„Ab morgen kriegen sie in die Fresse“: SPD-Fraktionschefin Nahles nach „Niveaulimbo“ weiter in der Kritik

SPD-Spitzenpolitikerin Andrea Nahles verteidigt ihre Äußerung als "Scherz", doch viele Kritiker sehen das anders

Fernsehen Mit ihrer Äußerung, die bisherigen Regierungspartner von der Union bekämen jetzt „in die Fresse“, hat die neu gewählte SPD-Fraktionschefin Andreas Nahles für anhaltende Irritationen gesorgt. Die noch amtierende Ministerin im Kabinett Merkel versuchte, ihre Aussage zu relativieren und sagte, der Spruch sei "klar als Scherz erkennbar“ gewesen. Politiker und Social Media-Nutzer übten dennoch Kritik.

von MEEDIA Redaktion

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), hat die neu gewählte SPD-Fraktionsvorsitzende für ihre derben Äußerungen in Richtung Union kritisiert. „Wenn Frau Nahles mit diesem üblen Hinterhofjargon weitermacht, wird die SPD bald deutlich unter 20 Prozent rutschen“, sagte er in einem Interview. „Wir als Union werden uns einer drohenden Verrohung der Sitten im Bundestag klar entgegenstellen.“

Der Tagesspiegel: „Die Noch-Ministerin gibt beim jetzt anstehenden ‚Umparken im Kopf‘, wie sie selbst sagt, gleich zu viel Gas. (…) Was vermutlich entschlossen und kämpferisch wirken sollte, ist einfach pöbelnder Schulhof-Sprech. Die Aussage von Alexander Gauland, man werde „die Regierung jagen“, ist – zu Recht – heftig kritisiert worden. Jetzt sollte man doch meinen, wollen die anderen Parteien im Bundestag das Niveau nicht anpassen, sondern deutlich höher halten.

Stern.de: „Nun debattieren Nutzer unter dem Hashtag #IndieFresse, ob Nahles jeglichen Anstand verloren oder aber einfach nur einen Witz gemacht habe. Da interessiert auch Nahles Erklärung nicht mehr, der Spruch sei nur lustig gemeint gewesen.“

Hannoversche Allgemeine: „Die SPD wagt den Neuanfang mit einer Frau, die gerne eine große Klappe riskiert. Wenn man Andrea Nahles etwas nicht vorwerfen kann, dann, dass sie eine undeutliche Sprache pflegen würde.“

Die Zeit: Einige Nutzer zogen Parallelen zu der umstrittenen Aussage des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland, der nach der Bundestagswahl angekündigt hatte, seine Partei werde Kanzlerin Angela Merkel und die Regierung nun jagen. Andere beklagten, Nahles‘ Stil – ein Wettbewerb um das niedrigste Niveau – treibe Menschen von der Politik weg. Sie nähere sich so dem Niveau von US-Präsident Donald Trump oder dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan an.

Bild.de: „Die (fast) einhellige Meinung: Das war voll daneben, Nahles mache sich so den Tonfall der AfD zu eigen. In der SPD stieß die Wortwahl nicht nur auf Begeisterung. Ein Mitglied des Fraktionsvorstandes: ‚Ziemlich gewöhnungsbedürftig. So was darf sie sich nicht allzu oft leisten!'“

In den Sozialen Netzwerken wurde die Äußerung von Nahles kontrovers diskutiert. Viele Nutzer kritisierten die Politikerin und warfen ihr u.a. „Niveaulimbo“ vor.

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