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SZ-Bericht: ProSiebenSat.1 soll Schwierigkeiten haben, einen geeigneten Nachfolger für CEO-Ebeling zu finden

ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling
ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling

Bereits seit einigen Wochen geistert das böse Wort "Krise" durch die Branche, wenn es um ProSiebenSat.1 geht. Bereits mehrfach korrigierten die Münchner ihre Prognose nach unten. Die gestrigen Quartalszahlen sorgten für keinen Stimmungsumschwung und Analystenhäuser wie Kepler Cheuvreux sprechen bereits von “verdüsterte Aussichten”. Im Zentrum der Debatte steht auch CEO Thomas Ebeling. Er hört spätestens 2019 auf und wie die SZ nun berichtet, gestaltet sich die Nachfolger-Suche schwierig.

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Um das Casting eines Nachfolgers für den einst gefeierten Medienmanager kümmert sich der Aufsichtsrat um den ehemaligen SAP-Finanzchef Werner Brandt. Wie die Süddeutsche berichtet, werde der Markt derzeit ausführlich sondiert. Dabei gelte eine interne Lösung als unwahrscheinlich.

Genau solche Formulierungen lassen die Finanzmärkte und die Branche aufhorchen. So schreibt die SZ beispielsweise davon, dass es Ebeling in seiner Amtszeit seit 2009 verpasst habe, einen Nachfolger aufzubauen.

Die aktuelle Bilanz sorgt zudem nicht für eine Entspannung der Situation. So musste die Senderkette gerade erst eine weitere Prognosesenkung kommunizieren.

Zu schaffen machten ProSiebenSat.1 weiterhin Probleme in Teilen des Segments Digital Entertainment, in dem das Unternehmen sein Geld unter anderem mit digitaler Werbung verdient. Im TV-Bereich wurden Produktionen teilweise ins kommende Jahr verschoben. Zudem steigen die Programmkosten stärker.

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Im dritten Quartal legten die Umsätze von ProSiebenSat.1 um 3 Prozent auf 883 Millionen Euro zu, was die Erwartungen der Analysten leicht übertraf. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 99 Millionen Euro und damit eine Million mehr als ein Jahr zuvor.

Die Folge der leicht unübersichtlichen Gesamtsituation ist unter anderem, dass die Investoren und Analysten derzeit nicht gerade begeistert sind. So spricht Analysehaus Kepler Cheuvreux davon, dass die Papiere der Münchner wegen “verdüsterter Aussichten für das Digitalgeschäft” des Medienkonzerns nicht mehr so attraktiv seien. Die Experten deuteten zudem an, dass es auf dem Kapitalmarkttag des Medienkonzerns am 6. Dezember weitere schlechte Nachrichten geben könnte. Eine Erholung könnte sich erst mit dem Dienstantritt des neuen Vorstandschefs im Jahr 2019 einstellen, erwartet der Analyst Conor O’Shea.

Möglicherweise müssen die Banker gar nicht mehr bis 2019 warten. Wie die Süddeutsche Zeitung zudem berichtet, rechnen bereits einige damit, dass Ebeling früher aussteigen könnte. Möglicher Abschiedstermin: die Jahres-Hauptversammlung im Mai 2018.

Mit Material von dpa

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