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Ein „Oskar“ für Condé Nast: Münchner Verlag zieht 2018 in das ehemalige Siemens-Hauptquartier

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Das Münchener Magazinhaus Condé Nast verlegt seine Deutschland-Zentrale in das ehemalige Hauptquartier des Technologiekonzerns Siemens. Der Umzug ist für das erste Halbjahr 2018 geplant. Damit will der Verlag wohl auch einen Neuanfang symbolisieren, um nach einem turbulenten Jahr wieder Ruhe ins Unternehmen einkehren zu lassen. Indes sorgen neue Gerüchte unter den Mitarbeitern für Aufregung.

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Eine glatte Fassade aus weißen Metallflächen, unterbrochen durch Glasbänder – das mehrgeschossige Bürogebäude mit mehr 26.000 Quadratmetern im Herzen von München ist ein Blickfang. Einst war es die Zentrale des Siemens-Konzerns. Nach dem Auszug des Technologie-Riesen wurde das vom New Yorker Stararchitekten Richard Meyer entworfene Haus komplett saniert. Jetzt wird es der neue Sitz des Münchener Magazinhauses Condé Nast, zu dem Medienmarken wie Vogue, Glamour, GQ, AD und Wired gehören. Der lang anvisierte Umzug soll in den ersten sechs Monaten nächsten Jahres erfolgen, heißt es. „Unsere neuen Büros werden im Oskar, einer sehr hochwertigen Immobilie im Herzen Münchens, beheimatet sein. Es handelt sich dabei um eine der besten Lagen in unmittelbarer Nähe zum Odeonsplatz und der Brienner Straße“, betont eine Condé Nast-Sprecherin gegenüber MEEDIA.

Ursprünglich hatte das Zeitschriftenhaus hier einen Mietvertrag über rund 8.000 Quadratmeter abgeschlossen, jetzt bezieht das Unternehmen aber eine etwas kleinere Fläche. „Wir werden wie von Anfang an geplant, zwei Etagen im Oskar anmieten. Lediglich eine kleinere Teilfläche wurde nach dem Verkauf von myself zurückgegeben, da sie folglich nicht mehr benötigt wurde“, betont Condé Nast. Denn überraschend hatte der Verlag den Frauentitel myself an die Essener Funke Mediengruppe veräußert, um sich auf seine internationalen Luxus-Medienmarken zu fokussieren. „Wir konzentrieren unsere Aktivitäten und Investitionen konsequent auf unsere globalen Marken und bauen die länderübergreifende Zusammenarbeit aus, um unsere Position als weltweit führendes Luxus-Medienunternehmen zu stärken“, begründete Moritz von Laffert, Chef von Condé Nast Deutschland und Vice President von Condé Nast International, Mitte des Jahres den Verkauf.

Der Umzug von Condé Nast innerhalb der bayerischen Metropole dürfte wohl auch eine Art Neuanfang symbolisieren, um wieder mehr Ruhe in das Zeitschriftenhaus einkehren zu lassen. Denn die deutsche Tochter des weltweit agierenden US-Mediengiganten Advance Publications mit Sitz in New York ging in diesem Jahr durch eine turbulente Phase. Negative Nachrichten aus der Zentrale des Mutterhauses über einen Abbau von 80 Stellen sowie der Einstellung der gedruckten Teen Vogue beunruhigte die deutsche Belegschaft. Zudem hatte von Laffert in diesem Jahr mit einigen Maßnahmen bereits selber für Unruhe unter den Mitarbeitern gesorgt. So hatte der Deutschland-Chef die Vermarktung massiv verschlankt. Bundesweit schloss er alle Außenbüros. Betroffen hiervon waren die Standorte in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, München und Stuttgart. Auch die Schlussredaktion lagerte der Geschäftsführer aus. Eine unpopuläre Maßnahme im journalistischen Betrieb. Dennoch war sie notwendig, um die Redaktion kosteneffizienter aufzustellen. Das kostete Mitarbeitern ihre Jobs. Jetzt soll mit Personalmaßnahmen Schluss sein. Ein weiterer Stellenabbau sei nicht geplant, heißt es aus München.

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Dass der Deutschland-Chef auf die Kostenbremse treten musste, ist verständlich. Denn auch Conde Nast hat – wie andere Medienunternehmen – mit schrumpfenden Anzeigenumsätzen und rückläufigen Auflagenzahlen zu kämpfen. Die verkaufte Auflage des Frauentitels Vogue, Flaggschiff des Printhauses, sank im 3. Quartal dieses Jahres gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal um 2,67 Prozent auf 116097 Exemplare. Auch die verkaufte Auflage von Glamour musste Federn lassen. Veräußerten die Münchener von dem Titel im 3. Quartal 2016 noch knapp 344.000 Exemplare, waren es im Vergleichsquartal diesen Jahres nur 325.894 Stück – ein Minus von 5,26 Prozent. Deutlich drastischer schrumpfte die verkaufte Auflage beim Männermagazin GQ. Sie verringerte sich im 3. Quartal diesen Jahres auf mehr als 86.288 Stück – ein Rückgang von rund 15 Prozent.

Ob Laffert im nächsten Jahr wirklich Ruhe in das Unternehmen bekommt, wird sich zeigen. Aktuell kursieren in der Branche bereits neue Gerüchte, dass der Firmenchef bei der deutschen Print-Ausgabe von Wired den Stecker zieht und das Produkt künftig nur noch als reines Digitalprodukt erscheint. 2016 hatte der Verlag bereits die Erscheinungsweise der deutschen Wired-Ausgabe drastisch verringert – von bislang zehn auf vier Ausgaben. Gleichzeitig schoß der Copypreis auf 6,80 Euro in die Höhe. Eine Condé Nast-Sprecherin wiegelt aber die Branchenspekulationen vehement ab. „Die quartalsweise erscheinenden Printausgaben von Wired sind neben den Wired Geschäftsbereichen Digital, Campus & Consulting sowie Conférence nur ein Element der mehrteiligen Marken- und Erlösstrategie von Wired. Entscheidend ist für uns, unsere Marken agil und unternehmerisch zu führen, deshalb haben wir seit dem Launch immer wieder Änderungen am Marken-Set-Up und unternehmerischen Schwerpunkten vorgenommen und unser Angebot an Nutzer- und Marktbedürfnisse angepasst. Dies behalten wir uns auch weiter vor, konkrete Entscheidungen gibt es aktuell diesbezüglich jedoch nicht.“

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Alle Kommentare

  1. Immer grauenhaft, wenn Berufsschreiber den Genetiv nicht beherrschen. Aber so peinlich gescheitert wie hier mit „des Technologie-Riesens“ ist noch keiner.

  2. Mann! Lipinsky! „Diesen Jahres“. – Dieses! – Dieser Genitiv sollte doch langsam auch bei Ihnen angekommen sein. Hat wieder einer nicht aufgepasst beim Korrekturlesen!?

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