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Web-Aktivisten bauen Holocaust-Mahnmal nach – direkt vor dem Haus von Björn Höcke

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Nicht die Titanic und auch nicht Jan Böhmermann: Die Mitglieder des Künstler- und Web-Aktivisten-Kollektives Zentrum für politische Schönheit haben wohl die satirische Polit-Aktion des Jahres aufgezogen. Buchstäblich über Nacht haben sie vor dem Haus des AfD-Politikers Björn Höcke das Holocaust-Mahnmal nachgebaut.

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Anfang des Jahres griff der AfD-Politiker in seiner Dresdner Rede scharf die deutsche Erinnerungskultur an. Damals sagte Höcke in Bezug auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin: ““Wir Deutschen (…) sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Darauf ging ein Sturm der Entrüstung über den AfD-Fraktionsvorsitzenden im Thüringer Landtag hinweg. Allerdings schadete der offenbar weder ihm – trotz Parteiausschlussverfahren – noch seiner Partei. Grund genug für das Künstlerkollektiv Zentrum für politische Schönheit das Haus gegenüber von Höckes Wohnhaus zu mieten.

In einem Rundschreiben beschrieb er das 500 Jahre altem Pfarrhaus in dem er wohnt, als sein “Refugium”. Die Region sei ihm “Rückzugs-, Inspirations- und Regenerationsraum“ geworden.

Seit Monaten observierten die Aktivisten nach eigenen Angaben bereits den Politiker. Dann schritten sie zur Tat:

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Mittwoch früh, 6 Uhr, Bornhagen (Thüringen): Der Lärm von Betonpumpen reißt den AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke aus dem Schlaf. Sein 500 Jahre altes Pfarrhaus bebt. Als er zum Fenster stürmt, traut er seinen Augen nicht: Direkt vor seinem Haus entsteht ein Ableger des Denkmals für die ermordeten Juden Europas, das Höcke im Januar als ”Denkmal der Schande” bezeichnet hatte. Der ehemalige Geschichtslehrer zittert. Seit heute früh um 6 Uhr wird zurückgedacht.

Insgesamt 24 Betonstelen haben die Mieter in ihrem Garten, also direkt vor das Höcke-Haus gestellt. Die Stelen sind exakte Nachbauten des Holocaust-Denkmals in Berlin. Das entsprechende Video wurde allerdings von YouTube gelöscht. Die Aktivisten luden es nun bei Vimeo hoch.

Seit dem Morgen ruft das das Zentrum für politische Schönheit via Crowdfundig zur Finanzierung der Aktion auf. Das war bereits nach vier Stunden geschafft. Jetzt wollen die Aktivisten noch den Betrieb für die nächsten zwei Jahren sichern. Auch dieses Geld scheint sogut wie eingesammelt.

Und wie reagiert Höcke? Er hat für 15 Uhr zu einer Pressekonferenz geladen.

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