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Sender legen Pläne für Strukturreform vor: ARD und ZDF wollen sparen und effizienter werden

ARD-Vorsitzende Karola Wille, ZDF-Intendant Thomas Bellut
ARD-Vorsitzende Karola Wille, ZDF-Intendant Thomas Bellut

Das ZDF legt auf die Forderung der Länder hin Sparvorschläge in Millionenhöhe vor. Auch der Stellenabbau soll weitergehen. Intendant Thomas Bellut will aber keine Abstriche bei der Qualität zulassen. Ganz ähnlich hören sich die entsprechenden Pläne der ARD zu dem Thema an.

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ZDF-Intendant Thomas Bellut will sich für eine maßvolle Entwicklung beim Rundfunkbeitrag ab 2021 einsetzen. Er ließ am Freitag offen, wie sich der Beitrag angesichts vorgelegter neuer Sparvorschläge des Senders in der nächsten Beitragsperiode entwickelt. „Wir möchten die Qualität unserer Arbeit aufrechterhalten, aber wir sind uns der Pflicht auch bewusst, hier im Sinne der Beitragszahler maßvoll und vernünftig vorzugehen», sagte Bellut nach einer Sitzung des ZDF-Fernsehrats, einem Kontrollgremium, in Mainz. Derzeit werden pro Haushalt 17,50 Euro im Monat fällig. Wie das ZDF betont, gab es seit 2009 keine Erhöhung.

Das ZDF schlägt den Ländern Einsparungen von rund 270 Millionen Euro für die Zeit von 2021 bis 2028 vor – also für die kommenden beiden Beitragsperioden. Dabei geht es um Sparmaßnahmen bei Verwaltung und Technik, eine engere Zusammenarbeit mit der ARD, aber nicht um das Programm. Für die Frage nach relativer Stabilität des Rundfunkbeitrags – also die Inflation eingerechnet – seien die Sparmaßnahmen ein ganz wichtiger Beitrag, sagte Bellut.

Das ZDF baut seit 2012 Personal ab – bis 2020 sollen rund 560 Stellen abgebaut werden. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten sei dadurch auf 50 Jahre gestiegen, so der ZDF-Intendant.

Bellut sprach sich für mehr Bewegungsspielraum im Internetangebot aus. Er betonte, es sei nicht das Ziel des ZDF, die Geschäftsmodelle der Verlage kaputtzumachen. «Wir (…) konzentrieren uns ganz darauf, unser Bewegtbildangebot im Netz zu stärken.»

Der ZDF-Fernsehrat unterstützte die Sparvorschläge nach Angaben der Vorsitzenden Marlehn Thieme «einmütig». Wichtig sei, dass die Programminhalte erhalten blieben. Die Ministerpräsidenten hatten von den öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD, ZDF und Deutschlandradio Reformvorschläge bis September gefordert.

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Auch die ARD kündigt in einem Bericht an die Rundfunkkommission der Länder zahlreiche Reformen an. Die ARD-Vorsitzende Karola Wille überreichte das umfangreiche Papier am Freitag in Frankfurt. Zu den Zielen gehöre, Inhalte wo immer möglich medienübergreifend zu recherchieren und zu produzieren, teilte die ARD am Freitag mit. Dank engerer Kooperation will die ARD effizienter werden und Abläufe in Verwaltung, Technik und Produktion standardisieren. Unterm Strich sollen das Kosten sparen: Das geschätzte Gesamteinsparvolumen bis 2028 liegt den Angaben zufolge bei rund 951 Millionen Euro.

„Insgesamt gehen wir von einem geschätzten Einsparpotenzial von rund zwei Milliarden Euro bis 2028 aus“, sagte die ARD-Vorsitzende Karola Wille der Deutschen Presse-Agentur. „Das setzt sich zusammen aus knapp einer Milliarde aus der Strukturreform und Programmverbreitung bis 2028 sowie Entlastungen bei der Altersversorgung in etwa gleicher Höhe.“ Weiter sagte sie:  „Wir kooperieren überall dort, wo wir dadurch besser und effizienter werden.“ Nach ihrer Einschätzung steht die ARD vor dem größten Reformprozess ihrer Geschichte.

 

 

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