Anzeige

Lichtblick bei Vermarktung, struktureller Auflagenrückgang bleibt: Springer will an Bild und Welt eisern festhalten

Kommt beim Ausbau des Digital-Geschäfts voran: Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner
Kommt beim Ausbau des Digital-Geschäfts voran: Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Der Berliner Springer-Konzern leidet im Printbereich unverändert an strukturellen Auflagenrückgängen. Dennoch will Konzernchef Mathias Döpfner weiterhin an den publizistischen Flaggschiffen Bild und Welt festhalten. Hoffnung gebe die Bild-Zeitung bei der Vermarktung. Erstmals seit vielen Jahren wieder konnte die Boulevard-Zeitung ihre Werbeerlöse steigern.

Anzeige
Anzeige

Springer-Chef Mathias Döpfner will trotz der strukturellen Auflagenrückgänge bei der Bild- und Welt-Gruppe weiterhin an Print festhalten. „Auflagen gehen einfach zurück. Deswegen wäre es unvernünftig, sich hier mit verzweifelten Versuchen gegen diese Schwerkraft der Printauflagen zur Wehr zu setzen“, erklärte der Vorstandschef anläßlich der Präsentation der Zahlen für das 3. Quartal. Eine Trendwende bei der Auflagenentwicklung sehe er nicht.

Damit weist der Konzernchef Gerüchte zurück, dass sich der Medienkonzern durch die Aufspaltung der nationalen Bezahlangebote in zwei Verlagsbereiche Print und Digital vom Gedruckten verabschiede und sich von Bild trennt. „Wir sind journalistisch wie wirtschaftlich mit Bild und Welt so zufrieden wie lange nicht mehr“, betonte der Firmenchef. Erstmals seit vielen Jahren würden die Werbeerlöse von Bild-Print im 3. Quartal diesen Jahres gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal liegen. Die nationalen Werbeerlöse im Segment News Media kletterten in den ersten neun Monaten diesen Jahres um 2,5 Prozent auf 311,6 Millionen Euro. Auch die Berufung von Julian Reichelt als Vorsitzenden der Bild-Chefredaktionen und damit als redaktionellen Gesamtverantwortlichen der Marke Bild im Februar diesen Jahres wertet der Medienmanager positiv. Hiervon hätten Bild Print und Digital profitiert, heißt.

Anzeige

Dennoch achtet Axel Springer weiter auf strikte Kostendisziplin. So könne es im nationalen Verlagsgeschäft zu einem Personalabbau kommen. Betroffen hiervon sei aber lediglich der Management-Bereich, nicht die Redaktionen. Harte Zahlen zu möglichen Stellenstreichungen könne der Vorstand aktuell nicht liefern, erklärt Finanzchef Julian Deutz. Der Grund: das Unternehmen verhandele hierüber aktuell mit dem Betriebsrat. Zum Hintergrund: Der Konzernbetriebsrat befürchtet einen Personalabbau im „dreistelligen Bereich“. Springer hatte im September angekündigt, die Verlagsstruktur ihrer Medienmarken sowie der Vermarktungs- und Vertriebseinheiten neu auszurichten. Die Berliner bauen für den deutschen Markt zwei separate Verlagsbereiche Print und Digital auf, denen die jeweiligen Marken und Teams zugeordnet werden. Damit wolle das Unternehmen bestehende Doppelstrukturen auflösen, die in der bisherigen Organisationsform bestanden hätten.

Offen ließ der Springer-Vorstand, wann er mit der Awin AG an die Börse gehen will. Derzeit konzentriere sich das Management darauf, die beiden Gesellschaften Awin und affilinet zusammenzuführen, um ein gemeinsames Affiliate-Netzwerk zu erreichten. Erst wenn die Integration beider Firmen abgeschlossen sei, werde man über eine Aktienplatzierung nachdenken. An der Awin-Gruppe ist Springer mit 80 Prozent beteiligt, die restlichen Anteile hält United Internet. Kein Interesse haben die Berliner mehr an einer Übernahme der Constantin Medien AG. Hierüber würde man keine Gespräche mehr führen. Dank gut laufender Digitalgeschäfte konnte Springer die Erlöse von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent auf 859,7 Millionen Euro steigern. Deutlich nachgegeben hat in diesem Berichtszeitraum hingegen der Konzernüberschuss. Er halbierte sich auf 46,4 Millionen, im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 90,2 Millionen Euro. Der Kurs der Springer-Aktie gab um knapp 0,8 Prozent auf 60 Euro nach.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige