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Attila Hildmann verliert Steak-Wette – und fordert, dass Journalisten ein Kalb töten

Atilla Hildmann freut sich über Aufmerksamkeit für den Tierschutz
Atilla Hildmann freut sich über Aufmerksamkeit für den Tierschutz

Nach seinem medienwirksamen Wutausbruch wegen einer Tagesspiegel-Kritik, lud Promi-Koch Attila Hildmann gestern etliche Journalisten in sein neues Berliner Restaurant ein, damit sie sich selbst ein Bild von seinem Vegan-Food machen können. Er versprach: "Sollte die Mehrheit der Journalisten meine Burger schlechter finden als Burger mit Fleisch, werde ich live vor den Kameras ein Steak essen!“ Was folgte, war ein PR-Showdown mit Kälbchen.

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In der vergangenen Woche hatte Susanne Kippenberger vom Tagesspiegel eine vernichtende Kritik über das Schnellimbiss-Restaurant von Attila Hildmann geschrieben. Der vegane Koch und TV-Promi hatte sich darüber lautstark und medienwirksam bei Facebook geärgert. „Ich freue mich, dass ich Sie nicht erkannt habe, sonst hätte ich Ihnen meine Pommes in Ihre Wannabe-Journalistinnen-Visage gestopft und mit Liebe ihr dreckiges Geld zurückgegeben“, schrieb er und erteilte dem Tagesspiegel kurzerhand Hausverbot.

Nach einem massiven Mediencho auf sein erstes Wut-Posting legte der 36-jährige Vegan-Koch noch einmal nach und und zog das Hausverbot für den Tagesspiegel und „Frau Kippenberger“ nicht nur zurück, sondern lud Journalisten in der kommenden Woche ein, „sich selbst ein Bild von meinen veganen Bio-Burgern und meiner angeblich nach Öl stinkenden Frittenbude zu machen (natürlich kostenlos!)“. Dabei versprach er, vor laufenden Kameras ein Steak zu essen, sollten die anwesenden Journalisten seine Burger schlechter finden als Burger mit Fleisch.

Es wurden Süßkartoffel-Pommes und Burger mit Kichererbsen-Frikadelle serviert. Einige Journalisten machten mit. Ein „Burger in Verkleidung eines Falafels“ oder „Die Mayo habe ich mir schlimmer vorgestellt“, lauteten die Kommentare. Hildmann verkündete das Ergebnis der Abstimmung: gute Noten, aber die Mehrheit bevorzugt die Fleischvariante. Also müsste er ein Steak essen.

Doch das machte Hildmann nicht. Er parkte seinen Porsche um, ein Anhänger fuhr vor, darin eine Ziege und ein Kälbchen. Das müsse getötet werden, damit er ein Steak esse, forderte Hildmann mit dem Messer in der Hand. „Wer bringt das Tier um?“ Das machte natürlich keiner. Ende des Pressetermins.

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Bei Facebook feiert sich der Vegan-Star für seine Aktion: „Ich hoffe, dass die ganze Aufmerksamkeit, die mir heute geschenkt wurde, dazu führt, dass die Menschen (…) sich mehr darauf konzentrieren, warum ich das tue, was ich tue!“, schreibt er. Es sei ihm von Anfang an darum gegangen, „aktiven Tierschutz“ zu betreiben. Selbst an Susanne Kippenberger richtet Attila Hildmann versöhnliche Worte: „Besonderer Dank gebührt Frau Kippenberger, denn ohne ihre Rezension und meine Antwort wäre diese Aktion heute nicht möglich gewesen.“

Aufmerksamkeit für sein Restaurant ist ihm zumindest sicher. „Letztlich ist das eine findige und amüsante Strategie der Wut-PR“, sagt Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands. Ist es erlaubt, Medien so unschön anzugehen? „Wer sich ins Licht der Öffentlichkeit begibt, muss das aushalten.“ Die rote Linie zieht Überall bei ernster Bedrohung. Die sieht er in Hildmanns Kommentaren nicht. Ihm war der Koch vorher kein Begriff: „Wer kannte vorher diesen Laden?“ Die Werbung hat also funktioniert.

Mit Material der dpa.

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