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Facebook testet Abo-Modell bei Instant Articles – aber Apple blockt das Vorhaben auf dem iPhone ab, weil Einigung über Umsatzbeteiligung scheitert

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Interessenskonflikt von zwei Tech- und Internet-Titanen: Facebook startet wie angekündigt im Oktober Tests für bezahlte Abos innerhalb von Instant Articles, hat dabei allerdings die Rechnung ohne Apple gemacht. Auf dem iPhone werden Facebook-Nutzer davon nämlich nichts mitbekommen. Der Grund: Weil Facebook Apple die obligatorische Umsatzbeteiligung von 30 Prozent verweigert, blockt der Techpionier aus Cupertino das Vorhaben des Social Networks ab. Verlage können daher vorerst nur auf Android auf neue Abonnenten durch Instant Articles hoffen.

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Es ist so weit: Wie für Oktober erwartet, hat Facebook heute den Start der Testphase für das Abo-Modell in seinem mobilen Artikelformat Instant Articles in den USA und Europa angekündigt, an dem zahlreiche renommierte Verlage teilnehmen. Namentlich sind es: Bild, Der Spiegel, The Boston Globe, The Economist, Hearst (The Houston Chronicle und The San Francisco Chronicle), La Repubblica, Le Parisien,  The Telegraph, Tronc (The Baltimore Sun, The Los Angeles Times und The San Diego Union Tribune) und The Washington Post.

Wie erwartet können Verlage bei Instant Articles zwei Abo-Varianten anbieten: ein Metered Model, bei dem zehn Artikel gratis sind und danach eine Paywall greift, oder ein Freemium Model. Die Entscheidung, welche Artikel hinter der Paywall liegen, trifft der Verlag. Wenn ein Leser über Instant Articles ein Abonnement abschließen möchte, erfolgt die Transaktion über die Website des Anbieters. „Dieser wird die Zahlung direkt abwickeln und behält 100 Prozent des Umsatzes“, stellt Facebook heraus.

Keine Einigung über Abo-Modell über Instant Articles auf iOS-Geräten

Das gilt jedoch nur für Facebook-Nutzer auf Android-Geräten. Die Hoffnung der Verlagsbranche, über Instant Articles auch auf iPhone und iPad neue Abonnenten zu gewinnen, haben sich nämlich vorerst zerschlagen. Wie das Techportal  re/code berichtet, konnten sich Apple und Facebook nämlich nicht auf eine Umsatzbeteiligung einigen.

Seit Beginn des App Stores 2008 verlangt Apple von jedem App-Anbieter, der über Apples mobile Plattform iOS mit einer App Umsätze erzielt, eine Beteiligung von 30 Prozent. Die Regelung, der sich auch Tech- und Internet-Giganten wie Microsoft mit seiner Office-Software oder Netflix mit seinem Streaming-Dienst unterwerfen, wurde im vergangenen Jahr bei einem Abo-Modell auf die ersten 12 Monate angepasst. Ab dem zweiten Jahr reduziert sich Apples Umsatzbeteiligung auf 15 Prozent.

Das weltgrößte Social Network konnte sich indes selbst damit nicht anfreunden und wollte die durch Abo-Abschlüsse erzielten Erlöse komplett an Verlage weiterreichen, wie Mark Zuckerberg es selbst in einem Post Ende August angekündigt hatte.

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Facebook kündigte ferner an, „weiterhin“ in Instant Articles zu investieren, „da sich gezeigt hat, dass die Menschen diese sich schneller ladende mobile Leseerfahrung bevorzugen – und dies wiederum für Herausgeber und Medien mehr Traffic und mehr Interaktion bedeutet.“

Instant Articles bleiben umstritten

Seitens der Verlage fiel das Echo auf Facebooks 2015 eingeführtes Artikelformat indes bisher weitaus weniger euphorisch aus. Bislang sind Instant Articles tatsächlich vor allem für Facebook ein Gewinn, machen die schnell ladenden Seiten mit Medien-Inhalten das Social Network doch attraktiver.

Die Inhalte-Produzenten sehen dagegen relativ geringere Werbeerlöse, während ihre Marken-Sichtbarkeit gleichzeitig abnimmt. Große Medien wie die New York Times und der britische Guardian haben sich daher schon wieder von Instant Articles zurückgezogen. Hierzulande hat sich Springers Welt.de von Instant Articles verabschiedet.

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