Aus für Byou: Axel Springer zieht beim Bild.de-Angebot für die Generation Bravo endgültig den Stecker

Bild-Chefredakteur Julian Reichelt startete vor gut zwei Jahren Byou

Publishing Vor gut zwei Jahren startete Bild.de mit Byou ein eigenes Angebot für junge Leser im besten Bravo-Alter. Anfang dieses Jahres launchten die Berliner dann das innovative Millennial-Portal Noizz. Damit entfiel offenbar auch die Motivation, sich weiter um Byou zu kümmern, denn seither wird der Channel nicht mehr gepflegt. Wie der Verlag auf Anfrage von MEEDIA mitteilte, wird das auch so bleiben.

von Alexander Becker

Bereits der erste Blick auf die Startseite von Byou zeigt, dass die Inhalte nicht mehr sonderlich frisch sind. So geht es beispielsweise um “die fesselnde Liebe” bei “Fifty Shades of Grey”. Der Text ist vom 10. Februar. Der weltweite Kinostart des Blogbusters war wenige Tage später am Valentinstag. Weitere Top-Themen der aktuell abrufbaren Seite: “Drei Ex-Bachelor über die neue Staffel”, “Wer hat Chancen auf die Dschungel-Krone?” und dummerweise auch noch “Sechs Gründe, warum Martin Schulz eine gute Wahl ist”.

Gestartet war Byou im September 2015 als Millennials-Angebot für die Zielgruppe der 14- bis 21-Jährigen und auch als Antwort auf die jungen Ableger von Zeit Online (Ze.tt) und dem sich damals schon in den Startlöchern befindlichen Bento von Spiegel Online.

Ein eigenes Portal mit eigener Werb-Marke und Domain sparte sich Springer jedoch bereits schon zum Start. Byou war nie unter Byou.de zu erreichen. Es blieb stets nur ein Channel in der Bild.de-Welt. Redaktionell betreut wurde der Kanals von den Journalistenschülern der Axel Springer Akademie. Ihnen stand der ehemalige Chefredakteur von Bild.de, Manfred Hart, als Mentor und Chef für digitale Entwicklungsprojekte, beratend zur Seite. “Der Millennials-Channel ist ein spannendes und ganz experimentelles Projekt. Es ist eine von vielen Ideen und Projekten, mit denen wir mehr über das Mediennutzungsverhalten der jungen Zielgruppe lernen und sie an die Marke Bild heranführen wollen“, erklärte damals Bild.de-Chef Julian Reichelt.

Bei Springer hat man Byou offenbar vor allem als Experimentierfeld gesehen. Die spezielle Ansprache der Zielgruppe Millennials wanderte Anfang diesen Jahres allerdings dann zu Noizz, einem europaweiten Joint-Venture zwischen Bild und Ringier Axel Springer Media. Unter der Regie des Bild-Snapchat-Experten Manuel Lorenz wechselten die Journalistenschüler von Byou zu Noizz. Damals zeichnete sich bereits ab, dass das Verlagsmanagement die Frequenz beim Teenie-Ableger des Boulevard-Portals merklich nach unten fahren würde. Eine mögliche Einstellung dementierte der Verlag damals allerdings auf MEEDIA-Anfrage: „Byou wird weitergehen. Aber unser aktueller Fokus liegt auf Noizz.“

Sehr schnell entschlossen sich die Berliner jedoch, den Fokus auf Noizz zu legen. Ausschlaggebend hierfür soll der schnelle Erfolg des Neulings gewesen sein. So bestätigt nun ein Springer-Sprecher gegenüber MEEDIA: „Aufgrund dieser positiven Entwicklung haben uns daher entschieden, uns zukünftig vor allem auf Noizz zu konzentrieren.“

Schon gelesen?