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Fernseh-Studie: 15 Prozent der Deutschen zahlen keinen Rundfunkbeitrag – 82 Prozent halten ihn für zu hoch

Die Zahlungsbereitschaft für Bewegtbild-Inhalte ist da – sie ist nur ungleich verteilt.
Die Zahlungsbereitschaft für Bewegtbild-Inhalte ist da – sie ist nur ungleich verteilt.

Wie bereit sind die Deutschen, für Bewegtbild-Inhalte zu bezahlen? Eine Befragung von Statista ergibt: Die Bereitschaft ist hoch – jedoch nicht für klassisches TV. Wenig überraschend liegt zwar das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit 82 Prozent zahlenden Kunden an erster Stelle, jedoch halten genauso viele den Rundfunkbeitrag für zu hoch. Weiter fällt auf: Die Deutschen zahlen für Netflix und Co. lieber als für klassisches Fernsehen.

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Das sind Ergebnisse aus einer repräsentativen Statista-Befragung unter 1.046 Menschen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren. Aus der Umfrage gehen keine Gründe für die Nicht-Zahlung des Beitrages hervor. Damit ist nicht klar, ob die 15 Prozent Nicht-Zahler den Beitrag grundsätzlich verweigern beziehungsweise wie viele von ihnen von der Zahlung befreit sind. Nach Statista-Angaben wissen vier Prozent der Befragten gar nicht, ob sie zahlen – 81 Prozent sind Zahler.

Allerdings ist die Akzeptanz der Beitragsgebühren spürbar gering. 82 Prozent der Befragten halten die monatlichen 17,50 Euro für zu hoch, nur 18 Prozent sind damit einverstanden.

Zum Vergleich hat Statista danach gefragt, wie viel die Teilnehmer für den Empfang des privaten Fernsehens ausgeben. 35 Prozent haben dabei angegeben, gar keine Privatanbieter zu empfangen, 18 Prozent geben kein Geld dafür aus, vier Prozent zahlen bis zu zehn Euro, nur zwei Prozent zahlen mehr als 50 Euro im Monat.

Der beliebteste Sender der Deutschen kommt ebenfalls aus dem Privat-Sektor: 19 Prozent der Befragten schauen am liebsten RTL, 17 Prozent die Konkurrenz von ProSieben, Das Erste kommt an dritter Stelle (14 Prozent).

Was die Qualität des Fernsehens angeht, sind 41 Prozent der Befragten mit dem Privatfernsehen zufrieden. 24 Prozent sind unzufrieden mit dem Programm der Privaten. Am meisten stört dabei die Werbung, die von 52 Prozent der Befragten als negativ empfunden wird. 24 Prozent sind unzufrieden mit der Qualität der Filme, 20 Prozent mit den Serien. 22 Prozent stören sich am Angebot der Politiksendungen. Gründe wurden hier ebenfalls nicht abgefragt.

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Werbung stört auch bei den öffentlich-rechtlichen Angeboten: 42 Prozent der Befragten nämlich, gefolgt von der Filmqualität (37 Prozent) und Serien (34 Prozent). 22 Prozent stören sich an den Politiksendungen von ARD und ZDF. Insgesamt sind 33 Prozent unzufrieden mit dem Programm, ebenfalls 33 Prozent sind aber zufrieden.

Zahlungsbereitschaft bei Streaming-Diensten deutlich höher

Mit Blick auf die Zahlungsbereitschaft sind auch die Umfrageergebnisse zu Streamingdiensten interessant. So hat sich Statista mit der Bekanntheit von Anbietern befasst und nach der Nutzung gefragt. So geben 26 Prozent der Befragten an, Amazon Prime Video zu nutzen. Mit 59 Prozent ist auch die Bekanntheit unter den nicht zahlenden Kunden groß. Für das Apple-Angebot iTunes trifft das sogar noch mehr zu: 66 Prozent kennen iTunes, nutzen es aber nicht. Nur acht Prozent kaufen dort. Die Zahlungsbereitschaft für Netflix ist ähnlich hoch wie bei Amazon. 21 Prozent geben an, zahlende Kunden zu sein, 67 Prozent kennen es, sind aber nicht angemeldet.

Mit 49 Prozent der Befragten gibt fast die Hälfte monatlich bis zu zehn Euro für Video on Demand aus, 17 Prozent bis zu 20 Euro, 16 Prozent bis zu 50 Euro. Auffallend ist, dass Streaming gerne geteilt wird. 17 Prozent geben an, einen Streaming-Dienst alleine zu nutzen, ganze 31 Prozent teilen ihr Abo mit einer weiteren Person. Genauso viele (30 Prozent) teilen durch drei, 15 Prozent durch vier. Am meisten wird dabei innerhalb der Familie geteilt (81 Prozent), 22 Prozent schließen sich mit Freunden zusammen.

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Alle Kommentare

  1. Diese unfassbare Ansammlung von staatlichen TV-Sendern, Radio-Sendern, Internetplattformen, Sendeanstalten und damit verbundenen gigantischen Mengen von Angestellten und Material haben mit dem staatlichen Auftrag rein gar nichts zu tun und sind einfach nur Arbeitsplatz Beschaffungsmaßnahmen und staatliche Selbstbedienungseinrichtungen.
    Hier muss sogar ganz erheblich reduziert werden und ich würde mir wünschen wenn die Beiträge mindestens auf die Hälfte gekürzt würden – dann wäre immer noch weit mehr Budget da, als für die Erfüllung des staatlichen Auftrags nötig ist.
    Tragisch ist allerdings, dass ausgerechnet die AfD dieses Thema als einzige Partei konkret angehen will – berechtigter Weise.
    Ich werde die zwar trotzdem nicht wählen, aber in diesem und noch 1, 2 mehr Punkten haben die leider recht.

  2. Frage: wie können 15 % die Rundfunk-Zwangsgebühr nicht bezahlen, wenn sie doch von jedem Haushalt erhoben wird? Heisst das, eine WG z.B zahlt einmal, sind aber bis zu 20 Personen?
    Frage 2: müssten die öffentlich-rechtlichen Sender sich bei dieser Analyse nicht schämen, oder wenigstens sich selbst ein paar Fragen stellen.
    Frage 3: Das sonst so gängige Wort Grundversorgung entfällt – warum?
    Frage 4: Wie liessen sich 17 Euro Zwangsknete für T&T und K&K = Telenovela und Talk, Kochklatsch und Krimis – auf welches Maß reduzieren? Etwa in dem man die Milliarden Pensionsrückstände bei den Öffentlichen zurück schraubte auf ein übliches Lebensende- Entgelt.
    Frage 5: Jene 33.333 € je Monat für WDR-Mufffti Tom Buhrow, sind die angemessen? Im Vergleich zu Fußballern vielleicht, im Vergleich zu einem Handwerker nicht – und mehr als blasses Handwerk bietet T.B. nicht.

    1. JEDER kann den Rundfunkbeitrag verweigern. Einfach das Online Konto aufrufen, die GEZ Abbuchung stornieren, und 3 Monatsbeiträge werden sofort zurücküberwiesen. Erstmal stornieren. Wer nicht 100% verweigern will, geht auf Nummer sicher und überweist sporadisch und unregelmässig einen „kleinen“ Beitrag. Die GEZ ist machtlos bei der Menge der Stornierungen. Ich selber zahle 5 Jahre nicht mehr, einmal schrieb der Gemeindevollzieher, darauf hab ich 200,- nachgezahlt. Seitdem kommt nichts mehr, nicht mal Mahnungen.

    2. Zu ihrer zweiten Frage/Anklage: Sie klagen die falschen an. Im Text steht ganz klar, dass die Statistik von Statista durch geführt wurde, nicht von den öffentlich-rechtlichen Sendern.

  3. Will der Glotzen-Mob also doch nicht mit Degeto-Schmalz und grünlinken Polit-Schlonz beackert werden, lieber House of Cards und Game of Thrones ohne bräsig-öde „Deutsche Werbung“ … so ein freches Pack …

    Genossen!!

    Heute-Show und Panorama MARSCH !

    NATO-Kleber und das Nachrichtenkollektiv Dr. Gniffke zum Angriff !

  4. „35 Prozent haben dabei angegeben, gar keine Privatanbieter zu empfangen“

    Heisst das: „35% gucken nicht mal RTL“ ?
    Da freuen sich die Werbevermarkter „sicher“.

    „hohes Alter“ suchen in http://www.golem.de/news/medienanstalt-analogabschaltung-im-tv-kabelnetz-kommt-1509-116192.html
    Sowas (inclusive der am Wahltag ersichtlichen Folgen) kommt natürlich davon, wenn man alten Leuten keine neuen Technologien bei bringt und somit seinen Bildungsauftrag nicht erfüllt oder sich einfach nicht um seine Eltern und Großeltern kümmert.
    Daher hat jede Generation ihre Ersparnisse verloren und die jungen Leute glauben noch an Wahl-Blabla oder eine Zukunft: Aufbau Ost, Lehmann-Krise, Neuer Markt, aktuelle Baublase2.0.
    „Tolles“ Schulsystem hat wohl auch nicht geliefert. Die mischen korrekt(oder auch nicht) den Zement auf Baustellen an und drehen die Winterreifen mit dem korrekten Drehmoment fest (oder auch nicht)…

    google: qualität bewerber handwerk
    beweist anhand der Snippets den Zustand vom Land.

    Alte Leute (und seltener wohl junge Leute) sterben an Lungenentzündung vermutlich weil das Immunsystem versagt. Gleiches gilt bald wohl hier:
    http://meedia.de/2017/09/15/zeit-chef-rainer-esser-in-einem-gastbeitrag-bei-meedia-foto-johannes-arlt/ „Immunsystem unserer Demokratie“

    Anmerkung:
    RTL: RTL2, SuperRTL, RTLnitro, RTLplus, VOX, n-tv
    Pro7: Sat.1, Pro7maxx, Sat.1Gold, Kabel1, Kabel1Doku, sixx
    diverse eigenständige Sender wie Tele5, eoTV, ServusTVDeutschland(HD), Zee TV(HD), Sky News(HD) usw. auch noch und was ich sonst noch an FreeTV vergessen habe.

    Oder geht es um: „Intensivierung der politischen Bildungsarbeit“ in http://www.theeuropean.de/beatrice-bischof/12729-neue-deutungsburgen-moderner-wahlkaempfe und die entsprechende Zielgruppen wo andere Sender nach vorne sortiert werden und die entsprechenden Daily-Soaps laufen ?

  5. Erstaunlich.
    15 % der Haushalte sind demnach als von der Beitragspflicht befreit zu betrachten.
    Als ordentliche Staatspresse muss man das Ergebnis natürlich regierungsfreundliche aufweichen und schweigt sich über den Anteil der Beitragspflichtigen Nichtszahler aus.
    Kein Wunder, dass die Staatspresse geshlossen gegen die AfD aufmarschieren muss, beabsichtigt diese doch die Beitragspflicht auf das Elementare zurück zu dampfen. Das muss bei dem Salär der zweifelhaften Intendanten mit allen Mittel verhidnert werden.
    Die AfD bleibt auch so symphatisch genug.

    1. 15 % der Haushalte betrachten sich als von der Beitragspflicht befreit. ab ich auch gemacht, die Einziehung übers Konto gestoppt.

    2. Dass die „Staatspresse“, wie Sie sagen, „geschlossen gegen die AfD aufmarschieren muss“, mag ja wohl auch an dieser Partei selbst liegen, meinen Sie nicht? Die bietet doch selbst den Stoff, über den die Medien dann berichten! Und, das wird, auch hier, von ihren Anhängern gern „vergessen“ oder nicht bedacht, dass mit der AfD eine ganz andere Art von Staatsfernsehen kommen wird, nämlich eine, die an unselige Zeiten so etwa von 1933 bis 1945 erinnert! Ob den ganzen Moserern hier und sonstwo dann das Programm besser gefallen wird, mag ich doch sehr bezweifeln, aber es wird ja dann wenigstens noch die ganzen privaten Sender mit ihrer ganzen Werbung geben, die ja den meisten auch nicht gefällt! Aber es gibt doch immer wieder Leute, denen man es nie recht machen kann …

      All die Dummschwätzer hier und sonstwo, die, die mosern (und dann womöglich noch nicht einmal Gebühren zahlen), sollen sich doch mal beispielsweise in den USA informieren, wo es keine Rundfunkgebühren gibt, wie es in der dortigen Fernseh- und Radiolandschaft aussieht. Dort kommen nämlich noch viel höhere Gebühren durch Abonnements auf Sie zu, wenn Sie überhaupt etwas sehen oder hören wollen, oder unendlich viel mehr Werbung als hier!

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