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9,27 Mio. sehen Stuttgarter Verschwörungs-„Tatort“, „Grill den Profi“ startet blass

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Der Stuttgarter "Tatort: Der rote Schatten" mit den Kommissaren Lannert (Richy Müller, M.) und Bootz (Felix Klare, r.)

Zum dritten Mal in Folge hat der "Tatort" die 9-Mio.-Marke durchbrochen. Diesmal gelang das dem Stuttgarter Fall "Der rote Schatten", der mit 9,27 Mio. Sehern stolze 27,2% holte. Dahinter folgte am Wahltag von Niedersachsen und Österreich eine Reihe von Nachrichtensendungen auf den Plätzen 2 bis 5. Starke Zahlen gab es auch für ProSiebens "Fack ju Göhte", das auch RTLs "Guardians of the Galaxy" besiegte.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Sonntag wissen müssen:

1. Dritter „Tatort“ in Folge über der 9-Mio.-Marke, 20.15-Uhr-Konkurrenz chancenlos

9,27 Mio. Krimi-Fans sahen am Sonntagabend den Stuttgarter Verschwörungs-„Tatort“, der Marktanteil lag bei hervorragenden 27,2%. Damit durchbrach die ARD-Reihe zum dritten Mal in Folge die 9-Mio.-Marke und machte die Konkurrenz erneut ziemlich platt. Das zweitstärkste 20.15-Uhr-Programm, ZDF-Film „Kleiner Junge, großer Freund“ blieb mit 3,77 Mio. Sehern nämlich bei etwas blassen 11,1% hängen. Zufriedener kann da ProSieben sein: mit 3,20 Mio. Zuschauern und 9,9% für „Fack ju Göhte“.

2. Wahlen pushen Nachrichten-Quoten, Sondersendungen aus Niedersachsen keine Quotenhits

Ein erhöhtes Interesse bestand am Sonntagabend für Nachrichtensendungen. Verantwortlich dafür dürften die beiden Wahlen in Niedersachsen und Österreich gewesen sein. Die 20-Uhr-„Tagesschau“ kam im Ersten auf 8,26 Mio. Seher und 25,5%, das „Tagesthemen Extra“ nach dem „Tatort“ auf 5,17 Mio. und 15,9%. Im ZDF sahen um 19 Uhr 3,86 Mio. (14,7%) „heute“, um 21.45 Uhr 4,03 Mio. (13,8%) das „heute-journal“. Die Sondersendungen zur Wahl in Niedersachsen erzielten ab 17.30 Uhr bzw. 17.40 Uhr bei ARD und ZDF hingegen eine etwas überschaubare Resonanz: 2,00 Mio. (9,6%) waren im Ersten dabei, 1,82 Mio. (9,4%) im ZDF. Überdurchschnittliche Zahlen erzielte hingegen das NDR Fernsehen ab 17.45 Uhr: 600.000 Seher entsprachen guten 3,2%.

3. „Fack ju Göhte“ besiegt „Guardians of the Galaxy“, verliert aber auch im jungen Publikum gegen den „Tatort“

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Auch bei den 14- bis 49-Jährigen hieß der Sonntags-Sieger „Tatort“: 2,73 Mio. junge Menschen entschieden sich für den ARD-Krimi – 23,7%. Direkt dahinter folgt hier ProSiebens „Fack ju Göhte“ – mit immerhin 2,11 Mio. und 18,9% war die Film-Wiederholung ein toller Erfolg. RTL kam mit „Guardians of the Galaxy“ auf 1,55 Mio. und ordentlicher 14,1%, landete damit hinter der 20-Uhr-„Tagesschau“ auf Rang 4. Sat.1 hingegen gehört zu den Verlierern des Abends, blieb mit „2012“ bei Werten von 660.000 14- bis 49-Jährigen und 6,6% hängen.

4. „Grill den Profi“ startet blass

In der zweiten Privat-TV-Liga tat sich am Sonntag Vox hervor – allerdings vor allem am Vorabend. Dort erzielte „Hot oder Schrott“ mit 950.000 14- bis 49-Jährigen tolle 10,7%. Um 20.15 Uhr hingegen rutschte der „Grill den Henssler“-Nachfolger „Grill den Profi“ bei seiner Premiere mit 680.000 jungen Zuschauern und etwas unbefriedigende 6,9%. kabel eins kam mit „Sie nannten ihn Mücke“ um 20.15 Uhr gar nur auf 400.000 und 3,6%, bei RTL II floppte „Warm Bodies“ mit 310.000 und 2,7% noch deutlicher. Auch „The Walking Dead“ konnte mit zwei neuen Folgen nicht an die Vortage anknüpfen: um 22.05 Uhr gab es nur 270.000 und 3,0%, um 23.05 Uhr zumindest 340.000 udn 6,2%.

5. Sport1 stark mit „Doppelpass“, der KiKA mit „Schneeweißchen und Rosenrot“

Bei den kleineren Sendern tat sich wie sonntagmorgens üblich wieder einmal der „Doppelpass“ von Sport1 hervor: 960.000 Fußball-Fans sahen ab 11 Uhr zu – grandiose 9,1%. „Wontorra – der Fußball Talk“ erreichte bei Sky Sport News ab 10.30 Uhr 120.000 Menschen und 1,2%. Um 12 Uhr erzielte dann auch der KiKA Top-Quoten: 820.000 Menschen sahen dort das Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ – 7,6%. In der Prime Time ist noch das WDR Fernsehen erwähnenswert: 1,28 Mio. (3,8%) schalteten dort um 20.15 Uhr „Wunderschön“ ein, 980.000 (3,3%) danach noch die „Sportschau – Bundesliga am Sonntag“.

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Alle Kommentare

  1. Dieser Tatort war politisch verantwortungslos in seiner hinterhältigen Story- Mischung aus alten Zeitdokumenten und gefakten Pseudo-Film-Dokumenten. Wie die filmisch raffiniert insinuierte Ermordung der RAF-Häftlinge im Stammheimer Gefängnis durch Justiz-Polizeibeamte und Verfassungsschutzgschutz. Die scheint ja laut Film – möglicherweise – stattgefunden haben.

    Da werden die nachweisliche RAF-Mörder der RAF wahrheitswidrig selbst Mordopfern erhöht. Andeutungsweise mit der Behauptung, die Hintergründe seien „bis heute nicht ganz geklärt“. Doch geklärt sind die Selbstmorde sehr wohl im ausreichenden Maße. Der Filmemacher Dominik Graf verbiegt hier die Fakten. Ohne die anderslautenden Untersuchungsergebnisse auch nur zu erwähnen. Das Wort „Verschwörung“ benutzt er mehrfach ambivalent.

    Nur wer damals die RAF-Zeit selbst miterlebt hat, wird den Fake sofort bemerken. Jüngere offenbar nicht, empörte Leserbriefe zeigen es. Radikale, verwirrte Idealisten können durch einen solchen Film im Einzelfall durchaus wzu Nachfolge-Terroristen werden. Die Verschwörungshetze der RAF-Marxisten von damals kann auch auf heutige Islamisten überspringen, die sich dann lieber selbst in die Luft sprengen als sich einer „deutschen Mord-Polizei“ zu ergeben.

    Ich will diese Folgewirkung nicht vorhersagen. Doch der Filmemacher Dominik Graf kann diese Folgewirkung nicht ausschließen. Er (und die ARD-Chefs) tragen die Verantwortung, falls ein Verschwörungs-Verrückter dem „Verschwörungs-Tatort“ glaubt. Der Krimi-Reißer war zu überzeugend gefaked – wie jeder gute Fake.

    P.S.: Es ist ein Missbrauch der damaligen Tragödien für einen verzerrenden Krimi-Reißer. Vom ermordeten Hanns-Martin Schleyer bis zur späteren Selbstmörderin Inga Möller, die ich übrigens (damals an der Uni) persönlich kennen lernte.

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