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Frank Behrendts „Winnetou-Strategie“: „Der kleinste Stamm, den du anführen kannst, bist Du selbst“

Howgh! Frank Behrendt erklärt in seinem neuen Buch „Die Winnetou-Strategie“
Howgh! Frank Behrendt erklärt in seinem neuen Buch "Die Winnetou-Strategie"

Seit dem Erfolg seines Buch "Liebe Dein Leben und nicht Deinen Job" gilt der PR-Mann Frank Behrendt als "Guru der Gelassenheit". Aktuell arbeitet er bei Serviceplan PR als Co-Geschäftsführer. In seinem neuen Buch "Die Winnetou-Strategie" kombiniert Behrendt Lebens-Tipps mit seiner Leidenschaft für Winnetou-Schöpfer Karl May. Für MEEDIA sprach Behrendts PR-Kollege und langjähriger Wegbegleiter Hasso Mansfeld mit ihm über das neue Buch und die Weisheiten des großen Apachen.

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Hasso Mansfeld (HM): Ich zitiere mal aus Winnetou II: „Bilder, bei deren Anblick sich das Menschenherz empört, soll man weder mit dem Pinsel noch mit der Feder malen.“ Könnte von Dir sein. Du beschäftigst Dich lieber mit den positiven Seiten des Lebens.

Frank Behrendt (FB): Das stimmt. Das heißt aber nicht, dass ich die Augen vor allem verschließe, was unerfreuliches in der Welt passiert. Aber mein Vater, ein wahrlich großer Häuptling, hat mich früh gelehrt, immer auch das Positive zu sehen und am Ende eine Summe zu ziehen: Und da überwiegt für mich immer das Erfreuliche in unserer Welt. Und das betone ich oft gerne, um auch anderen Mut zu machen, die zweifeln.

HM: Dann sag mal: was können wir von Winnetou lernen?

FB: Winnetou ist ja eine fiktionale Figur, steht aber symbolisch für viele Häuptlinge – auch reale – die klare Werte verkörpern. Einer von ihnen, der mich fasziniert, ist Tecumseh. Was er damals vor 200 Jahren gesagt hat, ist heute noch großartig. Die Weisheit, die in seinen Worten steckt, würde man dem amerikanischen Präsidenten wünschen.

HM: Morgens aufstehen und der Sonne danken. Auch ein Teil der Winnetou-Strategie?

FB: Auf jeden Fall. Tecumseh hat gesagt: „Wenn  du am Morgen aufstehst, bedanke dich für das Licht, dein Leben, für deine Stärke. Bedanke dich für die Nahrung und die Freuden des Lebens. Falls du keinen Grund siehst, dich zu bedanken, liegt der Fehler in dir.“ Das finde ich herausragend. Daher sage ich jeden Tag Danke für dieses Leben, denn Life is Great!

HM: Hört sich ja fast an, als hättest Du Dein berufliches Leben geschenkt bekommen. Gab es keine Phase in Deiner Karriere wo Du Dich regelrecht durchbeißen musstest. Aus meinen ersten beiden Jobs wollte man mich jeweils schon nach zwei Monaten rausschmeißen…

FB: Hab ich vom Beruf gesprochen? Das Leben besteht aus mehr als dem Job – zumindest für mich. Der Titel meines ersten Buches ist von mir nicht ohne Grund gewählt worden. Aber natürlich musste auch ich mich durchbeißen, in jedem einzelnen Job. Früher habe ich das noch verbissen getan, heute mit mehr Gelassenheit. Und siehe da, man kommt damit auch zum Ziel.

HM:Gab es einen Auslöser der Veränderung von der Verbissenheit zur Gelassenheit?

FB: Ja den gab es. Ich habe früher den falschen Fokus gesetzt und alles meinem Job untergeordnet. Ich habe meine erste Ehe auf dem Altar der Karriere geopfert. Leider wahr. Daraus habe ich gelernt und mir geschworen, dass mir das nie wieder passiert. Daher habe ich meine Haltung verändert.

HM: Nun also die Winnetou Strategie. Was ist denn deren Kern? Herr seines eigenen Lebens zu werden, ist ja die Wunschvorstellung der meisten Menschen. Ich habe mich deshalb beispielsweise selbständig gemacht.

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FB: Ich finde es wichtig zu erkennen, dass der kleinste Stamm, den du anführen kannst Du selbst bist.  Daher muss sich jeder klar werden, wer man ist und was man will. Nur wer selbst mit sich im reinen ist, kann aus meiner Sicht Verantwortung für andere übernehmen und sie motivieren. Das gilt im Job genauso wie im Privatleben. Das Buch gibt dazu Impulse.

HM: Das Kapitel deines neusten Buches „Der Weg des Kriegers“ liest sich wie ein Plädoyer für Wahrhaftigkeit. Die Tage hat ein Journalist uns beide auf Facebook als PR-Fuzzis bezeichnet. Besonders viel Wahrhaftigkeit scheint der uns nicht zuzugestehen. Was sagst Du dem?  

FB: Gar nix. Warum sollte ich? So was atme ich weg. Auch das gehört zu einer gelassenen Haltung, sich nicht über alles und jeden aufzuregen und nicht in jeden Kampf zu ziehen. Wichtig ist doch, dass wir wissen wer wir sind und was wir können.

HM: Es betrifft ja unsere Haltung als PR-Leute zur Wahrhaftigkeit. Eine verbreitete Meinung ist ja, die wäre sehr biegsam. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ heißt es dann. Wie sieht denn Deine Haltung zur PR aus?  Was ist Dein Selbstverständnis? Wie kommt der Häuptling zu seinem Ziel?

FB: Ich würde nie so weit gehen, Dinge zu verbreiten die faktisch nicht stimmen. Natürlich bietet unsere Sprache vielfältige Möglichkeiten, um etwas positiver darzustellen als es vielleicht ist. Das ist für mich auch in Ordnung. Smart zu kommunizieren ist für mich eine Königsdisziplin, und ich sehe uns PR-Leute auch als Brückenbauer und Erklärer. Wenn die Audience komplexe Sachverhalte besser versteht und sich dann ein eigenes Urteil fällen kann, haben wir unseren Job gut gemacht.

HM: Würde Winnetou vermutlich auch nicht anders machen. Ein Mann mit Prinzipien und Werten. Welche seiner Werte sind denn die wichtigsten für ein selbstbestimmtes Leben?  

FB: Da gibt es einige, Karl May hat seinen Helden diesbezüglich gut ausgestattet. Ein ganz zentraler Wert ist sicherlich Mut. Denn wer nicht mutig ist, wird nie ein selbstbestimmtes Leben führen. Wer den eigenen Weg konsequent gehe möchte, der muss auch mal Nein sagen. Und ein Nein ist immer unbequemer. Einen Häuptling schreckt das nicht. Er zieht es durch weil er überzeugt ist von seinem Handeln. Er handelt weise und gerecht wie Klekih Petra („Weißer Vater“ ist ein deutscher Lehrer, der bei Karl May bei den Apachen lebt, Anm.d.Red.). Ein weiterer zentraler Wert ist Zufriedenheit. Wer immer nur nach mehr strebt, wird irgendwann unglücklich werden, weil es nicht mehr mehr wird. Winnetou hatte viel Gold, aber es bedeutete ihm nichts. Die Freundschaft zu seinem Blutsbruder war für ihn wertvoller als alle Nuggets.

HM: Im Grunde die vier Kardinaltugenden: Tapferkeit, Weisheit,Gerechtigkeit und Mäßigung. Karl May hat seinen Cicero offenbar gelesen.

FB: Ja. Es geht immer wieder um die Grundsätzlichkeiten des Lebens: Werte, Tugenden und Haltungen. Das sind am Ende die wahren Konstanten im Leben der Menschen.
Bei den Römern, bei den Indianern des 19 Jahrhunderts und bei uns Zeitgenossen der Postmoderne auch. Es tut gut, dahingehend wieder mal die Sinne zu schärfen. Gerade, weil in der Welt, wie früher auch, diverse Desperados unterwegs sind, die Werte mit Füßen treten. Aber ich bin zuversichtlich, dass am Ende – wie in den Werken des Maysters – das Gute siegen wird. Howgh.

HM: Danke, mein Bruder!

„Die Winnetou-Strategie – Werde zum Häuptling Deines Lebens“ ist erschienen im Gütersloher Verlagshaus, umfasst 225 Seiten und kostet 17,99 Euro.

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