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Nach 50 Jahren: Kult-Musikmagazin Rolling Stone stellt sich zum Verkauf

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Seit einem halben Jahrhundert gilt das Rolling Stone Magazine als die Bibel des Musik-Journalismus: Nun jedoch stellt Gründer Jann S. Wenner das Blatt zum Verkauf. Der inzwischen 71-Jährige hatte den Rolling Stone 1967 als Student gegründet und sein Musikmagazin, für das Autoren wie Hunter S. Thompson oder Tom Wolfe schrieben, schnell zu einer Institution der Popkultur gemacht. Im vergangenen Jahr verkaufte Wenner, der den Rolling Stone inzwischen mit seinem Sohn Gus führt, bereits 49 Prozent am Magazin an das Singapurer Internet-Unternehmen BandLab Technologies.

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Man kann es das Ende einer Ära nennen: Über die enorme Spanne eines halben Jahrhunderts hat das Rolling Stone Magazine den Zeitgeist der Popkultur geprägt wie wohl kaum kein anderes Print-Medium und dabei seine Unabhängigkeit bewahrt – bis jetzt.

Gegründet wurde der Rolling Stone, der schnell zum Sprachrohr und Navigator der Rock-Szene wurde, 1967 vom Berkeley-Studenten Jann S. Wenner. Der Magazinname, oft fälschlicherweise mit den Rolling Stones vermischt, leitet sich tatsächlich vom Bob Dylan-Klassiker „Like a Rolling Stone“ ab.

„Es gibt Herausforderungen, die wir nicht alleine stemmen können“

Das Rolling Stone Magazine erlangte durch seine Interviews mit Rockgrößen wie Mick Jagger, Eric Clapton, Bob Dylan oder Pete Townshend, die Wenner größtenteils selbst führte, und seinen provokativen Titelbildern in den 70er-Jahren Kultstatus. Journalistisch prägte der Rolling Stone vor allem mit Reportagen von Star-Autoren wie Hunter S. Thompson („Fear and Loathing in Las Vegas“) und Tom Wolfe als Verfechter des „New Journalism“ eine Ära.

Der Paradigmenwechsel von Print zu Online ist am Rolling Stone indes nicht spurlos vorbeigegangen. „Es gibt Herausforderungen, die wir nicht alleine stemmen können“, erklärte Wenners Sohn Gus, der die Geschäfte inzwischen mit seinem Vater führt, am Sonntag gegenüber der New York Times.

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Offerte über halbe Milliarde Dollar angeblich ausgeschlagen

Die Folge: Nach einem halben Jahrhundert stellt sich der Rolling Stone selbst zum Verkauf. Dabei ist fast die Hälfte am Blatt schon verkauft: Im vergangenen Jahr sicherte sich das weitgehend unbekannte Singapurer Start-up BandLab Technologies bereits 49 Prozent an der Pop-Institution.

Seinerzeit konnte Wenner für sein Lebenswerk nur noch einen Bruchteil des vermeintlichen früheren Wertes erlösen – BandLab Technologies überwies für knapp die Hälfte am Rolling Stone lediglich 40 Millionen Dollar, wie die NYT berichtet. 1999 hatte Wenner noch erklärt, er habe eine Offerte über eine halbe Milliarde Dollar für das Kult-Musikmagazin ausgeschlagen.

Was der Rest am Rolling Stone heute wert ist, erscheint ebenso spekulativ wie ein möglicher Käufer. Als potenzieller  Bieter wird American Media (The National Enquirer) gehandelt, das Wenner im März und Juni dieses Jahres bereits seine beiden Lifestyle-Titel Us Weekly and Men’s Journal abgekauft hatte.

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