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#GähnOfThrones zwischen Merkel und Schulz: Böhmermanns lahmes Comeback nach der Sommerpause

#GähnOfThrones: Gähnt Böhmermann da etwa über die eigene Sendung?
#GähnOfThrones: Gähnt Böhmermann da etwa über die eigene Sendung?

Jan Böhmermann ist mit seinem „Neo Magazin Royale“ zurück aus der Sommerpause und legt gleich einmal eine sich selbsterfüllende TV-Prophezeiung hin. So lautete das Oberthema der Sendung „Mein Gott, ist der Wahlkampf langweilig“. Und wie war die Sendung? Genau: langweilig. Dabei kann der ZDF-Moderator doch auch lustig, wie er in einer wunderbaren Zeitschriften-Parodie beweist, in der er nach Barbara und Joko weitere mögliche Star-Zeitschriften zeigt, wie „O Freunde“ von Helena Fürst.

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Die erste Sendung nach der Sommerpause des „Neo Magzain Royale“ beweist gleich mal dreierlei:

  1. Böhmermann kann keine Sendungen nach der Sommerpause. Bislang gingen fast immer alle ersten Ausgaben nach den Ferien schief. So sei nur an die Folge von vor zwei Jahren erinnert, in der er die Talkshow mit Oli Schulz verkündete. Das war reines Ego-Marketing ohne Spaß-Faktor für den Zuschauer.
  2. Böhmermann sollte die Finger von der großen Politik lassen. Bereits seine Tweets zum TV-Duell waren langweilig und oftmals deplatziert. Auf diesem Niveau bewegten sich diesmal auch weite Teile der Sendung. In Ermangelung echter Wahlkampf-Aufreger, die er hätte aufspießen können, arbeitete er sich dann an Altbekanntem, wie dem von der CDU bezahlten Thadeusz-Interview mit der Kanzlerin ab oder dem Treffen von Bushido und Beatrix von Storch.
  3. Böhmermann kann wirklich lustig sein, wenn er sich selbst erlaubt, einfach mal nur auf albernen Spaß zu setzen. Bestes Beispiel dafür war diesmal die Rubrik „Alarmstufe Print“.

In dieser Rubrik beschäftigt sich die Sendung mit Lustigem aus der alten Welt der gedruckten Zeitungen und Zeitschriften. Diesmal nahmen sich Böhmermann und seine Redaktion die neue G+J-Masche vor, mit den Namen von Prominenten Magazine zu labeln. Barbara ist das Erfolgsbeispiel und im kommenden Frühjahr soll bekanntlich Joko von und mit Joko Winterscheidt folgen.

Allerdings schlägt Böhmermann vor, dass das Heft angelehnt an der Lache von Winterscheidt lieber „Ah Ah Ah Ah“ heißen sollte. Titelgeschichte: „Aufgeschwatzt und reingebuttert: Die 100 erfolglosesten Geschäftsideen“. Eine Anspielung auf die Startups wie GoButler, in die der ehemalige „HalliGalli“-Moderator bislang wenig erfolgreich investierte. Weitere Story, die auf der Titelseite angekündigt wird: „Volkskrankheit Klaas am Bein“.

Folgend präsentierte Böhmermann noch weitere lustige Magazin-Ideen für Promi Hefte. Seine Vorschläge:
Das Guttenberg-Magazin mit der Titelgeschichte: „Machtinstrument Arschgeige: taktvoll den Bogen überspannen“. Oder auch: „Warum entscheiden: recht haben oder geil aussehen?“


Das Helena Fürst-Magazin „0 Freunde“:


Mit der Boris Becker-Sonderbeilage „0 Geld“:

Oder auch die „SchwYps“ von und mit Til Schweiger:

Und sonst? Böhmermann macht sich langatmig über Birgit Schrowanges grauen Haare und Air Berlin lustig. Allerdings auf niedrigstem Witz-Niveau. Beispiel: „Ich glaube, für die Air Berlin ist der Zug abgefahren. Oder wie die Piloten sagen, die Cockpit-Tür ist zu“.

Dabei hätte Böhmermann doch die passende Humor-Kompetenz auch für politische Themen im Team. Wenn er schon nicht gut über Merkel und Schulz witzeln kann, so können es seine Leute. Der erfolgreichste Tweet zum TV-Duell kam von der „Neo Magazin Royale“-Autorin Giulia Becker. “’Ich war gestern in einer Kirche!‘ ‚Ich war gestern in 2 Kirchen!‘ ‚Ich war in 3 Kirchen UND mein Vater ist tot!‘ Wahlkampf 2017„ Mehr als 6.300 Interaktionen sammelte das Posting ein. Und auch ihr Team-Kollege Max Bierhals gelang ein weiterer Twitter-Hit zum Duell, mit dem Strunz-Gag. „Ich warte nur drauf, dass Claus Strunz fragt, ob Angela Merkel Martin Schulz oder Flüchtlinge heiß findet“. Damit sammelte Bierhals 1.170 Interaktionen ein.

Von dieser politischen Witze-Kraft waren die gestrigen Texte der Sendung jedoch weit entfernt. Selten war ein #Hashtag der Woche passender. Diesmal lautete er #GähnOfThrones. Zum Gähnen war es wirklich.

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