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Aufatmen bei „Spiegel TV Magazin“: Politik-Format bekommt bei RTL neuen Sendeplatz am Montag

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Es ist eine historische Zäsur für das "Spiegel TV Magazin". Seit 1988 wurde das Politik-Format am Sonntagabend ausgestrahlt. Jetzt wandert das TV-Magazin ab Mitte 2018 auf den RTL-Sendeplatz am Montag von 23.25 Uhr und Mitternacht. Damit darf zwar die Redaktion aufatmen. Doch die Zuschauerzahlen könnten zurückgehen. Absehbare Folge: Die Werbeeinnahmen bei der Spiegel-Fernsehtochter werden sinken.

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Das Ende der 80er Jahre von Stefan Aust begründete Fernsehformat gilt als ebenso kultig wie (vor allem bei Politikern) gefürchtet und verhasst – Woche für Woche. Seit Jahrzehnten erscheint das „Spiegel TV Magazin“ auf einem festen Sendeplatz am Sonntag. Damit ist ausgerechnet im Jubiläums-Jahr 2018 Schluss. Das „Magazin“ wird nach genau 30 Dienstjahren nicht mehr sonntags zu sehen sein. Wie die Niedersächsische Landesmedienanstalt jetzt erklärte, bekommt dctp – und damit das „Spiegel TV Magazin“ – die 2. Sendezeitschiene von 23.25 bis Mitternacht zugesprochen.

Der Hintergrund: Die Landesmedienanstalt hatte die Sendezeiten für die Drittfenster bei RTL neu ausgeschrieben. Und dies in Absprache mit der Kölner Mediengruppe RTL, die sich vom Sonntag ohne Spiegel TV „mehr Flexibilität“ verspricht. Künftig gelten für die Drittfenster vier neue Sendezeiten: am Samstag von 19.05 Uhr bis 20.15 Uhr, am Montag von 23.25 bis Mitternacht, am Dienstag von 0.30 Uhr bis 1.15 Uhr und ebenfalls am Dienstag von 1.15 bis 1.45 Uhr. Um die verschiedenen Sendezeiten hatten sich mehrere Unternehmen beworben.

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„Aus meiner Sicht ist die nun in Aussicht genommene Auswahlempfehlung ein fairer Kompromiss zwischen den legitimen Interessen des Hauptprogrammveranstalters und der gesetzlichen Aufgabe der NLM, einen zusätzlichen Vielfaltsbeitrag durchzusetzen. Mit gleich drei neuen Lizenznehmern möchten wir ein klares Zeichen für Erneuerung bei den Fensterprogrammen setzen“, betont Ortrud Wendt, Vorsitzender des Programmausschusses, die Entscheidung. Von Spiegel TV war hierzu kurzfristig keine Stellungnahme zu erhalten.

Auf dem neuen Sendeplatz im Anschluss an Birgit Schrowanges Format „extra“ drohen allerdings dem „Spiegel TV Magazin“ empfindliche Zuschauereinbußen. Die Folge: der Spiegel-Fernsehtochter Spiegel TV wird hier wohl künftig weniger Werbeeinnahmen erzielen und damit vermutlich von RTL geringere Produktionsgelder ausgeschüttet bekommen. Zudem ist die Sendezeit mit dann nur noch 35 Minuten kürzer als bislang. Dennoch kann die Redaktion aufatmen. Sie kann weitermachen und im Prinzip an ihrem Sendekonzept festhalten.

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