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Irreführende Werbung für Middelhoff-Biografie: Gericht bestätigt einstweilige Verfügung gegen Campus Verlag

Brachten ihre Bücher fast zeitgleich heraus: Journalist Massimo Bognanni (l.) und der ehemalige Bertelsmann-CEO Thomas Middelhoff
Brachten ihre Bücher fast zeitgleich heraus: Journalist Massimo Bognanni (l.) und der ehemalige Bertelsmann-CEO Thomas Middelhoff

Das Landgericht Hamburg hat eine einstweilige Verfügung gegen den Campus Verlag bestätigt. Das gab die Pressekammer am Mittwoch in ihrer Urteilsverkündung bekannt. Dem Verlag wird damit untersagt, die Biografie über Thomas Middelhoff mit der Aussage zu bewerben, dass Autor Massimo Bognanni mit dem ehemaligen Top-Manager gesprochen hat. Gegen den Inhalt des Buches ging Middelhoff nicht vor.

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Middelhoff, der zur Zeit wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung eine dreijährige Haftstrafe im offenen Vollzug absitzt, war ausschließlich gegen die Werbung für die Biografie vorgegangen. Die Aussage, dass Bognanni mit dem ehemaligen Bertelsmann-CEO und KarstadtQuelle-Chef gesprochen habe, war dabei eine von mehreren weiteren Werbe-Botschaften, die nicht angefochten worden sind.

Der Wahrheitsgehalt der Aussage war dabei unstreitig. Bognanni, der hauptberuflich für das Handelsblatt arbeitet, hatte tatsächlich mit Middelhoff gesprochen – allerdings nicht in konkretem Bezug auf die Biografie. Das wiederum hatte die Werbebotschaft zwar ebenso wenig konkret behauptet.  Dass sie dennoch verboten wird, hat allerdings wohl damit zu tun, dass sie nach Ansicht der Richter diesen Eindruck erweckt hat.

In der mündlichen Verhandlung am vergangenen Freitag (Az. 324 O 252/17) ging es nämlich genau um diese Frage (MEEDIA berichtete). Die Kammer folgte anschließend offensichtlich der Ansicht von Middelhoffs Medienanwältin Stephanie Vendt. Diese hatte zusätzlich argumentiert, dass Middelhoffs eigenes Buch „A 115“, das etwa zeitgleich mit dem Buch von Bognanni erschienen war, keine Autobiografie sei. Dieser Argumentation folgend würde dadurch der Eindruck, beim Werk aus dem Campus Verlag könnte es sich um eine autorisierte Biografie handeln, verstärkt.

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Was letztlich die genauen Gründe für die Entscheidung der Pressekammer gewesen sind, ging aus der Urteilsverkündung am Mittwoch nicht hervor. Eine schriftliche Begründung steht noch aus. Ein Nachspiel wird der Rechtsstreit womöglich nicht haben. Wie der Campus Verlag auf Nachfrage von MEEDIA mitgeteilt hat, wolle man es bei der erstinstanzlichen Entscheidung belassen.

MEEDIA gehört zur Verlagsgruppe Handelsblatt

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