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Diekmanns eigenes Volksprodukt: Ex-Bild-Herausgeber will 20 Milliarden-Euro-Fonds für Kleinsparer auflegen

Macht jetzt auch in Finanzen: Ex-Bild-Herausgeber Kai Diekmann will einen milliardenschweren Fonds auflegen – kann das funktionieren?
Macht jetzt auch in Finanzen: Ex-Bild-Herausgeber Kai Diekmann will einen milliardenschweren Fonds auflegen – kann das funktionieren?

Mit dem Ausscheiden Kai Diekmanns bei Bild begannen die Spekulationen, was ihr langjähriger Chefredakteur und Ex-Herausgeber als nächstes angehen würde. Auf eine der wichtigsten Positionen in der deutschen Medienbranche folgten zunächst kleinere Beratertätigkeiten oder die Bekanntgabe, eine eigene Webcontent-Agentur aufzubauen. Jetzt kommt das große Ding: Diekmann schließt sich mit dem bekannten Banker Lenny Fischer zusammen und will einen milliardenschweren Fonds auflegen.

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Beobachter, Nahestehende und ehemalige Begleiter Diekmanns hatten darauf gewartet: auf die Bekanntgabe einer großen Aufgabe, die sich der ehemalige Chefredakteur und Herausgeber der Bild-Zeitung für seine berufliche Zukunft aussucht. Den meisten war klar – oder vielmehr hatten sie gehofft –, dass die Gründung einer gemeinsamen Agentur mit Ex-stern.de-Chef Philipp Jessen und Eventmanager Michael Mronz noch nicht alles sein kann. Und sie sollen nicht enttäuscht werden: Diekmann arbeitet an etwas Großem – an einem eigenen Finanzfonds.

Diekmann und Fischer wollen 20 Milliarden Euro von Kleinsparern

Gegenüber dem Manager Magazin, das am morgigen Freitag erscheint, hat der Journalist Einblicke in seine Pläne gegeben. Im Interview erklärt er, einen virtuellen Vermögensverwalter inklusive Content-Geschäft aufbauen zu wollen. Zielgröße des Fonds: stolze 20 Milliarden Euro. Das Geld dafür will Diekmann nicht allein beschaffen. Für das Vorhaben hat er sich mit jemandem zusammengetan, der Expertise mitbringt: Leonhard „Lenny“ Fischer, Ex-Co-Chef des Finanzinvestors BHF Kleinwort Benson Group und Diekmann-Freund aus Kindheitstagen. Ebenfalls mit dabei sein werden der Berliner Anwalt Anton Voglmaier sowie Martha Boeckenfeld, die derzeit im Aufsichtsrat der italienischen Großbank Unicredit sitzt.

Die vier werden als gleichberechtigte Partner in der neuen Deutsche Fondsgesellschaft Invest agieren, wobei Boeckenfeld die Rolle der CEO einnehmen wird. Sie und Fischer haben bereits bei der von ihm kurzzeitig kontrollierten BHF-Bank zusammengearbeitet.

Ihr „Zukunftsfonds“, wie das Produkt in der Vorab-Meldung des Manager Magazins genannt wird, soll wohl in erster Linie auf Kleinsparer abzielen. „Wir werden klassische Sparbuchsparer ansprechen. Also Leute, die nur begrenzt Risiko eingehen möchten, aber nicht mehr mit null Prozent Zinsen abgespeist werden wollen“, erklären Diekmann und Fischer gegenüber dem Manager Magazin. 

Bestechen wollen sie durch geringes Risiko bei den Investments sowie durch geringe Kosten. 1,4 Prozent wollen sie für die Verwaltung des Finanzprodukts veranschlagen. Der Fonds soll digital wie auch in der analogen Bankenwelt gehandelt werden. Die Öffnung des Fonds werde für das zweite Quartal des kommenden Jahres forciert, heißt es. Ob sich der Fonds einem Thema oder einer Branche verschreiben wird, ist noch nicht klar.

Was der „Zukunftsfonds“ mit Diekmanns neuer Agentur Storymachine zu tun hat

Die Rollenverteilung innerhalb des Quartetts wird entsprechend den Expertisen ausfallen. Fischer werde sich vor allem um Anlagestrategie und Investmentpolitik kümmern, Diekmann soll das Produkt in der breiten Masse bekannt machen und die Vermarktung übernehmen. Um dem Volksfonds im Netz genügend Aufmerksamkeit zu verschaffen, verhandle man derzeit mit mehreren Medienhäusern über Kooperationsverträge. Ziel ist es, dem Fonds ein Mediavolumen für Anzeigen zu verschaffen.

In der Vermarktung kommt auch Storymachine ins Spiel. Das Start-up, das Diekmann gemeinsam mit Jessen und Mronz aufbaut, wird als eines seiner ersten Projekte eine „journalistisch unabhängige Finanzwebsite“ hochziehen, die „Geldthemen ganz anders aufbereitet, den Menschen die Welt des Geldes erklärt, ihnen die Schwellenangst vor der Börse nimmt, den Sparprozess in Deutschland weiterentwickelt. Und das alles: total populär, völlig unkompliziert und sehr unterhaltsam“, wie Diekmann erklärt. 

Inhaltlich für das Portal verantwortlich sein wird eine weitere Vertraute Diekmanns: die ehemalige Chefredakteurin von Business Insider Deutschland, Christin Martens. Vor dieser Aufgabe war sie Ressortleiterin bei Bild Digital. Für den Launch werde ihr ein Team von zehn Redakteuren unterstellt sein.

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Alle Kommentare

  1. Bei „Kleinsparern” sind noch massenhaft Gebühren und Aufschläge abzumelken. Man muss ihnen nur eintröten, dass ein „begrenztes Risiko” eine Art Gewinngarantie ist. Am besten mit Hilfe von Nobby Blüm: „Ain Fong, so sischä wie die Zukunft”.

  2. Wird der Fonds genauso seriös gemanagt wie die Bildzeitung? Falls Ja, dürfte die Gewinnmarge in die gleiche Richtung zeigen wie sie Auflagenkurve der Bild.

  3. Ich halte dies für eine Todgeburt, weil
    1. ETF Sparpläne ab 25€ monatlich gibt es bereits ohne Verwaltungskosten.
    2. Es gibt bereits den Finanztip mit Tenhagen.

  4. Die beiden strahlen so viel Vertrauen aus. Da nehme ich glatt noch Kredite auf, um hier zu investieren. 🙂

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