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#trending: Volker Beck, Frauke Petry, Skandal im Österreich-Wahlkampf, Xander Ford und Katalonien

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Guten Morgen! Auch am heutigen Brückentag müssen Sie nicht auf #trending verzichten, diesmal u.a. mit den schwindenden Facebook-Fans von Frauke Petry, dem Wahlkampf-Skandal in Österreich und natürlich den Geschehnissen in Katalonien. Am morgigen Feiertag hingegen mache dann auch ich Pause, die nächste Ausgabe des Newsletters bekommen Sie daher erst am Mittwoch in Ihre Inbox.

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#trending // News & Themen

Zwei Gesetze, die am Sonntag offiziell in Kraft getreten sind, haben den deutschen Medien die meisten Interaktionen bei Facebook und Twitter beschert: die Ehe für alle in Deutschland und das Vollverschleierungsverbot in Österreich. Der erfolgreichste journalistische Text des Tages war im deutschsprachigen Raum Spiegel Onlines „Gesetzesänderung: Ab jetzt ist die Ehe für alle da“ mit 19.300 Likes & Co. Auf den Rängen 2 und 3 folgen Bild und Weltmit Berichten zum österreichischen „Burka-Verbot“, auf dem vierten Platz dann wieder die „Ehe für alle“ – in Form eines Welt-Artikels.

Erfolgreich war in dem Zusammenhang auch noch der Spiegel-Online-Text zum Grünen Volker Beck, der ebenfalls direkt am 1. Oktober geheiratet hat: „Volker Beck heiratet: ‚Ein Akt der Liebe und Verantwortung‘“ sammelte 7.300 Interaktionen ein, kam damit auch in die Sonntags-Top-Ten der Social-Media-News-Charts.

#trending // Social Media

Was auf Facebook passiert, wenn eine populäre Politikerin ihrer Partei im Streit den Rücken kehrt, lässt sich derzeit exemplarisch im Fall Frauke Petry beobachten. Petry war in dem sozialen Netzwerk bis zu ihrem Austritt die erfolgreichste AfD-Politikerin, verfügte am 25. September über 223.500 Pagelikes. Doch dann kam ihr Auftritt auf der Bundespressekonferenz, in dem sie mitteilte, nicht der AfD-Fraktion angehören zu wollen. Was auf Facebook folgte, war eine Welle von Leuten, die den „Diese Seite gefällt mir nicht mehr“-Butten geklickt haben. Tag für Tag nimmt die Zahl der Petry-Pagelikes ab, lag am Sonntagabend noch bei 215.300. Bereits 8.200 ehemalige Petry-Fans kehrten der nun parteilosen Politikern also schon den Rücken. Und ein Ende scheint noch nicht in Sicht.

Dennoch verfügt Petry damit weiterhin über deutlich mehr Pagelikes als die verbliebenen Spitzenpolitiker der AfD. So erreicht Alice Weidel derzeit 108.300, Beatrix von Storch 80.100 und Jörg Meuthen 63.200. Die populärste Facebook-Plattform der Partei bleibt aber die AfD-Partei-Page – mit 385.600 Pagelikes.

#trending // Wahljahr 2017

Österreich wird mitten in der heißen Wahlkampf-Phase von einem Social-Media-Skandal erschüttert. Ein ehemaliger Berater der regierenden SPÖ hat nach Recherchen des Magazins profil und der Tageszeitung Die Presse mit zwei Facebook-Seiten Negative-Campaigning gegen den ÖVP-Herausforderer und aktuellen Favoriten Sebastian Kurz betrieben. Die beiden Pages – „Die Wahrheit über Sebastian Kurz“ und „Wir für Sebastian Kurz“ – wurden kurze Zeit nach Veröffentlichung der Artikel gelöscht, hatten bis dahin relativ überschaubare 15.500 und 10.300 Pagelikes eingesammelt. Im Google-Cache fanden sich am Sonntagabend noch Kopien der Seiten – hier und hier.

Noch am Samstag, dem Tag der Veröffentlichungen, trat der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler zurück. Er habe zwar nichts von der Aktion gewusst, aber erfahren, dass ein Mitarbeiter aus der SPÖ-Zentrale involviert gewesen sein. Bundeskanzler Christian Kern will zwar nicht zurücktreten, ein Wahlerfolg scheint zwei Wochen vor der Nationalratswahl aber noch unwahrscheinlicher als ohnehin schon. Kern selbst äußerte sich am Sonntag auch auf Facebook zu dem Skandal: „Jeder, der an dieser Schmutzkübel-Kampagne beteiligt war, hat mit entsprechenden Konsequenzen zu rechnen“, schreibt er u.a. und sammelte bis Mitternacht 7.800 Interaktionen ein.

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#trending // Entertainment

Auf den Philippinen flippen derzeit Millionen – vornehmlich weibliche – Einwohner wegen eines neuen Popstars aus. Xander Ford heißt er. Der Grund, warum so viele ausflippen, sind – ja, wirklich: Schönheitsoperationen. Der junge Mann hieß einmal Marlou Arizala und war Mitglied einer Boyband namens Hasht5. Da er offenbar unter seinem Aussehen litt, erzählte er in einer TV-Show, dass es sein Traum sei, sich operieren zu lassen. Neue Nase, neues Kinn, usw. Gesagt, getan, die Operationen wurden in den vergangenen Wochen vorgenommen und am Sonntag wurde in der TV-Show „Rated K“ sein neues Aussehen enthüllt. 3,5 Millionen sahen den Clip auf der Facebook-Seite der Sendung, weit über 200.000 Interaktionen kamen zusammen. Damit gehörte das Video am Sonntag weltweit zu den fünf erfolgreichsten Facebook-Posts. Der Sänger hat praktischerweise auch direkt eine neue Boyband am Start. Da werden die Kosten für die OPs sicher schnell wieder eingespielt sein.

MEET XANDER FORD(From bully-victim To Dreamboat)Di na siya mapipigilan, the Grand Reveal! This is his journey.Please WATCH, LIKE and SHARE!Episode: Patingin NgaOctober 1, 2017

Posted by Rated K on Sonntag, 1. Oktober 2017

#trending // Worldwide

Die Welt blickte am Sonntag auf Katalonien. Die Polizeigewalt gegen Menschen, die bei dem gerichtlich verbotenen Unabhängigkeitsreferendum abstimmen wollten, verbreiteten sich am Sonntag rasend in den sozialen Netzwerken. Zigtausende Tweets und Facebook-Posts mit prügelnden Polizisten, blutenden Menschen und sonstigem Chaos. Unter den spanischen Medien war auf Facebook La Vanguardia aus Katalonien am erfolgreichsten – u.a. mit einem Video und einem Livestream. Ebenfalls mit vielen Interaktionen: NacióDigital.Cat, ebenfalls katalanisch, und El Pais.

Zu einer der Stories des Tages wurde dabei auch der Fußballer Gerard Piqué. Er stimmte als Katalane selbst ab, postete ein Foto davon mit den Worten „Ich habe schon abgestimmt. Gemeinsam sind wir unaufhaltsam dabei, die Demokratie zu verteidigen.“ Über 200.000 Interaktionen auf Facebook waren das Ergebnis. Später beklagte er nach dem Spiel des FC Barcelona, das ohne Publikum stattfand, unter Tränen die Gewalt der Polizei und sagte: „Wenn ich ein Problem bin, kann ich die spanische Nationalmannschaft verlassen„. Hoffen wir, dass die Spanier möglichst bald die Worte des EU-Parlamentariers Guy Verhofstadt beherzigen.

Ja he votat. Junts som imparables defensant la democràcia.

Posted by Gerard Piqué on Sonntag, 1. Oktober 2017

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Spiegel Online – „Gesetzesänderung: Ab jetzt ist die Ehe für alle da“ (19.300 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Tichys Einblick – „Frau Merkel, treten Sie zurück. Es wäre besser.“ (1.800 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Der Spiegel – „Mannomannomann

Google-SuchbegriffFC Bayern München (100.000+ Suchen)

Wikipedia-SeiteKatalonien (31.300 Abrufe)

Youtube-Video: BangerChannel – „Kollegah & Farid Bang ✖️ ZIEH DEN RUCKSACK AUS ✖️ [ official video ]

Song (Spotify): Post Malone – „Rockstar“ (432.300 Stream-Abrufe aus Deutschland am Samstag)

Musik (Amazon): Kollegah & Farid Bang – „Jung Brutal Gutaussehend 3 (JBG3 Limited Steelbox) Box-Set, Limited Edition“ (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ [Blu-ray]

Game (Amazon): „FIFA 18 – Standard Edition“ (PlayStation 4)

Buch (Amazon): Dan Brown – „Origin“ (Gebundene Ausgabe)

#trending // Feedback und Teilen

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

Was finden Sie gut an #trending? Was schlecht? Was fehlt Ihnen? Schreiben Sie mir!

Mehr Social-Media-Trends und -Themen lesen Sie in meiner nachmittäglichen Kolumne in der Handelsblatt-10-App. Erhältlich für iOS und Android.

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Alle Kommentare

  1. Ist es wirklich nötig, bei all den anderen wichtigen Themen, einen ganzen Sonntag lang die Neben – oder Singularsache „Ehe für Alle“ im öffentlichen Rundfunk und in den so gegannten Lei(d)tmedien zu thematisieren? Und: „Ehe für Alle“ – dürfen nun auch etwa Geschwister heiraten? Journalisten sollten bei Themensetzung und Sprache deutlich mehr Sorgfalt walten lassen.

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