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“Vorwurf einer pauschalen Diskriminierung nicht plausibel”: Fernet Branca und Pilot kontern Kritik an “Life is bitter”-Kampagne

Life is bitter: Früher hatte Fernet Branca „magische Kräfte“, jetzt verärgert er Werber
Life is bitter: Früher hatte Fernet Branca "magische Kräfte", jetzt verärgert er Werber

Am Wochenende sammelte sich Kritik an der neuen Fernet Branca-Kampagne von Pilot. So soll sie unter anderen den Berufsstand der Werber diskriminieren. Jetzt äußern sich die Agentur und der Kräuterschnaps-Produzent zu den Vorwürfen.

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So lässt sich der Pilot-CCO Wolf Ehrhardt, gegenüber MEEDIA mit den Worten zitieren: “Die von Pilot umgesetzte ‚Life is bitter‘-Kampagne für Fernet-Branca hat innerhalb kürzester Zeit für überraschend starke Reaktionen im Social Web gesorgt. Als verantwortliche Agentur freuen wir uns über den starken Buzz – schließlich ist die Kampagne resonanzgetrieben und will mit einem humorvollen und kreativen Augenzwinkern durchaus auch provozieren.”

Genau das mit den Provozieren klappte hervorragend. Dafür sorgte alleine schon die Kombination aus dem Text und der Plakatpositionierung. Denn die Hamburger Agentur hängte ein Poster in Hamburg Ottensenen auf. Text: „Früher gab es hier ehrliche Arbeiter. Jetzt gibt es Werber”.

Genau in diesem Viertel kam es im vergangenen Jahr zu erheblichen Protesten, weil der globale Agenturriese WPP gegen einigen Widerstand seine neue Konzernzentrale genau in Ottensen baute. Für den Jung von Matt-Sports-Chef Raphael Brinkert ist die Platzierung des Plakates deshalb “schlichtweg eine Frechheit”, wie er bei Facebook schreibt.

Grundsätzlich ärgert ihn:

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Wenn jedoch die Macher der deutschen (Media-)Agentur gezielt Werbeplakate aufhängen um die Berufsgruppe Werber zu diskriminieren, ist dies nicht nur dumm und dreist, sondern auch indiskutabel und unnötig. Das erste Mal habe ich eine Beschwerde an den deutschen Werberat gesendet.

Sollte die Beschwerde als begründet erachtet werden, will die Fernet Branca-Mutter Borco dazu Stellung beziehen. Bis dahin erklärt die Geschäftsführerin Tina Ingwersen-Matthiesen, dass es in der Natur der „Life is bitter“-Kampagne liege, Menschen zum Schmunzeln zu bringen und auch an der einen oder anderen Stelle anzuecken: “Dies passiert stets mit einer gehörigen Portion Selbstironie, schließlich stellt die Kampagne mit dem Claim „Life is bitter“ nicht nur die Bitterkeit bestimmter Situationen, sondern auch die Bitterkeit des Produkts selbst in den Vordergrund.”

Weiter sagte sie: „Hinsichtlich des konkreten Plakatmotivs in Ottensen”, dass es offenkundig sei, “dass der Autor selbst Teil der Werbelandschaft ist und sich somit augenzwinkernd mit seinem eigenen Berufsstand auseinandersetzt – was wiederum exakt der Mechanik der Kampagne entspricht.“

Ihr Statement endet mit dem Hinweis: “Für erwähnenswert halten wir an dieser Stelle auch, dass nur wenige hundert Meter entfernt ein Billboard mit der Copy ‚In Hamburg arbeiten die besten Werbetexter Deutschlands – und ich. Life is bitter‘ hängt. Insofern ist der Vorwurf einer pauschalen Diskriminierung der Branche für uns nicht plausibel.”

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Alle Kommentare

  1. „Früher gab es hier ehrliche Arbeiter. Jetzt gibt es System-Journalisten”.
    „Früher gab es hier ehrliche Arbeiter. Jetzt gibt es System-Politiker”.
    „Früher gab es hier ehrliche Arbeiter. Jetzt gibt es Aufstocker”.
    „Früher gab es hier ehrliche Arbeiter. Jetzt gibt es Amazon”.

    Denen werden die Ideen so schnell nicht ausgehen!

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