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„Nicht an uns, eine Partei groß oder klein zu machen“: Chefredakteure von ARD und ZDF weisen Kritik an AfD-Berichterstattung zurück

Die Chefredakteure Rainald Becker (ARD, links) und Peter Frey (ZDF) wehren sich gegen Kritik an der AfD-Berichterstattung
Die Chefredakteure Rainald Becker (ARD, links) und Peter Frey (ZDF) wehren sich gegen Kritik an der AfD-Berichterstattung

In der Debatte, ob die Medien im Allgemeinen und ARD sowie ZDF im Besonderen eine Mitschuld daran tragen, dass die AfD mit fast 13 Prozent in den Bundestag einzieht, haben sich die Chefredakteure der beiden öffentlichen Sender zu Wort gemeldet. Sie weisen entsprechende Vorwürfe zurück.

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Vor allem aus der Politik wurde vor und besonders nach der Bundestagswahl der Vorwurf laut, vor allem ARD und ZDF hätten zum Erfolg der AfD beigetragen. Einmal hätten die Medien überproportional über AfD-Themen, wie die Flüchtlingsfrage, berichtet. Außerdem würden die TV-Sender AfD-Vertreter gezielt in Talkshows einladen, um Skandale zu provozieren und damit die Einschaltquoten zu steigern.

Am gestrigen Dienstag äußerte sich ARD-Chefredakteur Rainald Becker in einem Beitrag in den „Tagesthemen“ zu den Vorwürfen. „Es ist nicht an uns, eine Partei groß oder klein zu machen, sondern es geht darum, über einen Wahlkampf zu berichten“, sagte er. In diesem Wahlkampf seien die Themen der AfD immer wieder Thema gewesen und deshalb sei auch darüber berichtet worden. Becker bezweifelte außerdem, dass sich AfD-Anhänger vorrangig im öffentlich-rechtlichen Fernsehen informierten: „Wenn man sich angeguckt hat, was alles in den sozialen Medien zu lesen war und wenn man auch mit AfD-Anhängern spricht, wie und auf welche Weise die sich informieren, dann spielt das öffentlich-rechtliche Programm da eher eine untergeordnete Rolle.“

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ZDF-Chefredakteur Peter Frey wurde im ZDF-„Morgenmagazin“ zum Thema befragt. Er verwies darauf, dass zahlreiche Themen des Wahlkampfs auch außerhalb des viel kritisierten „TV-Duells“ zur Sprache gekommen seien. Was den Umgang mit der AfD angeht, so müsse man aus den Erfahrungen in Österreich und Frankreich lernen. In beiden Ländern sind mit der FPÖ und Front National schon lange rechte Parteien in den Parlamenten vertreten. Frey: „Unsere Demokratie wird das aushalten. Wir dürfen uns nicht verengen lassen auf das Themenset dieser Partei, das ist nämlich begrenzt.“

Der ZDF-Chefredakteur äußerte sich auch zu dem Vorwurf, die Sender würden AfD-Vertreter einladen, um Einschaltquoten zu pushen: „Wenn wir uns zum Beispiel ‚Maybrit Illner‘ anschauen und seit Anfang 2016 betrachten, dann hat es bei knapp 400 Gästen elfmal Vertreter der AfD gegeben. Das sind weniger als drei Prozent. Ich glaube das zeigt sehr deutlich, dass wir hier niemanden benutzen, um unsere Quoten nach oben zu treiben.“

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