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Amazon-Boom: Morgan Stanley hält Billionen-Bewertung innerhalb eines Jahres für möglich

Immer reicher: Jeff Bezos kann sich über üppige Gewinne freuen – in der Bilanz und an der Börse
Immer reicher: Jeff Bezos kann sich über üppige Gewinne freuen – in der Bilanz und an der Börse

Der Traumlauf für Amazon an der Wall Street geht weiter. Seit der Internet-Pionier vor zwei Wochen sein Zahlenwerk für das jüngste Quartal vorgelegt hat, kennt die Aktie kein Halten mehr. Auch heute verbesserte der 23 Jahre alte US-Konzern sein Allzeithoch und wird an der Börse nunmehr bereits mit 550 Milliarden Dollar bewertet. Geht es nach Morgan Stanley, dürfte das indes nicht mehr als eine Zwischenstation sein: Die Wall Street-Institution traut Amazon binnen der nächsten 12 Monate zu, die Bewertunsgmarke von 1 Billion Dollar zu knacken.

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Praktisch kein Tag vergeht mehr, dass Amazon große Schlagzeilen produziert. Allein in den vergangenen 24 Stunden ließen zwei Meldungen aufhorchen: Der zweitwertvollste Internetkonzern hat sich für die Rekordsumme von 250 Millionen Dollar die TV-Rechte an der Fantasy-Saga „Herr der Ringe“ gesichert.

Praktisch zeitgleich kursierte die Meldung, dass Amazon über ein zusätzliches Videoangebot neben Amazon Prime nachdenke: Der neue Videodienst soll werbefinanziert und deshalb frei verfügbar sein, heißt es in einem Bericht des Branchenorgans AdAge.

Amazon wächst so rasant wie seit fünf Jahren nicht mehr

Keine Frage: Auch 23 Jahre nach der Gründung macht der Internet-Pionier Tempo, als gäbe es kein Morgen. Die vor zwei Wochen veröffentlichen Quartalszahlen belegten eindrucksvoll Jeff Bezos‘ schier unstillbares Verlangen nach Wachstum: Im September-Quartal konnte der E-Commerce-Riese mit Erlösen von 43, 7 Milliarden Dollar nicht nur erneut die Analystenschätzungen pulverisieren, sondern sich gleichzeitig über ein Umsatzplus von 34 Prozent freuen – den größten Zuwachs seit fünf Jahren.

Nicht nur das Kerngeschäft wächst beständig: Unter der Oberfläche erwachsen neue Unternehmensbereiche zu Milliardenbringern. Amazons Cloudsparte AWS, die in den vergangenen Jahren immer wieder als Wachstumstreiber aufgefallen war, steuerte im letzten Quartal allein 4,58 Milliarden Dollar zu den Gesamterlösen bei und wuchs mit 42 Prozent erneut stärker als die anderen Konzernsparten. Auch die Segmentsparte „andere Umsätze“, die hauptsächlich aus Werbeerlösen besteht, wuchs um 58 Prozent auf über 1,12 Milliarden Dollar.

Morgan Stanley: Amazon könnte Billionen-Bewertung bereits nächstes Jahr knacken
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Entsprechend hat die Amazon-Aktie nach der Vorlage der Quartalsbilanz zu einer regelrechten Kursexplosion angesetzt, die dem nach Alphabet zweitwertvollsten Internetkonzern der Welt an nur einem Handelstag eine Steigerung der Marktkapitalisierung von mehr als 60 Milliarden bescherte – und Jeff Bezos mit einem Nettovermögen von 95 Milliarden Dollar zum reichsten Mann der Welt machte.

Bei Allzeithochs von 1140 Dollar wird Amazon nun schon mit 550 Milliarden Dollar bewertet. Nach Einschätzung von Morgan Stanley dürfte das aktuelle Kursniveau, auf dem der E-Commerce-Gigant bereits der viertwertvollste Konzern der Welt ist, nur eine Durchlaufstation auf dem Weg in noch viel luftigere Höhen sein. Nach Einschätzung der Wall Street-Institution ist Amazon bestens positioniert, binnen der nächsten 12 Monate die magische Bewertungsmarke von 1 Billion Dollar zu knacken, die aktuell bereits Apple ins Visier nimmt.

Die Summe der Teile ist größer als die aktuelle Unternehmensbewertung

Wie Analyst Brian Newark vorrechnet, würde die Wall Street Amazon aktuell in der Gesamtheit weitaus geringer bewerten als die einzelnen Konzernsparten wert seien. So kommt Newark in seiner Analyse allein für das Retail-Geschäft auf einen fairen Wert von 600 Milliarden Dollar. Für die boomende Cloudsparte AWS bewilligt der Morgan Stanley-Analyst bereits 270 Milliarden Dollar.

Für das Kundenbindungsprogramm Prime sieht Newark einen fairen Wert bei 70 Milliarden Dollar, während das anziehende Werbegeschäft bereits auf 55 Milliarden  taxiert wird. Summa summarum kommt Morgan Stanley in seinem optimistischen „Bull Case“-Szenario so auf einen fairen Firmenwert von 995 Milliarden Dollar.

Vorausgesetzt, die Geschäftsdynamik verlangsamt sich nicht in den kommenden Quartalen, hält Analyst Brian Newark ein Erreichen der Billionen-Bewertung, die bei Kursen jenseits der 2000 Dollar-Marke erzielt werden würde, binnen 12 Monaten für möglich. Ob Amazon allerdings Apple beim Rennen um die Billionen Dollar-Bewertung zuvorkommt, erscheint fraglich: Apple ist auch nach den jüngsten Kursverlusten nur noch 14 Prozent von der magischen Marke entfernt.

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