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AdBlock Plus versus Facebook: Eyeo findet erneut Weg, Werbung im sozialen Netzwerk zu blockieren

Will Werbung bei Facebook unterdrücken: Eyeo mit seiner Software AdBlock Plus
Will Werbung bei Facebook unterdrücken: Eyeo mit seiner Software AdBlock Plus

Eyeo, die Firma hinter der Software AdBlock Plus, greift erneut Facebook an. Die Programmierer des Kölner Unternehmens haben ein Update entwickelt, mit dem sich Werbung in der Timeline wieder unterdrücken lassen soll. Eyeo feiert die Softwareaktualisierung als Erfolg, an dem das Unternehmen zuletzt ein Jahr lang gearbeitet hat, den sich das soziale Netzwerk aber wohl nicht gefallen lassen wird.

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„Unser neuestes Update funktioniert trotz Facebooks Verschleierungstaktik, die Werbeanzeigen so versteckt, dass Adblocker sie nicht blockieren können“, verkündet das Unternehmen stolz. AdBlock Plus sei nun in der Lage einzelne Postings zu lesen und Werbebotschaften zu erkennen. Die entsprechenden Elemente würden daraufhin von der Software gefiltert und nicht mehr ausgespielt, heißt es. Das Update soll die kommenden Tage ausgerollt werden.

Was genau seine Entwickler unternommen haben, um Werbung zu blockieren, verrät Eyeo nicht. Wohl damit Facebook nicht so schnell reagieren kann, um die Tricks wieder auszuhebeln. Daran wird das Netzwerk aber womöglich unverzüglich arbeiten. Es ist nicht das erste Mal, dass das US-Unternehmen auf Angriffe dieser Art reagieren muss. Zuletzt hatte Facebook vor ziemlich genau einem Jahr seine Entwickler darauf angesetzt, etwas gegen die Eyeo-Software zu unternehmen. Die Lösung war offenbar so gut, dass die Werbe-Unterdrücker zwölf Monate lang an neuen Methoden gearbeitet haben.

Wie lange nun wiederum Facebooks Entwickler brauchen werden, um die Werbung wieder einzublenden, bleibt abzuwarten. Eyeo macht aber klar, dass man sich nicht aufhalten lassen will. „Zwar wird Facebooks Entwickler-Armee auch diese Lösung wahrscheinlich irgendwann wieder aushebeln, aber beim nächsten Mal können wir Dank unserer extrem verlässlichen Community ebenfalls viel schneller reagieren“, heißt es.

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Dieses „Katz-und-Maus-Spiel“, wie Eyeo es nennt, ist insofern bemerkenswert, weil Facebook sich ganz offensichtlich nicht geschlagen geben will und noch einmal andere Möglichkeiten hat, als andere unter AdBlockern leidende Websites. Betreiber von Nachrichtenseiten greifen beispielsweise zu anderen Mitteln. So lassen einige Medien Nutzer mit aktivierter Block-Software gar nicht mehr auf die eigenen Seiten. Andere, wie beispielsweise die Süddeutsche, verlangen von AdBlock-Nutzern eine Registrierung. Ähnlich haben auch internationale Angebote wie die Washington Post oder die New York Times gehandelt. Ein weiteres Instrument von Publishern war bisher auch der Rechtsweg. Die meisten Urteile fielen bislang allerdings zugunsten der AdBlocker aus.

Bislang ist AdBlocking vor allem auf dem Desktop ein Problem, das sich nur schwer in den Griff bekommen lässt. Laut Branchenverband BVDW schwankt die Rate seit einigen Jahren zwischen 17 und 22 Prozent, zuletzt lag sie bei rund 20 Prozent der Internetnutzer. Portale, die ihre Reichweite vermarkten, schmerzt das. Immerhin scheint der Markt auf dem Desktop mittlerweile gesättigt, weshalb sich Entwickler von AdBlock-Software zunehmend auf Mobil-Angebote konzentrieren.

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