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Nachdem sie sich über Christian Lindner lustig gemacht hat: Bild ernennt sich selbst zum Verlierer des Tages

Sind mit Bild die Verlierer des Tages: Die Bild-Chefredaktion um Tanit Koch und Julian Reichelt
Sind mit Bild die Verlierer des Tages: Die Bild-Chefredaktion um Tanit Koch und Julian Reichelt

Seit 2001 benennt die Bild-Zeitung täglich einen Gewinner und einen Verlierer des Tages. Am heutigen Montag feiert das Blatt in diesem Format eine besondere Premiere: Erstmals kürt sich Bild selbst zum Verlierer. Der Grund: Das Blatt hatte sich in der vergangenen Woche über FDP-Chef-Christian Lindner lustig gemacht, der Pogrom falsch geschrieben hatte – was Springers Boulevardzeitung allerdings bereits selbst mehrfach passiert ist.

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Bild hatte Lindner vergangenen Freitag zum Nachsitzen aufgefordert, weil er bei Twitter von „Progrom“ statt „Pogrom“ gesprochen hatte. Der FDP-Chef hatte in einem Tweet an die Pogromnacht von 1938 erinnert.

Am Montag legt Bild in eigener Sache nach. Lindner sei nicht der einzige, der Pogrom falsch geschrieben hat. „Bild leider auch. Ziemlich oft sogar“, bekennt die Redaktion. „Bild meint: Wer im Glashaus nachsitzt…“.

Was beziehungsweise wen Bild in seinen paar Zeilen zum Verlierer des Tages nicht erwähnt: das Korrektiv, das auf Bilds Doppelstandard aufmerksam gemacht hatte. Ebenfalls am Freitag erschien beim BildBlog ein kurzer Artikel unter der Zeile „Die Verlierer von Bild„, in dem Autor Moritz Tschermak mehrere Pogrom-Fehler von Bild aufgeführt hatte – einer davon wurde sogar am Donnerstag, als Lindner seinen Tweet abgesetzt hatte, in Bild veröffentlicht.

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Dass sich Bild in seiner (nach Unternehmensangaben) seit 2001  existierenden Kategorie selbst zum Verlierer des Tages ernennt, ist eine Premiere – mit einer kleinen Ausnahme. Im März 2014 druckte das Blatt ein Foto des ehemaligen Chefredakteurs Kai Diekmann in den schwarzen Kasten. Bild hatte zuvor den damals noch amtierenden EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) zum Verlierer des Tages gemacht, weil dieser seine private Twitter- und Facebook-Seite für den Europa-Wahlkampf „missbrauche“, so der Vorwurf. Das war zwar richtig, allerdings habe Diekmann in den sozialen Netzwerken nichts anderes getan und sei „kein Deut besser“.

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