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„Attacke zu frontal“: JvM-Chef Thomas Strerath kritisiert Julia Jäkels Forderung nach Fair Share für Qualitätsmedien

Thomas Strerath, Chef der Kreativagentur Jung von Matt, ist kein Freund des Content Marketings
Thomas Strerath, Chef der Kreativagentur Jung von Matt, ist kein Freund des Content Marketings © Johannes Arlt für Handelsblatt

Anfang September appellierte G+J-Chefin Julia Jäkel an die Werbung treibende Industrie, ihre Media-Etats mit bedacht einzusetzen und damit Qualitätsmedien zu fördern. In Verlegerkreisen fand der Vorstoß Unterstützung. Die Agenturen hingegen sahen Jäkels Aktionismus bedenklich. Im Interview mit dem Handelsblatt kritisiert ihn nun auch Jung von Matt Chef Thomas Strerath.

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Dabei stört sich der CEO der renommierten Werbeagentur nicht am Inhalt von Jäkels Aussagen, sondern vor allem an der Art und Weise, wie die Medienmanagerin ihren Vorstoß verpackt hat. „Ich finde es immer schwierig, wenn eine Position vertreten wird, die so deutlich mit einem wirtschaftlichen Eigeninteresse verbunden ist“, so Strerath gegenüber dem Handelsblatt. Für seinen Geschmack sei die „Attacke“ zu „frontal“ gewesen. Inhaltlich ist der Kreativ-Werber gar nicht so weit von der Gruner-Chefin entfernt. „Es gibt ja ohne Zweifel eine Renaissance klassischer Medienmarken wie der von Frau Jäkel“. so Strerath weiter. „Und die Kleinteiligkeit, Fragmentierung und Segmentierung der Werbung, die mit der Digitalisierung einher geht, ist tatsächlich nicht der alleinige Weg, wie erfolgreiche Markenführung funktioniert.“ Auch deshalb glaubt der JvM-Chef, dass die Wirtschaft der Forderung von Jäkel nachkommen werde. „Die mangelnde Glaubwürdigkeit und die fehlende Markensicherheit im Netz sind für alle Akteure mittlerweile große Themen.“

Wer Strerath verfolgt, weiß, dass diese Feststellung für den JvM-Chef eine weitere Folge haben muss: die Abkehr vom Trend des Content Marketings. So erklärt Strerath auch gegenüber den Handelsblatt-Journalisten: „Es gibt schon heute mehr Inhalte, als die Menschen jemals konsumieren könnten.“ 60 Prozent des erstellten Contents von Marken würde bei Facebook, einer der größten Distributionsplattformen, untergehen. Dass Unternehmen mit eigens erstellten redaktionellen Inhalten nicht erfolgreich sein können, propagiert Strerath, der mit Jung von Matt der Deutschlands zweitgrößter Agentur für Kreativwerbung vorsitzt, bereits seit einiger Zeit. In einem Gastbeitrag der W&V kritisierte er den Trend bereits als „Content-Lüge„, jüngst wiederholte er seine Kritik in einem Streitgespräch.

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Mit Blick auf die sozialen Medien kritisierte der JvM-Chef weiter die von ihnen erhobenen „Zollgebühren“ für die Ausstrahlung des Contents. „Wenn die Unternehmen trotzdem wollen, dass wir auf ihre Inhalte aufmerksam werden, müssen sie dafür zahlen. So wie sie schon immer dafür bezahlt haben, dass ihre Werbung neben redaktionellen Inhalten steht“, so Strerath. „Ich warne vor einem naiven Umgang mit dieser Marktmacht. Unsere Kunden sollen zumindest wieder verstehen lernen, was eine Marke überhaupt ausmacht.“

 

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