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Aufbruch ins Land der Mitte: Warum ramp-Verleger Köckritz den chinesischen Markt stärker ins Visier nimmt

ramp-Verleger Michael Köckritz, chinesische ramp-Ausgabe
ramp-Verleger Michael Köckritz, chinesische ramp-Ausgabe

Viele Verlage wie das Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr kehren dem chinesischen Markt den Rücken. Erst jüngst hatte das Hamburger Magazinhaus seinen Anteil an dem Joint-Venture-Partner Bodo veräußert. Kleinere Verlage versuchen hingegen, auf dem bevölkerungsstärksten Markt der Welt mit Spezial-Interest-Titeln stärker Fuß zu fassen - offenbar mit Erfolg. Dazu gehört Michael Köckritz, Verleger des Autokulturmagazins ramp.

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Wenn Michael Köckritz über den chinesischen Zeitschriftenmarkt spricht, klingt eine gehörige Portion Aufbruchstimmung mit. „Gerade deutsche Verlage und Medien können sich hier mit Expertisen, Themen und Inhalten als Luxuskompetenz-Medien begehrlich positionieren, wenn sie ein gutes Gefühl für die relevanten Zielgruppen und die Zusammenhänge und die Erfordernisse des Marktes entwickeln können. In diesem speziellen Genre sehe ich dann auch wenig Gründe für Einschränkungen“, meint der Verleger des Autokulturmagazins ramp.

Der Inhaber des ramp.space Verlags weiß, wovon er spricht. Der Geschäftsmann hat vor vier Jahren in China das „ramp Car.Culture.Magazine“ gestartet. „ramp und unsere Ansätze und unsere Art Geschichten zu inszenieren, kommt in China erfreulicherweise richtig gut an. Das hatten wir zu Beginn gar nicht so erwartet. Wir waren eher etwas skeptisch, ob so ein sehr unkonventioneller und mutiger, moderner und deutlich visuell geprägter Blick auch vom chinesischen Markt angenommen wird“, erinnert sich der Medienunternehmer. Von Zensur in dem kommunistisch regierten Land ist das Automagazin nicht betroffen. „Natürlich lebt ramp wie überhaupt alle unsere Magazine mit Freude von einer klaren Meinung. Der Mensch steht im Mittelpunkt, Persönlichkeit, Selbstbestimmtheit und Individualität zählen und damit Werte und Haltung. Deutlich politischer schärfen wir diese wesentlichen Markenwerte jedoch in ramp nicht“, betont Köckritz. So vermute niemand, dass „ein vielfach ausgezeichnetes High-End-Luxusmagazin zu einer politischen Gefahr werden könnte“.

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Im Land der Mitte findet der ramp-Titel bei den Lesern zunehmend Anklang. Monat für Monat verkauft Köckritz hier 50.000 Exemplare von der in Mandarin publizierten Zeitschrift. Jüngst erschien die 50. Ausgabe. Auf rund 200 Seiten Hochglanzpapier berichtet die Zeitschrift über die neuesten Autotrends in dem asiatischen Land, das mit knapp 1,4 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Welt ist. Optisch lehnt sich der Titel dabei stark an die deutsche Ausgabe an, lediglich vereinzelt werde das Produkt dem kulturellen Stil Chinas angepasst, heißt es. Angesichts des Auflagenerfolges will Köckritz den dortigen Markt weiter aufrollen, hält sich hierzu aber mit Einzelheiten bedeckt. „Digitale Formate sind aber nur eine Facette, der Dinge, die wir gerade angehen, darüber hinaus sind wir in Gesprächen zu Kooperationsprojekten. Auto- wie auch überhaupt Luxusmarken zeigen großes Interesse, hier gemeinsam mit uns weiter zu denken. Da gibt es sehr reizvolle Optionen“, betont der ramp-Erfinder.

Das Lizenzgeschäft ist eine wichtige Erlössäule seines mit Christian Gläsel gegründeten Verlags Red Indians Publishing. Seit diesem Sommer erscheinen von ramp und rampstyle zusätzlich internationale Ausgaben in englischer Sprache. Der publizistische Zuwachs hat in der Branche für Aufmerksamkeit gesorgt. Mehrere ausländische Verlage seien an Lizenzen für die Titel interessiert. Köckritz: „Die wollen wir jetzt erst einmal in aller Ruhe bewerten und bearbeiten und dann mal sehen.“ Köckritz ist nicht der einzige Verlag, der China stärker ins Visier nehmen will. Auch die SPD-Medienholding ddvg ist hier tätig. Das Verbrauchermagazin Ökotest ist hier mit einem eigenen Webportal aktiv und veröffentlicht hier regelmäßig Tests von chinesischen Produkten.

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