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Trump-Regierung interveniert bei Time-Warner-Übernahme und fordert Verkauf von CNN – AT&T lehnt ab

CEO von Time Warner: Jeff Bewkes
CEO von Time Warner: Jeff Bewkes

Die vor über einem Jahr angekündigte Übernahme von Time Warner durch AT&T zieht sich wie Kaugummi – nun könnte sie sogar doch noch scheitern. Wie die Financial Times berichtet, fordert das US-Justizministerium als Bedingung für die Akquisition, dass sich das fusionierte Unternehmen von CNN oder dem Fernsehsatellitenbetreiber DirecTV trennt. Einen Verkauf von CNN schließt AT&T-CEO Stephenson indes aus. Die Aktie von Time Warner bricht ein.

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Exakt ein Jahr ist die historische Wahlnacht her: In einer sensationellen Wende auf den letzten Metern sicherte sich Donald Trump die US-Präsidentschaft. Seitdem ist buchstäblich kaum mehr etwas wie zuvor – auch die größten amerikanischen Medienkonzerne bekamen das schnell zu spüren.

Immer wieder titulierte Trump die New York Times oder CNN als „Fake News“-Medien und provozierte auf Twitter mit fragwürdigen Gifs und Reweets. Nun jedoch folgen Taten, die die Zukunftsaussichten des beliebten Nachrichtensenders tatsächlich eintrüben könnten.

CNN-Verkauf soll Bedingung für Time Warner-Übernahme sein

Ursprünglich sollte CNN, als Teil von Turner Broadcasting, das wiederum zu Time Warner gehört, in der größten Übernahme der Medienindustrie seit Jahren an AT&T verkauft werden. Der 85 Milliarden Dollar schwere Deal wurde Ende Oktober angekündigt, stieß jedoch bereits seinerzeit wegen kartellrechtlicher Bedenken auf Skepsis.

Mehr als ein Jahr später interveniert nun jedoch offenbar das US-Justizministerium. Wie die Financial Times berichtet, habe das US-Justizminusterium das OK für die Übernahme an die Bedingung geknüpft, dass sich der fusionierte Telekom-Medien-Gigant von seinem Filetstück CNN trennen werde.

AT&T-CEO: CNN-Verkauf kommt nicht in Frage
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Die New York Times und CNN selbst berichteten wenig später, dass das US-Justizministerium als Verkaufsoptionen entweder die Turner Broadcasting-Gruppe mit CNN oder den Fernsehsatellitenbetreiber DirecTV in Betracht zögen. Ein Verkauf von CNN kommt für AT&T selbst offenbar nicht in Frage, wie CEO Randall Stephenson klarstellte.

Die Folge: Die sich seit über einem Jahr in der Schwebe befindende Übernahme von Time Warner durch AT&T erscheint ungewisser denn je. An der Wall Street brachen die Aktien von Time Warner nach den Presseberichten  um fast 7 Prozent ein.

Auf Kartellrecht spezialisierte Anwälte erklärten gegenüber CNBC unterdessen, sie würden keine Grundlage für die Verkaufsforderung des US-Justizministerium finden. Von Branchenexperten wird die Forderung eines CNN-Verkaufs als bewusste Intervention der Trump-Administration bewertet, um den 36 Jahre alten US-Nachrichtensender zu schwächen.

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