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Marketing-Guru Scott Galloway: Apple, Google, Facebook und Amazon werden die nächsten 50 Jahre nicht überleben

Immer für eine steile These gut: Marketing-Guru Scott Galloway beim DLD in München
Immer für eine steile These gut: Marketing-Guru Scott Galloway beim DLD in München Foto: dpa

Es ist eine der meistdiskutierten Fragen der Wall Street: Welches Technologie- oder Internet-Unternehmen knackt als erstes die magische Bewertungsgrenze von einer Billion Dollar – Apple, Google, Facebook oder Amazon? Marketing-Professor Scott Galloway hat über die "Großen Vier" ein Buch geschrieben, das genauso heißt. Galloway entwirft darin allerdings langfristig ein apokalyptisches Szenario: Das nächste halbe Jahrhundert dürften die Stars der Digitalwirtschaft nicht überleben, mutmaßt der NYU-Professor.

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Scott Galloway lebt blendend davon, auf Konferenzen auf Hochglanzfolien mit Buzzwords und Zahlen zu den vier Zugpferden der Internetwirtschaft umherzuwerfen – und seinen Zuhörern das gute Gefühl eines zitierfähigen Tweets mit auf den Weg zu geben.

Nun hat Galloway seine Konferenzweisheiten samt Folien auch noch in einem Buch veredelt, das in den USA in diesen Tagen auf den Markt gekommen ist (in Deutschland ist es ab Mitte November so weit). „The Four“ heißt es – ein Synonym für das digitale Viergestirn aus Apple-Google-Facebook-Amazon.

Galloway: „Apple ist der neue Sex“

Galloway wäre nicht einer der bestverdienenden Professoren der Welt, wenn er nicht eine griffige These mit einem passenden Synonym verbreiten würde – wie etwa die, dass Apple als Symbol mit Sex zu vergleichen wäre, Google mit Gott und Facebook mit Liebe. (Bei Amazon scheint die Sache für Galloway nicht ganz so klar zu sein.)

Womit der Marketing-Mann wieder in seinem Element wäre: denn zum Buch ist eine PR-Tour fällig. Gegenüber dem zum Dow Jones Verlag (Wall Street Journal) gehörenden Finanzportal Marketwatch gab Galloway erneut einige bemerkenswerte Thesen zum Besten.

So sehr Apple, Google, Facebook und Amazon aktuell nicht aus dem modernen Leben und der Spitze der Wall Street wegzudenken sind, so wenig unsterblich sind die vier Tech- und Internet-Giganten doch nach Einschätzung von Galloway.

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„Apple, Google, Facebook und Amazon sehe ich in unserer Lebenszeit sterben“

„Ein Kind, das heute geboren wird, wird alle Firmen (Apple, Google, Facebook und Amazon) überleben“, erklärt Galloway. „Werden sie mächtiger und mächtiger? Ja. Sehe ich sie trotzdem in unserer Lebenszeit sterben? Ja“, bescheinigt der New Yorker den wertvollsten Konzernen dieser Tage eine begrenzte Lebensdauer.

Als mathematische Untermauerung führt Galloway einen Vergleich zum Lebenszyklus früherer Erfolgsunternehmen an. „Von den 100 größten Firmen vor 100 Jahren haben bis heute nur 11 überlebt“, rechnet der NYU-Professor vor.

Amazon am besten aufgestellt

Von den vier Tech- und Internet-Schwergewichten hält Galloway Amazon unterdessen für am besten für die Zukunft aufgestellt und gibt Jeff Bezos‘ Unternehmen nicht nur die besten Chancen, als erstes Unternehmen die Bewertungsgrenze von einer Billion Dollar zu knacken (obwohl es Apple aktuell bereits auf 825 Milliarden Dollar bringt), sondern auch Google, Facebook und Apple zu überleben.

Aktuell sind die „Großen Vier“ zumindest quietschlebendig und bringen es zusammen auf einen addierten Börsenwert von mehr als 2,5 Billionen Dollar.

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