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„Unfair und unfein“: Kritik an #Scheisswerbung-Kampagne von ARD/ZDF-Jugendableger Funk

Die #ScheissWerbung-Kampagne von Funk stößt auf Kritik
Die #ScheissWerbung-Kampagne von Funk stößt auf Kritik

Funk, das Jugendangebot der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, stänkert gegen die werbefinanzierte Konkurrenz. In ihrer Kampagne #ScheissWerbung macht sich Funk über schlechte Reklame in den Medien lustig, um zu betonen: Wir sind werbefrei und deshalb gut. Dieser Ansatz stößt auf Kritik. In der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) urteilt zum Beispiel Imre Grimm: "Das ist unfair und unfein".

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Wer acht Milliarden Euro im Jahr sicher hat, könne leicht lästern, schreibt Grimm in seiner Kritik zur #ScheißWerbung-Kampagne von Funk. In der Kampagne geht das junge Angebot von ZDF und ARD damit hausieren, dass es ganz ohne Werbung auskommen darf und aus diesem Grund in der Lage ist, „gute Videos“ zu produzieren. Auf der Funk-Webseite heißt es: „Null Bock auf Werbung. Voll Bock auf Videos.“ Und: „Wir sind Funk, durch den Rundfunkbeitrag finanziert, unabhängig – und werbefrei. Statt nerviger Reklame machen wir lieber unterhaltsame Inhalte.“

Seit Oktober stehen dazu 16 Spots und Audios bei YouTube, Facebook, Instagram, Snapchat und Musical.ly; kreiert von der Agentur GGH Mullen Lowe in Hamburg. Die Spots sind absichtlich schlecht gemacht, um gegen die #ScheissWerbung der Konkurrenz zu sticheln. „Wir persiflieren nervige, hässliche, perfide und alberne Werbung und drehen dabei alle Stellschrauben falsch“, sagen Oliver Kollmer und Philipp Schild von Funk im Gespräch mit W&V.

Die Kampagne könne „kaum aggressiver sein“, urteilt HAZ-Autor Imre Grimm. Außerdem wirke sie wie eine Fundamentalkritik an Werbung insgesamt und klinge „wie Hohn für Unternehmen, die anders als die gebührenfinanzierten Funk-Muttersender jeden einzelnen Euro im Netz erwirtschaften müssen“. Es sei „unfair und unfein“, der privatwirtschaftlichen Konkurrenz auch noch eine Nase zu drehen, wenn man selbst ein Jahresetat von 45 Millionen Euro habe, so Grimm.

Die #ScheißWerbung-Clips wurden mitten während eines seit Wochen andauernden Streits zwischen ARD und ZDF auf der einen und privaten Verlegern auf der anderen Seite veröffentlicht. Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse (AGRA) hatte zuletzt „die Dauerkritik“ einiger deutscher Zeitungen an den öffentlich-rechtlichen Sendern zurückgewiesen. Mit ihrer Kampagne beschädigten sie den Journalismus insgesamt, hieß es.

Funk habe nun zum Frontalangriff ausgeholt, urteilt Grimm. #ScheissWerbung widerspreche außerdem vollständig den Bemühungen der ARD um „verbale Abrüstung“ im Streit um die Digitalangebote der Öffentlich-Rechtlichen.

Auch bei Twitter stößt die Funk-Kampagne auf Kritik:

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