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Star-Journalistin Tina Brown: „Facebook und Google haben Werbeumsätze von Verlagen geräubert“

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© Tina Brown / Facebook

Deutliche Worte von einer der renommiertesten Journalistinnen der letzten Jahrzehnte: Tina Brown, langjährige Chefredakteurin des New Yorkers und von Vanity Fair, hat Facebook und Google in einem Podcast des Techportals recode scharf kritisiert. Die Internet-Giganten würden Werbeumsätze von Verlagen absaugen, ohne dem Journalismus etwas zurückzugeben, erklärte die 63-Jährige, die gleichzeitig die Errichtung eines Journalismus-Fonds durch die Social Media-Riesen vorschlug.

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Gegenüber recode-Chefredakteurin Kara Swisher, selbst eine Frau der klaren Worte, erhob Tina Brown heute in einem Podcast Gegendiensts  dominierenden Internet-Giganten schwere Vorwürfe.

„Ich bin sehr wütend darüber, wie  Werbeumsätze (von Verlagen) durch die Facebook-Google-Welt geräubert wurden, ohne fast nichts – nichts, genauer gesagt – an die Leute zurückzugeben, die die brillanten Stücke geschrieben haben, die überall auf ihren Plattformen zu finden sind“, kritisierte die 63-Jährige.

Zeit für einen Journalismus-Fonds?

Als Kompensation brachte Brown, die sich in den 80er- und 90er-Jahren als Chefredakteurin von Vanity Fair und dem New Yorker einen Namen gemacht hatte, einen Journalismus-Fonds in Spiel, den die Social Media-Giganten auflegen sollten.

„Es ist mehr als an der Zeit, etwas an den Journalismus zurückzugeben“, erklärte die 63-Jährige an die Adresse von Facebook und Google, die beide im letzten Quartal zusammengenommen Nettogewinne von mehr als elf Milliarden Dollar einstrichen.

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Doch daraus würde wohl nichts werden.  „Sie haben kein Interesse, das ist mir schon klar. Sie sagen: Wie sind kein Medienunternehmen, wir sind eine Plattform. Wenn man aber keine Menschen einsetzt, die Geschmack haben, die ein Sinn für Verantwortung haben, machen das eben russische Hacker jedweden Alters für die amerikanische Öffentlichkeit“, erklärte Brown sarkastisch in Anspielung auf die russische Einflussnahme im US-Wahlkampf.

Kommt Apple dem Journalismus zur Hilfe?

Ihre Frustration bekundet Brown zudem gegenüber der Macht, die Social Media inzwischen besitzt. „Ein Flash Mob kann sich sehr, sehr schnell um eine Person bilden – und dann, wow!“ Der Ruf könne heute von Tausenden Stimmen, die missbräuchliche Dinge schreiben, geschreddert werden. „Da ist eine beängstigende Sache“, stellte Brown fest.

Hoffnung auf Unterstützung von einem der führenden Tech- und Internet-Unternehmen habe die britische Star-Journalistin höchstens von Apple. „Ich hoffe, dass sie auf den Plan treten und etwas wirklich Gutes im Journalismus machen“, erklärte Brown.

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