Top-Analyst gibt Entwarnung für Apple: iPhone 8-Verkäufe „stabil, nicht schwach“

Das neue iPhone 8 Plus und iPhone 8 © Apple

Digital Economy Seit Freitag sind das neue iPhone 8 und 8 Plus im Handel, die mit so viel Skepsis betrachtet werden wie wohl noch nie in der Geschichte des Kultsmartphones aus Cupertino. Die Testberichte waren enttäuschend, die traditionellen Schlangen am Erstverkaufstag blieben aus. Floppt das iPhone 8 etwa? KGI Securities-Analyst Ming-Chi Kuo gibt nun Entwarnung: Nach seinen Erhebungen seien die iPhone 8-Verkäufe in den ersten Tagen "nicht schwach", sondern "stabil" ausgefallen.

von Nils Jacobsen

Waren die Abgesänge vorschnell und übertrieben? Die Kritiken zu Apples zwei neuen Smartphones, dem iPhone 8 und iPhone 8 Plus fielen so verhalten bis vernichtend aus wie bei keinem iPhone zuvor. „Zum ersten Mal in der zehnjährigen Geschichte des iPhones kann ich nicht empfehlen, die neusten Modelle zu kaufen…“, resümierte etwa Techredakteur Steve Kovach vom Business Insider.

„Das iPhone 8 sieht wie ein iPhone aus dem Jahr 2014 aus. Wie bei Film-Fortsetzungen ist das Beste am iPhone 8, dass es komplett vermeidbar ist…“, lautete, noch harscher formuliert, der Testbericht der New York Times. „Es ist nicht die Zukunft, es ist keine Innovation, es ist der Standard. Es ist ein iPhone“, zeigte sich auch das Techportal The Verge wenig begeistert. Der Grund: Vor dem Launch des neuen iPhone X, das im November in den Handel kommt,  wirkt die 8er-Serie bereits wie ein Anachronismus.

Top-Analyst Kuo: iPhone 8-Nachfrage „nicht schwach“

Entsprechend verhalten bis geradezu enttäuschend fiel dann auch die Kunden-Resonanz am ersten Verkaufstag aus, an dem sich traditionell Hunderte Apple-Fans vor den Toren der Apple Stores versammeln, um in den ersten Minuten nach dem Verkaufsstart ein neues iPhone in den Händen zu halten. Davon jedoch war am vergangenen Freitag, als das iPhone 8 auf den Markt kam, nichts zu sehen. Praktisch rund um die Welt bot sich das gleiche Bild: Der Käuferansturm blieb von Pasadena über Ottawa, London bis nach Brisbane und Hangzhou aus.

Entsprechend alarmiert reagierte die Wall Street, an der die Apple-Aktie seit der Keynote vor zwei Wochen immer weiter in den Abwärtsstrudel geriet, mit weiteren Abschlägen – nach Meinung von KGI Securities-Analyst Ming-Chi Kuo allerdings zu unrecht.

Nachfrage bei Mobil-Providern „stabil“

In einer neuen Research-Note, die dem Blog Apple-Insider vorliegt, gab Kuo heute Entwarnung: Wie der gut vernetzte Tech-Analyst mit Verweis auf die Zulieferkette berichtet, sei das verkaufe sich das iPhone 8 „nicht schwach“. Der Markt bewerte die Erstverkäufe am Startwochenende „exzessiv negativ“.

Ein Grund: Die ausbleibenden Schlangen würden nur die SIM-Karten-losen Modelle betreffen, die Kunden bei Apple ohne Subvention der Mobilfunkbetreiber direkt in seinen Stores kaufen. Der Löwenanteil der Käufer würde jedoch bei Mobilfunkbetreibern mit zum deutlich günstigeren Konditionen der  2-Jahresverträge ein neues iPhone erwerben – die Nachfrage nach dem iPhone 8 sei hier „stabil“.

Kuo: halb so viele iPhone 8 wie iPhone 7 verkauft

Nach Erhebungen von Kuo habe Apple am ersten Verkaufswochenende etwa halb so viele iPhone 8 / 8 Plus abgesetzt wie ein Jahr zuvor von der Vorgängergeneration iPhone 7 / 7 Plus – was angesichts der erwartet großen Käuferzurückhaltung vor dem iPhone X-Launch am 3. November kein schlechtes Ergebnis wäre. Interessanterweise scheint sich das teurere 5,5 Zoll große Plus-Modell besser zu verkaufen als das 4,7 Zoll große iPhone 8.

Für das dritte Kalenderquartal 2017, das am Samstag endet, rechnet Kuo mit 16 bis 18 Millionen verkauften iPhone 8 / 8 Plus. An der Wall Street wurde die Entwarnung des Apple-Top-Analysten mit Erleichterung aufgenommen: Die Apple-Aktie setzte ihre moderate Erholung heute mit einem marginalen Kursanstieg auf 154 Dollar fort.

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