Anzeige

„Im People-Segment einsame Spitze“: Burda feiert sein Society-Magazin und 70 Jahre „Bunte Republik Deutschland“

Ermutigender Trend bei Vertriebs- und Werbeumsätzen von Bunte: BurdaStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz und Managing Director Jonas Grashey
Ermutigender Trend bei Vertriebs- und Werbeumsätzen von Bunte: BurdaStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz und Managing Director Jonas Grashey

Im April 1948 unter dem Titel Das Ufer erstmals erschienen steht für die Illustrierte Bunte kommendes Frühjahr das 70-jährige Jubiläum an. Bei Burda, wo das Society-Magazin bis heute zu den Print-Dickschiffen zählt, erscheint bereits heute die Chronik „Bunte Republik Deutschland“ mit den Highlights aus sieben Dekaden People-Journalismus. BurdaStyle-Gechäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz und Managing Director Jonas Grashey ziehen im MEEDIA-Interview Bilanz.

Anzeige
Anzeige

Im kommenden Jahr wird die Zeitschrift Bunte 70 Jahre alt. Welche Bedeutung hat der Titel heute im Markenportfolio Ihres Verlagshauses?
Manuela Kampp-Wirtz: Für uns in der BurdaStyle ist Bunte  höchst relevant – und glücklicherweise eine Marke, die in allen Bereichen wächst. Zur Bedeutung von Bunte im Markenportfolio des Verlagshauses gesamt müssten Sie Philipp Welte fragen. Aber er würde mir sicherlich nicht widersprechen, wenn ich sage, dass Bunte eine der prägendsten Marken für die Geschichte des Konzerns ist.

Verleger Hubert Burda positionierte das Blatt in den 70er Jahren von einer Illustrierten zum tonangebenden Society-Magazin, eine Positionierung, die unter Patricia Riekel später gefestigt wurde. Nun hat vor einem Jahr mit Robert Pölzer ein vormaliger Blattmacher der Freizeit Revue das Ruder übernommen. Wohin steuert die Bunte mit ihm?
Manuela Kampp-Wirtz: Robert Pölzer ist ein Profi und hat den richtigen Kurs des Blattes in seiner bisherigen Amtszeit überaus erfolgreich fortgesetzt. Er verfügt über jahrzehntelange Führungserfahrung aus verschiedenen Stationen im Boulevardjournalismus und bei Frauenmagazinen. Als langjähriger Chefredakteur hat Robert Pölzer ein brillantes Gespür für Themen, die die Leser interessieren, und für vertriebliche Aspekte. Er lässt seine eigene Handschrift sichtbar werden, indem er beispielsweise den Themen Mode und Stil in Bunte mehr Gewicht verleiht.

Burdas neue Zeitschriften-Währung am Beispiel Bunte: 70 Millionen „Print-Visits“ im Monat

Ist ein wöchentliches Printmagazin wie die Bunte angesichts der Masse von online verfügbarem Celebrity-Content und den schnell getakteteten Promi-News im Internet eigentlich noch zeitgemäß?
Jonas Grashey:
Die Zielgruppe sagt: ja! Und das ist entscheidend. Natürlich bedient Bunte digital und gedruckt unterschiedliche Bedürfnisse – aber für beide Angebote bestehen Märkte, die Bunte optimal abdeckt. Die Magazin-Redaktion ist Leuchtturm in einer wachsenden News-Flut. Sie zeichnet aus, dass sie die von Stars in sozialen Medien lancierten PR-Meldungen nicht bloß verlautbart, sondern hinterfragt und einordnet. Die von Journalisten recherchierten und dann vielfach zitierten People-Scoops kommen zu einem signifikanten Teil von Bunte. Es ist also auch in einer digitalisierten Medienwelt durchaus zeitgemäß, eine Redaktion zu betreiben, die ernsthaft Unterhaltungsjournalismus für Magazine betreibt – so wie das Team um Robert Pölzer. Mit dem Print-Titel erzielen wir auch nach digitalen Maßstäben sehr beachtliche Leistungswerte: Die 4,4 Millionen Unique Reader von Bunte greifen durchschnittlich vier Mal zu einem Exemplar. Das macht 17,6 Millionen Visits wöchentlich und mehr als 70 Millionen im Monat; das ganze bei einer Verweildauer von knapp zwei Stunden pro Ausgabe und vielen hundert Millionen Page Impressions.

Wie entwickeln sich verkaufte Auflage und Anzeigenumsätze im Branchenvergleich?
Jonas Grashey:
In beiden Märkten wächst das Geschäft erfreulich. Die Werbeerlöse steigen, und die harte Auflage ist in den vergangenen vier Quartalen drei Mal gewachsen – trotz deutlicher Preiserhöhung. Für das zurückliegende Quartal werden wir ein minimales Minus melden, das aber aufgrund des thematisch sehr starken Vorjahresquartals mit News wie den Trennungsgeschichten der Löws sowie von Angelina Jolie und Brad Pitt, der Schweinsteiger-Trauung sowie der Hochzeit von Anne Will eingepreist war. Damit ist Bunte im Branchenvergleich eines der erfolgreichsten Magazine im Markt und im People-Segment einsame Spitze.

In vielen Redaktionen gilt heute die Kostenoptimierung als einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren. Gerade ein Blatt wie die Bunte hat ja seit jeher den Ruf, dass man sich dort exklusive Stories und Bildrechte auch was kosten lässt. Welche Ausgabenpolitik verfolgen Sie heute – und wofür sind oder wären Sie bereit, hohe Beträge zu investieren?
Manuela Kampp-Wirtz:
Natürlich ist Kostenoptimierung wichtig, genauso wie Erlösoptimierung wichtig ist. In beiden Bereichen haben wir uns deutlich verbessert. Kosten einzusparen, heißt aber nicht, auf Investitionen zu verzichten, die sich zwar nicht sofort rechnen, die dafür aber Image-bildend sind. Wir investieren ständig in unsere Marke, in Marketingideen, neue Konzepte und auch in die Rechte an exklusiven Storys, die unsere Positionierung als Leitmedium stützen.

Nun wird die Bunte 70. Welche Maßnahmen sind seitens Verlag und Redaktion zum Jubiläum geplant?
Jonas Grashey:
Mit unserer heute erschienen Chronik „Bunte Republik Deutschland“ erzählen wir Meilensteine unserer Gesellschaftsgeschichte nach; unterhaltend und bildstark, mithilfe der historischen Einordnung vieler optischer Zitate aus unserem einzigartigen Archiv. Wir stellen den Bildband gemeinsam mit dem Prestel-Verlag auf der Buchmesse in Frankfurt vor – das ist mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft der vorgezogene Auftakt für unsere Jubiläumsaktionen im kommenden Jahr. Diese werden sich sowohl an Konsumenten als auch an Geschäftspartner richten.

Anzeige

Auch bei einem Traditionstitel ist New Business ein wichtiger Faktor, damit neue, jüngere Zielgruppen an die Marke herangeführt werden können. Was unternehmen Sie auf diesem Feld?
Jonas Grashey:
Für Bunte ist Ereigniskommunikation essenziell. Deshalb weiten wir die Inszenierung der New Faces Awards künftig aus – nicht nur das Live-Ereignis selbst, sondern auch dessen kontinuierliche Medialisierung. Ende Oktober führen wir erstmals die Konsumentenmesse Bunte Beauty Days in München durch. Hier erleben einige tausend Besucherinnen ein prominent besetztes Bühnenprogramm. Mehr als 80 Aussteller informieren über die Produkte und Anwendungen von über 110 Beauty-Brands. Wir arbeiten zudem an der Entwicklung neuer journalistischer Formate im Digitalen wie im Gedruckten. Und schließlich läuft auch das Lizenzgeschäft mit der Marke sehr gut: Wir verkaufen Reisen, Konzerttickets, Wein, Kaffee, Handytarife und vieles mehr.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Bunte.de, und wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Print und Online aus?
Manuela Kampp-Wirtz:
Unsere Kollegen haben sich zum Ziel gesetzt, die größte journalistische Destination für Frauen im deutschsprachigen Netz zu werden – dies haben sie nun eindrucksvoll geschafft. Gemeinsam mit unseren Portalen von Elle, Freundin, Harper’s Bazaar und InStyle ist dieser sogenannte Women’s Hub eine tragende Säule in der Digitalvermarktung. Das Management und die Redaktionen von Bunte und Bunte.de tauschen sich regelmäßig aus und entwickeln Projekte gemeinsam weiter. Geschichten werden natürlich im gedruckten Heft häufig anders erzählt als online und erfordern deshalb eine unterschiedliche Herangehensweise.

Wie glauben Sie wird sich das Segment der People- und Society-Magazine in den nächsten zehn Jahren entwickeln? Welchen Stellenwert werden dabei die deutschen Themen haben?
Manuela Kampp-Wirtz:
Solange wir weiterhin unsere Hausaufgaben machen, wird Bunte weniger unter Druck geraten als andere in diesem Segment. Menschen werden sich auch in zehn Jahren für Menschen interessieren und Unterhaltung in gedruckter Form lieben. Deshalb glaube ich fest an Bunte. Sie ist eine Marke von unvergleichbarer Strahlkraft.

 

Die Fragen an Manuela Kampp-Wirtz und Jonas Grashey wurden per E-Mail gestellt.

 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige