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Top-Analyst: Apple baut Musik-Dienst mit zahlreichen ambitionierten Serienproduktionen zum Netflix-Rivalen um

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Apple TV: Wohl bald auch mit mehr eigenen Inhalten ausgestattet © Apple

Apples Bewegtbild-Bemühungen stecken noch in den Kinderschuhen, doch langfristig dürfte der Techpionier aus Cupertino zu einem echten Herausforderer von Netflix und Amazon werden, glaubt Gene Munster vom Wagnisfinanzierer Loup Ventures. Nach Einschätzung des langjährigen Tech-Analysten dürfte Apple sein zukünftiges Serien- und Filmangebot mit Apple Music zu einem Dienst verschmelzen und seinen Etat für Eigenproduktionen bis 2022 auf über 4 Milliarden Dollar steigern.

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Bisher sind es nicht mehr als Ankündigungen und zwei dünne Video-Häppchen, die auf Apples nächstes großes Betätigungsfeld schließen lassen, das in Hollywood liegen dürfte: „Carpool Karaoke“ und „Planet of the Apps“, die als Beiwerk Apple Music ergänzen.

Doch dafür dürfte Apple kaum zwei absolute Top-Manager aus Hollywood verpflichtet haben. Jamie Erlicht und Zack Van Amburg, die die Erfolgsserien „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“ mitentwickelt haben, wechseln bekanntlich nach Cupertino, um dort für ein Budget von im nächsten Jahr wohl schon knapp einer Milliarde Dollar neue Serien zu produzieren, die es mit der Güteklasse von „Stranger Things“ und  „Game of Thrones“ aufnehmen sollen.

Es wird konkret: Apple startet Serien-Initiative mit Steven Spielberg,  Jennifer Aniston und Reese Witherspoon

Um es richtig krachen zu lassen, sicherte sich Apple zudem die Dienste von Star-Regisseur Steve Spielberg für eine Neuauflage seiner „Unglaublichen Geschichten“, während Jennifer Aniston und Reese Witherspoon in einer Serie über das Frühstücksfernsehen Hollywood-Glamour der höchsten Kategorie nach Cupertino bringen sollen.

Doch wofür all das: Um die inzwischen 30 Millionen Abonnenten des Musik-Streaming-Dienstes Apple Music bei Laune zu halten? Geht es nach dem langjährigen Tech-Analysten Gene Munster, der Apple seit den frühen Nullerjahren für Piper Jaffray begleitete, um dann zum Wagnisfinanzierer (Loup Ventures) zu werden, befindet sich Apple Music in einer Transformationsphase: vom alleinigen Musik-Streaming-Dienst zu einem umfassenden Content-Anbieter, der Netflix und Amazon langfristig Konkurrenz machen dürfte.

Apple könnte 2022 bereits mehr als 4 Milliarden Dollar für Filme und Serien ausgeben
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In einer neuen Research-Note hat Loup Ventures vorgerechnet, wie schnell Apple mit einen Serien- und Film-Ambitionen nun Ernst machen könnte. Lagen die Ausgaben für Eigenproduktionen in diesem Jahr noch bei bescheidenen 500 Millionen Dollar, so sollen sie im nächsten Jahr auf 900 Millionen und 2019 schon auf 1,44 Milliarden Dollar wachsen.

In der nächsten Dekade dürfte Apple nach Einschätzung von Munster den Schalter dann umlegen und am Fließband Serien- und Filmmaterial produzieren lassen. In fünf Jahren – 2022 – soll Apple demnach bereits 4,23 Milliarden Dollar für Eigenproduktionen ausgeben (und anders als Netflix und Amazon kein Fremdmaterial von Drittanbietern lizenzieren).

Rebranding von Apple Music absehbar

Damit läge der wertvollste Konzern der Welt zwar immer noch hinter Netflix (geschätzte Aufwendungen ausschließlich für Eigenproduktionen im Jahr 2022: 6,84 Milliarden Dollar) und Amazon (8,34 Milliarden Dollar)m– doch nicht mehr beträchtlich. Die Bereitschaft, in Content zu investieren, wachse bei Apple stärker als bei Netflix und Amazon, so Munster.

Das Ergebnis: In den nächsten zwei bis drei Jahren dürfte Apple dem steigenden Film- und Serienanteil Rechnung tragen und Apple Music umbenennen (in Apple Entainment?). Mehr bezahlen müssen Apple-Kunden für den neuen Dienst nach Einschätzung von Loup Ventures aber nicht: Der erweiterte Musik- und Film-Streaming-Dienst dürfte weiterhin 10 Dollar im Monat kosten,  glaubt Gene Munster.

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