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Plötzlich fünf Modelle: Apples überraschende Diversifizierung der iPhone-Produktlinie

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Das neue iPhone 8 Plus und iPhone 8 © Apple

Der Preis ist heiß: Das neue Flaggschiff-iPhone wird so teuer wie nie. Happige 1319 Euro werden für die große Version des iPhone X fällig – 220 Euro mehr als für ein MacBook Air. Wie gut, dass Apple iPhone-Interessenten gleichzeitig die größte Produktpalette aller Zeiten anbietet: Nicht nur hat der Techpionier als Alternative mit dem iPhone 8 und 8 Plus zwei weitere neue Modelle unter der 1000-Euro-Marke gelauncht, sondern gleich zwei weitere Vorgängergenerationen im Programm. Das Einstiegsmodell iPhone SE ist zudem nun so günstig wie nie.

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Die Gerüchte haben nicht getrogen: Apple lässt sich das vermutlich größte Upgrade in der zehnjährigen iPhone- Evolution fürstlich bezahlen. Um happige 350 Dollar bzw. 250 Euro ist das neue iPhone-Flaggschiff im Vergleich zum Vorgängermodell teurer geworden: Das iPhone X ist damit das erste iPhone in der zehnjährigen Historie, das erstmals ab 1000 Dollar bzw. deutlich über der 1000-Euromarke beginnt.

Tatsächlich müssen deutsche Kunden zumindest 1149 Euro für die kleine Einstiegsversion mit 64 GB bezahlen, der Apple mit aller kapitalistischen Härte das nächstgrößere Modell mit 256 GB für weitere 169 Euro mehr entgegenstellt. 64 GB sind nun eine Speichergröße, mit der kaum ein iPhone-Nutzer mehr auskommen dürfte – entsprechend drängt Apple seine Kundschaft mit sanftem Druck zum 1319 Euro teuren Modell.

Ein Apple-Smartphone, das 200 Euro teurer als ein MacBook Air ist

Den Betrag muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein iPhone, das 220 Euro teurer ist als ein MacBook Air?! Das dürfte sich nicht jedem Apple-Fan erschließen. Entsprechend muss das iPhone X erst beweisen, dass es sich in den Dimensionen der Vorgänger-Flaggschiffe verkaufen kann.

Ob das iPhone 8 notfalls in die Bresche springen kann, muss sich zudem zeigen: Der iPhone 7-Nachfolger mit Glasrücken kommt erstaunlicherweise mit einer kleineren Preisanhebung auf den Markt – das 4,7 Zoll-Modell kostet 40 Euro mehr als bisher, das 5,5 Zoll große Modell lediglich 10 Euro mehr.

Erstaunlich große Modellauswahl: Auch iPhone 7 und 6s noch erhältlich – mit deutlichem Preisabschlag

Als echte Alternative zum iPhone 8 bietet Apple vergünstigte Vorgängermodelle weiterhin an – und das gar doppelt. Nicht nur hat Apple  weiter das iPhone 7 im Programm, sondern sogar das 2016 vorgestellte iPhone 6s!

Und das mit bemerkenswerten Preisabschlägen: So sind das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus von Dienstag auf Mittwoch über Nacht um über 130 Euro günstiger geworden und sind jetzt bereits ab 629 bzw. 769 Euro zu haben. Wem das optisch praktisch identische, aber  nur wenig leistungsschwächere iPhone 6s reicht, kommt beim Flaggschiff-iPhone des Jahres 2015  nunmehr bereits  ab 519 bzw. 629 Euro zum Zuge – eine Ermäßigung von weiteren 120 Euro!

iPhone SE als Einsteiger-iPhone nun dicht an 400-Eurogrenze

Und nicht nur das: das kleinste Modell iPhone SE, das Apple als aufgewerteten iPhone 5s-Nachfolger 2016 noch für 489 Euro auf den deutschen Markt gebrachte hatte, ist seit gestern nunmehr bereits ab 409 Euro haben! In den USA senkte Apple den Preis gar deutlich unter die psychologische 400-Dollarmarke und bietet das SE jetzt schon ab 349 Dollar an.

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Apple hat seine Produktpalette so breit aufgestellt wie noch nie: Apple bietet nun erstmals fünf verschiedene iPhone-Generationen, bestehend aus acht Geräten an: vom Highend-Smartphone iPhone X bis zum Mittelklassegerät iPhone SE, flankiert von drei Nachfolger-Klassen des iPhone 6 und 6 Plus:  dem iPhone 6s / 6s Plus, dem iPhone 7 / 7 Plus und dem iPhone 8 und 8 Plus.

Neue Diversifikationstrategie beim iPhone

So teuer die gestern vorgestellten neuen iPhones auch erscheinen mögen, so erschwinglich sind plötzlich drei iPhone-Generationen aus den Vorjahren geworden. Apple bietet wie nie zuvor erschwingliche iPhone-Modelle an, mit denen der Techpionier neue Käufer erreichen könnte – oder dem Großteil von alten iPhone-Besitzern eine preisgünstigere Alternative zu drei neuen Premiummodellen anbietet.

Apple-Chef Tim Cook weicht mit seiner überraschenden Diversifizierungsstrategie, die schon mit der Einführung des MacBooks und iPad Pro in anderen Produktkategorien zu besichtigen war, von dem Steve Jobs-Mantra der Simplizität von wenigen Modellen ab, trägt aber neuen Käuferschichten, vor allem in den Schwellenländern Rechnung.

Henry Blodget: „Sie sollten weiter die Preise senken“

Es braucht nicht viel Fantasie, um sich das iPhone SE als potenziellen Kassenschlager in Indien vorzustellen, das von Tim Cook immer wieder als Wachstumsmarkt der Zukunft angesehen wird.

Entsprechend stoßen die Preissenkungen, die in Deutschland wegen des zuletzt massiv steigenden Euros um einiges deutlicher ausfielen als in Dollarpreisen, auch bei Business Insider-Gründer  Henry Blodget auf positives Echo. „Sie sollten weiter die Preise senken“, twitterte Blodget.

Auf diese Weise könnte Apple nach Stückzahlen zuletzt verlorene Marktanteile wiedergutmachen. Leisten kann sich Apple die Preisnachlässe durch die mutmaßlich höheren Gewinnmargen bei iPhone X, iPhone 8 und 8 Plus – vorausgesetzt, die neuen Premiumsmartphones verkaufen sich in den erhofften Mengen.

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