iPhone X: Samsung verdient mit Komponenten mehr an Apples Smartphone-Flaggschiff als an seinem Galaxy S8

Endlich enthüllt: Apples neues Smartphone-Flaggschiff iPhone X © Apple

Digital Economy Es ist das ewige Duell um die Krone der Smartphone-Branche: Apple versus Samsung – die Südkoreaner verkaufen nach Stückzahlen mehr, während Apple weitaus höhere Profite einfährt. Dabei hat Samsung jedoch keinen Grund, Apple den Verkaufserfolg am neuen iPhone X zu missgönnen – im Gegenteil. Tatsächlich partizipiert der wertvollste Konzern Südkoreas beim iPhone X wegen des exklusiv gefertigten OLED-Displays so stark wie nie am Absatz eines Apple-Smartphones.

von Nils Jacobsen

Rund drei Wochen noch – dann können Apple-Fans endlich aktiv werden und sich einen vorgezogenen Weihnachtswunsch erfüllen: Am 27. Oktober beginnt bekanntlich die Vorbestellungsphase für das mit Spannung erwartete iPhone X, das eine Woche später in den Handel kommen soll (wenn auch wohl nur in äußerst limitierter Auflage).

Für Apple geht es bei der ersten größeren Generalüberholung des iPhones in den vergangenen drei Jahren um viel – der Kultkonzern braucht einen neuen Bestseller, um das im vergangenen Jahr ausgelaufene Wachstum wieder zurückzuholen.

Samsung dürfte 110 Dollar je iPhone X verdienen

Ausgerechnet der Erzrivale Samsung, der sich mit Apple in den vergangenen Jahren heftige Fehden inklusive jahrelanger gerichtlicher Auseinandersetzungen geliefert hat und immer wieder versucht, Apple mit Produktlaunches zuvorzukommen, dürfte dem Kultkonzern aus Cupertino beim Launch des iPhone X nur das Beste wünschen.

Der Grund: Samsung produziert exklusiv für das iPhone X das neue OLED-Display, das beim eigenen Smartphone-Flaggschiff Galaxy S8 zum Einsatz kommt. Die Fertigung des OLED-Panels lassen sich die Koreaner fürstlich entlohnen: Wie das Wall Street Journal mit Verweis auf den Marktforscher Counterpoint Technology berichtet, dürfte Samsung inklusive der gelieferten Akkus und Kondensatoren 110 Dollar je iPhone X verdienen.

iPhone X könnte Samsung Einnahmen von 14 Milliarden Dollar bescheren

Wie Counterpoint Technology vorrechnet, dürfte Samsung als Zulieferer des iPhone X sogar besser verdienen als mit den Komponenten des eigenen Flaggschiffs Galaxy S8, die das Hongkonger Marktforschungsunternehmen wegen des größeren Umfangs (etwa Chips) auf 202 Dollar beziffert.

Die Rechnung über einen Zeitraum bis zum Sommer 2019 geht so: Während Counterpoint damit rechnet, dass Samsung bis dahin 50 Millionen Modelle des Galaxy S8 absetzen kann, soll Apple 130 Millionen iPhone X verkaufen können.

Unter dem Strich würde Samsung über einen Zeitraum von 20 Monaten damit 14,3 Milliarden Dollar aus Cupertino für die Komponenten für das iPhone X erhalten, während die Komponenten des Galaxy S8 „nur“ 10,1 Milliarden in die Kassen spülen dürften. So oder so: Es bleibt eine Win-Win-Situation für die Südkoreaner.

Schon gelesen?