lifehacks !

Song (Spotify): Bausa – „Was du Liebe nennst“ (506.600 Stream-Abrufe aus Deutschland am Sonntag)

Musik (Amazon): „Bravo the Hits 2017“ (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): „Spider-Man Homecoming“ (Blu-ray)

Game (Amazon)PlayStation Plus Mitgliedschaft | 12 Monate

Buch (Amazon): Jeff Kinney – „Gregs Tagebuch 12 – Und tschüss!“ (Gebundene Ausgabe)

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Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

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Mehr Social-Media-Trends und -Themen lesen Sie in meiner nachmittäglichen Kolumne in der Handelsblatt-10-App. Erhältlich für iOS und Android.

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