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“Lustlosigkeit der Branche als größte Gefahr”: Tele 5-Chef Kai Blasberg stellt Senderpläne für 2018 vor

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“Der klügere kippt nach”, “OGOT” oder auch “Who Wants to Fuck my Girlfriend”: In den vergangenen Jahren fuhr Tele 5 PR-technisch immer gut damit, ab und an mal ein Konzept rauszuhauen, das wenig nachhaltig war, aber für viel mediale Aufmerksamkeit sorgte. Diese Zeiten scheinen vorbei. Bei MEEDIA stellt Senderchef Kai Blasberg gerade seine Pläne für das kommendes Jahr vor. Dabei setzt er vor allem auf Spielfilme, Spielfilme und Spielfilme.

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Obwohl in Zeiten von Streaming-Diensten, alle über den großen Trend hin zum seriellen Erzählen schwärmen, sehen die Münchner in diesem Segment wenig Erfolgspotential. So fehle noch immer der Beleg, dass große Drama-Serien auch im Free-TV richtig gut funktionieren. Zudem wisse man auch noch immer nicht wirklich, wie viele Zuschauer Serie-Perlen wie “Fargo” bei Netflix & Co. tatsächlich haben.

Also setzt Tele 5 ganz bewusst auf Spielfilme und eine klare Adressierung von eng definierten Zielgruppen. So will sich der Sender im kommenden Jahr vor allem auf drei Communities konzentrieren: Die Schlefaz-Gemeinde, SciFi- und Spielfilm-Fans.

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Die Münchner sind stolz darauf, auf der ganzen Welt nach Schnäppchen und Programm-Perlen zu fahnden. Die so ermittelten Filme fassen sie thematisch zusammen. In diesem Jahr hießen die Klammern “Backxit” mit englischen Klassikern oder “Europa ist geil!”. Für 2018 sind Programm-Brands wie “Skandal” (“Letzter Tango in Paris”, “Reservoir Dogs”) oder „D-Movies“ (“Schtonk”, “Funny Games”) geplant. Ganz ohne öffentlichkeitswirksame Aktionen geht es dann aber auch nicht. So bündelten die Münchner beispielsweise gerade ein paar Erotikstreifen mit dem knalligen Label “FSK Sex”.

Sender-Chef Kai Blasberg ist allerdings davon überzeugt: “Vier von fünf Deutschen können mit uns nichts anfangen. Der fünfte sagt aber “Wow”.

Sich selbst sieht Tele 5 mittlerweile als Manufaktur, auch in Abgrenzung zu den großen TV-Konzernen, die ansonsten das Bild der heimischen Fernseh-Branche prägen. Ein Zustand, der Blasberg alles andere als begeistert. Tatsächlich findet es der ehemalige ProSieben-Manager ganz schlimm, dass es bei vielen Sendern nicht mehr um Fernsehen und Inhalte, sondern um digitale Zusatzgeschäfte und Neu-Akquisitionen gehen, die “nix mit dem Kerngeschäft zu tun haben und der Liebe, mit der es eigentlich betrieben werden sollte”. Ihm gehe es dagegen noch immer um “Herz & Haltung”. Blasbergs klar definierte Feindbilder heißen: “Industriefernsehen, Mainstream und Massenware”.

Grundsätzlich sieht der Geschäftsführer hierzulande die “Lustlosigkeit der Branche als größte Gefahr” und nicht Netflix, Amazon & Co. Dass er selbst noch einmal das Ruder bei einem anderen Sender übernimmt, glaubt Blasberg nicht: „Ich beende meine Karriere bei Tele 5”.

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