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Unruhe bei Axel Springer: Konzernbetriebsrat befürchtet massiven Stellenabbau

Springer-Vorstand Jan Bayer wurden vom Betriebsrat 32 Fragen vorgelegt. Er sagte eine Beantwortung bis Mitte/Ende Oktober zu
Springer-Vorstand Jan Bayer wurden vom Betriebsrat 32 Fragen vorgelegt. Er sagte eine Beantwortung bis Mitte/Ende Oktober zu

Vorstandschef Mathias Döpfner baut den Berliner Medienkonzern Axel Springer massiv um. Er richtet die nationalen Bezahlangebote in zwei Säulen aus. Dazu gehören eigene Verlagsbereiche für Print und Digital. Die neue Struktur sorgt in der Belegschaft für Unruhe. Denn der Konzernbetriebsrat befürchtet einen massiven Stellenabbau. Er geht davon aus, dass hierdurch langfristig Arbeitsplätze im "dreistelligen Bereich" wegfallen könnten.

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Dem Berliner Axel Springer-Konzern drohen Personaleinschnitte. Der Konzernbetriebsrat rechnet mit einem massiven Abbau an Arbeitsplätzen. „Wir Betriebsräte befürchten einen langfristigen Stellenabbau im dreistelligem Bereich“, heißt es in einer aktuellen Info der Betriebsräte, die heute vormittag an die Mitarbeiter ging. Die Belegschaft ist seither beunruhigt. Hintergrund für die BR-Info, die MEEDIA vorliegt, ist der Umbau des Berliner Medienhauses. So spaltet Vorstandschef Mathias Döpfner die nationalen Bezahlangebote in zwei separate Verlagseinheiten Print und Digital. Hiervon ausgenommen seien die Redaktionen, heißt es. Zu Springer gehören publizistische Flagschiffe wie die Bild-Zeitung und die Tageszeitung Die Welt.

„Ziel des geplanten Mega-Umbaus, von dem nach Schätzungen der Betriebsräte mittelbar und unmittelbar rund 2000 Mitarbeiter aus den Verlagsbereichen betroffen sein werden: Effektive Strukturen und höhere Umsätze sowohl für Print wie auch Digital“, beschreiben die Arbeitnehmer-Vertreter den Umbauprozess. Sie haben daher unter anderem an den zuständigen Vorstand Jan Bayer einen Katalog von 32 Fragen gerichtet. Darunter auch, ob die neue Struktur zu Ausgründungen oder Abspaltungen von Firmen führen könnte. Sollte es zu den befürchteten Einschnitten bei den Arbeitsplätzen kommen, dürfte auf den neuen Personalchef Florian Klages eine schwere Aufgabe zukommen. Der 36-jährige Manager übernimmt künftig von Alexander Schmid-Lossberg die Leitung des Geschäftsführungsbereich Personal der Axel Springer SE, teilte der Konzern heute mit. Schmid-Lossberg verlasse das Unternehmen zum 15. November 2017 im besten Einvernehmen und auf eigenen Wunsch, um sich künftig anwaltlichen und beratenden Aufgaben zuzuwenden, heißt es.

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In Konzernkreisen geht man davon aus, dass die konkrete Höhe des geplanten Stellenabbaus bereits in diesem Jahr feststehen könnte. Denn sollte sich Springer von Mitarbeitern trennen, wird Vorstandschef Döpfner hierfür voraussichtlich Rückstellungen in der Bilanz für 2017 bilden wollen. Der Börsenkurs von Axel Springer legte heute leicht um 0,82 Prozent auf 56,83 Euro zu.

Springer hält sich auf Anfrage von MEEDIA zu konkreten Zahlen über einen Personalabbau bedeckt: „Die Zahl kommentiere ich nicht. Wie Sie aber wissen, geht es bei der Neuaufstellung nicht um Personalabbau. Da wir Komplexität, vor allem auf den Leitungsebenen, reduzieren, werden auch Stellen wegfallen. Wie die endgültige Aufstellung der Einzelteams aussehen soll, wird derzeit erarbeitet, hierzu gibt es noch keine Entscheidungen“, erklärt eine Firmensprecherin.

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