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Paradise Papers: Süddeutsche Zeitung mit neuem Enthüllungs-Scoop – frühe Investments in Facebook und Twitter mit Geld aus dem Kreml finanziert

Neue Enthüllungen aus 13,4 Millionen Dokumenten: die Paradise Papers / Screenshot: Süddeutsche Zeitung / Facebook
Neue Enthüllungen aus 13,4 Millionen Dokumenten: die Paradise Papers / Screenshot: Süddeutsche Zeitung / Facebook

Auf die Panama Papers folgen die Paradise Papers: Die Süddeutsche Zeitung hat am Sonntagabend Erkenntnisse aus einem neuen Datenleck veröffentlicht, die bislang unbekannte Geschäftsbeziehungen von Prominenten als auch amerikanischen Tech-Unternehmen enthüllen. Die heiße Spur von geleakten Dokumenten aus zwei Anwaltskanzleien führen diesmal mehrfach nach Russland: Enthüllt wird in den Paradise Papers u.a., dass die millionenschweren Investments des Star-Investors Juri Milner in Facebook und Twitter vom Kreml mitfinanziert wurden.

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Ein neues Datenleck sorgt für Aufregung:  Rund eineinhalb Jahre nach den Enthüllungen der Panama Papers hat die Süddeutsche Zeitung nun mit den sogenannten „Paradise Papers“ nachgelegt. Wie die SZ schreibt, basieren die Veröffentlichungen „auf 1,4 Terabyte interner Daten zweier Finanzdienstleister sowie den Unternehmensregistern von 19 Steueroasen“, die den Münchnern zugespielt wurden.

Wie bei den Panama Papers hat die SZ das Datenleak mit dem Recherche-Netzwerk  International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) geteilt; am Ende sollen 400 Journalisten von 90 Medien (u.a. auch die BBC, New York Times, The Guardian) aus 67 Ländern an der Recherche und Auswertung der 13,4 Millionen Dokumente in einem Zeitraum von rund einem Jahr mitgearbeitet haben – darunter auch Reporter des NDR und WDR.

Apple suchte nach neuen Steueroasen

Um das geht es: Im Zentrum der Paradise Papers stehen Dokumente zweier Anwaltskanzleien – einer auf den Bermudas und einer Singapore –, die fragwürdige Geschäftspraktiken und -beziehungen von Politikern, Prominenten und multinationalen Konzernen in Steueroasen enthüllen.

So ist u.a. zu lesen, dass US-Handelsminister Wilbur Ross von einer Firma profitiere, die mit der Familie von Kreml-Chef Putin verbunden sei. Auch über Apple, Facebook und Nike gibt es Enthüllungen, die die US-Großkonzerne in keinem guten Licht erscheinen lassen.

„Die Dokumente belegen, dass Konzerne wie Nike, Apple, Uber oder Facebook ihre Steuern auf lächerlich geringe Sätze schrumpfen lassen, sie offenbaren Anlagen der britischen Königin, des Rockstars Bono, oder von Stephen Bronfman, dem Spendensammler des kanadischen Premiers Justin Trudeau, in Steueroasen“, berichtet die SZ. So sollen E-Mails enthüllen, wie Apple nach neuen Steueroasen gesucht habe.

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Follow the Money: Russland-Investments in Facebook und Twitter führen zum Kreml

Besonders interessant sind die Enthüllungen der Paradise Papers zu den zuletzt stark in die Kritik geratenen US-Social Media-Pionieren Facebook und Twitter. Dass der russische Star-Investor Juri Milner über seine Beteiligungsgesellschaft rechtzeitig in Facebook und Twitter investierte, ist keine Neuigkeit: 2009 sicherte sich Digital Sky Technologies (heute:  Digital Sky Global) bekanntermaßen für 200 Millionen Dollar knapp 2 Prozent am damals aufstrebenden Social Network, 2011 investierte DST sogar knapp 400 Millionen Dollar in Twitter.

Neu ist unterdessen, woher das Geld stammt: „Der Ankauf der Aktien des Kurznachrichtendienstes Twitter wurde demnach von der russischen Staatsbank VTB mitfinanziert, das Investment bei Facebook von der Gazprom Investholding“, berichtet die SZ.

Geschäftsbeziehung von russischem Facebook-Investor Milner zu Trump-Schwiegersohn Kushner

Heute besitzt Milner keine Facebook – und Twitter-Aktien mehr. Milner spielte eine Verbindung zum Kreml unterdessen herunter: „Wir haben Geld bekommen und es in Twitter und Facebook investiert. Wir haben Geld für unsere ausgewählten Partner gemacht und ihnen das Geld zurückgegeben. Für mich ist das Geschäftsbeziehung“, erklärte Milner gegenüber der New York Times.

Bekannt ist dafür eine andere Geschäftsbeziehung: Milner investierte auch in ein Immobilien-Start-up, das teilweise einer prominenten Figur der US-Regierung gehört: Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, bekanntermaßen Berater des US-Präsidenten.

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