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Rückzug bei Constantin Medien: Großaktionär Dieter Hahn trennt sich von Anteilpaket

Dieter Hahn
Dieter Hahn

Einst hatte der Medienmanager Dieter Hahn große Pläne. Als Aufsichtsratsvorsitzender wollte er den Münchener Sport- und TV-Konzern Constantin Medien übernehmen. Nach seinem Rückzug aus dem Kontrollgremium stieß der Geschäftsmann sukzessive seine Anteile an der Aktiengesellschaft ab. Vergangene Woche nun unterschritt er die meldepflichtige Schwelle von 3 Prozent. Wer die Aktien in den vergangenen Monaten gekauft hat, ist völlig unklar. Die Branche rätselt.

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Es sollte das Ende eines langen Machtkampfes sein. Ende vergangenen Jahres unterbreitete Dieter Hahn als Aufsichtsratsvorsitzender der Constantin Medien AG den Aktionären ein Übernahmeangebot. Zum Kurs von 2,30 Euro wollte die ehemalige rechte Hand des inzwischen verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch den Constantin-Anteilseignern die Aktien abkaufen. Damit wollte Hahn seinen Kontrahenten Bernhard Burgener loswerden, der rund 30 Prozent an Constantin Medien hält. Denn Hahn und der Verwaltungsratschef der Constantin-Tochter Highlight Communications waren sich über die strategische Ausrichtung des Münchener Sport- und TV-Konzerns uneinig. Hahn wollte sich von Firmenteilen – unter anderem von Constantin Film – trennen, Burgener hingegen den Konzern als Ganzes erhalten.

Es kommt jedoch anders. Burgener schmettert das Übernahmeangebot ab und gewinnt wenig später den Machtkampf in dem reichlich verzweigten Firmenkonglomerat. Überraschend zieht sich Hahn aus dem Constantin-Aufsichtsrat zurück. „Ich bin nicht so wichtig, dass unser Unternehmen darüber ernsthaft gefährdet werden darf, und stehe daher für eine Wiederwahl in den Aufsichtsrat nicht mehr zur Verfügung“, erklärte der Geschäftsmann auf der Constantin-Hauptversammlung am 23. August. Damals hielt er, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung vom 31. August hervorgeht, noch ein Aktienpaket, das ihm direkt und indirekt mehr als 22 Prozent der Stimmrechte an der Constantin Medien zusicherte.

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Jetzt hat Hahn auch als Großaktionär seine Macht bei Constantin Medien verloren. Vergangene Woche veräußerte er in mehreren Schritten Constantin-Aktien und verfügt inzwischen nur noch über 2,2 Prozent der Stimmrechte an dem Unternehmen. Damit hat er die wichtige meldepflichtige Schwelle von 3 Prozent unterschritten. Sang und klanglos hat damit ein millionenschweres Anteilpaket in den vergangenen Monaten den Besitzer gewechselt. Wer die Anteile erworben hat, dazu schwiegt sich ein Sprecher von Hahn auf Antrage von MEEDIA aus. In Börsenkreisen brodelt hingegen die Gerüchteküche. Da der Verkauf kursschonend über die Bühne gegangen, gehen Börsenexperte davon aus, dass Hahn das Aktienpaket auf eine Reihe von befreundeten Geschäftsleuten verteilt haben könnte, so die Gerüchte. An der Constantin Medien AG sind aktuell die Highlight Event and Entertainment AG mit 29,76 Prozent, die Baden-Württembergische Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte mit 5,01 Prozent und der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen beteiligt. Der Rest befindet sich im Streubesitz. Der Kurs der Constantin-Aktie war in den vergangenen Wochen nur leicht auf über 2 Euro gestiegen.

Weiterhin unklar ist, ob der Schweizer Großaktionär Bernhard Burgener für Constantin Medien ein Übernahmeangebot abgibt. Der Präsident des Fußballvereins FC Basel hatte dies schon mehrfach angekündigt, doch bislang ist nichts passiert. Zuletzt hieß es, dass die Gesellschaft ein Übernahmeangebot prüfe und beabsichtige hierfür, die Finanzierung sicherzustellen. „Entscheide sind noch keine gefallen, weder zur Frage, ob ein Angebot unterbreitet wird, noch zum allfälligen Preis“, erklärte die Firma Anfang Oktober. Jetzt könnte Bewegung in die Angelegenheit kommen. Am 1. Dezember hat die Highlight Communications eine Generalversammlung einberufen.

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