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“Sie sind da” vs. “Der mächtigste Mann Deutschlands”: So unterschiedlich titeln Spiegel und Focus zur Wahl

Spiegel-Cover zur dunklen Seite der politischen Macht, Focus-Titel mit Aufsteiger Christian Lindner
Spiegel-Cover zur dunklen Seite der politischen Macht, Focus-Titel mit Aufsteiger Christian Lindner

Einen Tag nach der Bundestagswahl haben Spiegel und der Focus jeweils ihre Special-Ausgaben vorgelegt – mit unterschiedlichen Akzenten. Während der Focus einen Sieger feiert und FDP-Chef Christian Lindner "mächtigsten Mann Deutschlands" erhebt, setzt der Spiegel mit einem höchst suggestiven Cover auf die Angst vor den Rechtspopulisten der AfD.

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Seine Einschätzung begründet der Focus auf seiner Titelseite wie folgt: “Christian Lindner rettete die FDP. Jetzt soll er die Kanzlerin retten.” Damit spielt die Redaktion auf den Umstand an, dass ohne die Liberalen keine Mehrheit jenseits von SPD oder AfD möglich ist. Der Titel ist insofern konsequent, weil sich das Nachrichtenmagazin seit Wochen bereits begeistert vom Chef der liberalen Partei zeigt. Er dürfte dennoch für Diskussionen sorgen, da bis zur Bildung der zu erwartenden Jamaika-Koalition mit CDU, CSU und Grünen noch einige Hürden zu meistern sind. Abwarten, wie viel Macht und Gestaltungsraum am Ende für den Focus-Hoffnungsträger im Bündnis wirklich bleibt.

Der Focus erscheint am morgigen Dienstag allerdings nicht mit einem neuen Heft, sondern aktualisiert seine aktuelle Ausgabe, die seit Samstag im Handel ist. Insgesamt produzierte die Redaktion 42 neue Seiten.

Der Spiegel dagegen stemmt ein ganzes Heft mit beachtlichen 132 Seiten. Die zusätzliche Ausgabe „39a“ drei Tage nach dem EVT von Heft 39 liegt ebenfalls ab morgen an den Verkaufsstellen.

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Das Cover könnte dabei noch für Diskussionen sorgen. In einer an “Star Wars”-Filmplakate erinnernden Optik (“Das Erwachen der Macht”) sind Alice Weidel und Alexander Gauland sowie eine sehr kleine und verzagte Angela Merkel zu sehen. Die beiden AfD-Spitzenkandidaten sehen bedrohlich und übermächtig aus. Die Zeile dazu lautet  “Sie sind da”. Die Anspielung auf den Hitler-Bestseller “Er ist wieder da”, ist offensichtlich.

Die Frage, ob man bei 12,6 Prozent für die AfD bereits davon sprechen kann, die Rechtspartei “überrolle” die Volksparteien, könnte durchaus kontrovers beantwortet werden. Und „da“ sind die AfDler genau genommen ja schon eine ganze Weile. Der Spiegel hat mit übergeigten Covern aber in der Vergangenheit am Kiosk durchaus Erfolge erzielt, u.a. mit dem Meteoriten-Titel nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten, das die Redaktion noch mit Headline „Das Ende der Welt (wie wir sie kennen)“ auflud. Der Verkaufserfolg einer Ausgabe ist dabei eine durchaus wichtige Kategorie für ein Medium; für das Verhältnis der Cover-Aussage zur Realität gilt dies aber auch.

 

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Alle Kommentare

  1. In 4 Jahren wird es eine von Koalitionsparteien nicht mehr geben. Mutti wird es schon richten. Alles Paletti, Alles Schicki Lacki…weiter so in den Untergang.

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