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Ungewöhnliche Protestaktion gegen Stellenabbau: Hamburger Parteien kritisieren Mopo-Sparkurs von DuMont

DuMont-Chef Christoph Bauer , Logo der Hamburger Morgenpost
DuMont-Chef Christoph Bauer , Logo der Hamburger Morgenpost

Die Hamburger nennen sie kurz Mopo. Doch die traditionsreiche Boulevard-Zeitung aus der Elbmetropole steht erneut vor massiven Einschnitten. Rund elf Stellen sollen wegfallen, überwiegend in der Redaktion. Jetzt protestiert die Hamburger Politik gegen den Sparkurs der Kölner DuMont Mediengruppe. Alle in der Bürgerschaft vertretenen Parteien fordern den Verlag auf, die Maßnahmen zu überdenken.

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Wenn in Zeitungs- und Zeitschriftenhäusern an Redakteursstellen gespart wird, sind meist Journalistenverbände und Gewerkschaften schnell zur Stelle. Wortstark kritisieren sie die Sparhämmer der Verlage. Jetzt hat sich aber die Politik zu Wort gemeldet, um auf den Personalabbau bei einer der traditionsreichsten Boulevardzeitungen des Landes aufmerksam zu machen: der Hamburger Morgenpost. In einem Brandbrief fordern alle Hamburger Bürgerschaftsfraktionen von SPD, CDU, Grünen, FDP und Linke die DuMont Mediengruppe auf, ihre Sparpläne zurück zu nehmen.

Die Parteien sehen ansonsten die Medienlandschaft in der Elbmetropole gefährdet, da hierdurch vor allem wohl der Mopo-Konkurrent Bild Oberwasser gewinnen könnte. „Die angekündigten Kürzungen bei der Mopo sind ein schwerer Schlag für den Medienstandort Hamburg. Unsere Demokratie braucht die Kontrolle der Medien. Eine massive personelle Schwächung der Traditionszeitung wie die Mopo gefährdet dieses wichtige Zusammenspiel zwischen Politik und Medien für die Demokratie“, heißt es in dem Brief, den die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien unterzeichnet haben. Sie appellieren an den Kölner Mopo-Eigentümer, den Personalabbau sowie die Verlagerung der Mantelproduktion zu überdenken.

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DuMont plant nach mehreren Sparrunden in der Vergangenheit, erneut elf Stellen abzubauen, davon neun in der Redaktion sowie dem Layout und zwei weitere im Verlag. Doch es gibt nicht nur personelle Einschnitte. Auch die Struktur ändert sich. Ab dem 1. Januar nächsten Jahres wird der Politikteil der Zeitung nicht mehr in der Hansestadt produziert, sondern in Berlin. In Branchenkreisen kursieren Stimmen, dass die Zeitung durch die jetzigen Maßnahmen weiter an verkaufter Auflage verlieren wird. Diese sank in den vergangenen beiden Jahren um rund 18 Prozent auf inzwischen nur noch 71.313 Exemplare.

Die Hamburger Morgenpost gehört zu einem der traditionsreichsten Boulevardblätter des Landes. Die Erstausgabe erschien am 16. September 1949. Bis 1980 war das Blatt fest in der Hand der SPD. Nach zahlreichen Eigentümerwechseln ging die Zeitung 2009 zur Mediengruppe DuMont. Mopo-Geschäftsführer sind Susan Molzow und Michael Braun. Chefredakteur ist Frank Niggemeier.

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