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iPhone 8: Teures OLED-Display und andere neue Komponenten für deutlichen Preisanstieg verantwortlich

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iPhone-Evolution: Wie sieht das Flaggschiff zum zehnjährigen Jubiläum aus? © Apple

Das nächste iPhone wird teuer, sehr teuer – so viel scheint festzustehen. Auf bis zu 1000 Dollar könnte der Preis selbst der Einstiegsversion des iPhone 8 anschwellen, wurde in den vergangenen Monaten immer wieder kolportiert. Wie die Schweizer Investmentbank UBS vorrechnet, liegt der zu erwartende Preisanstieg indes weniger an der Gier des wertvollsten Konzerns der Welt als vielmehr an teuren neuen Komponenten, die Apple beim iPhone 8 verbaut.


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Beraubt sich Apple beim iPhone 8 selbst besserer Absatzchancen? Der Hype um das neue iPhone zum zehnjährigen Jubiläum des Kultsmartphones will sich trotz medialem Buzz nicht so recht einstellen, hat die Investmentbank Piper Jaffray gestern in einer Studie ermittelt: Die Kaufabsicht amerikanischer iPhone-Besitzer vor dem iPhone 8-Launch ist kaum größer als vor dem iPhone 7-Launch vor einem Jahr.

Dabei ist der Megaerfolg des iPhone 8, das nach Meinung mehrerer Analysten einen neuen Superzyklus auslösen soll, an der Wall Street längst beschlossene Sache: Die Apple-Aktie ist in Erwartung des iPhone 8-Launches in diesem Jahr regelrecht heiß gelaufen und liegt seit Jahresanfang um mehr als 39 Prozent vorne. Bleibt der Techpionier beim Lauch seines neuen Flaggschiff-Smartphones auch nur minimal hinter den Erwartungen zurück, hat Konzernchef Tim Cook ein Problem – zumindest an der Börse.

Wird ein 1000 Dollar-iPhone 8 für Apple zur Absatzbremse?

Zum möglichen Dealbreaker könnte am Ende selbst für den Premiumanbieter Apple der hohe Preis werden. Kolportierte 1000 Dollar könnte allein das Einstiegsmodell kosten, war gerüchteweise in den vergangenen Monaten immer wieder zu hören.

Zum Vergleich: In den USA startet die aktuell kleinste Version des iPhone 7 bei 649 Dollar, während in Deutschland 759 Euro für das gleiche Modell fällig werden. Für das teuerste iPhone – das 256 GB-Modell des iPhone 7 Plus – müssen in den USA unterdessen 969 Dollar und in Deutschland sogar bereits 1129 Euro hingelegt werden. Eine Bepreisung von 999 Dollar für die Einstiegsversion des mutmaßlichen iPhone 8 käme also einer massiven Preisanhebung von mehr als 50 Prozent gleich – die Käufer entsprechend abschrecken dürfte.

UBS: Teure Komponentenpreis zwingen Apple zur Preisanhebung

Allein: Wie kommt der kolportierte sagenhafte Preisanstieg eigentlich zustande? Will Apple die magische Anziehungskraft seiner Marke noch weiter ausreizen und seine einmaligen Nettogewinne, die längst die größten der Wirtschaftsgeschichte sind, in noch gigantischere Sphären treiben?

Nach Meinung der UBS ist weniger die Gier des wertvollsten Konzerns der Welt Treiber für die mutmaßlich happige Preisanhebung als vielmehr die Verteuerung der verbauten Komponenten, die im rundum erneuerten iPhone 8 stecken werden.

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OLED-Display, Dual-Kamera und 3D-Sensor größte Kostenfaktoren

Wie die Schweizer Investmentbank in einer Kurzstudie vorrechnet, die dem Business Insider vorliegt, dürften sich die Komponentenpreise beim iPhone 8 allein um 80 Dollar verteuern. Am kräftigsten zu Buche schlägt dabei das randlose OLED-Display, das exklusiv von Samsung gefertigt wird und allein 24 Dollar teurer sein soll als das aktuelle LCD-Display.

Nach Einschätzung von KGI Securities-Analyst Ming Chi Kuo zahlt Apple beim OLED-Display noch massiver drauf: Der gut informierte Tech-Analyst rechnet damit, dass Samsung Apple für pro OLED-Display für 120 bis 130 Dollar in Rechnung stellt – ein drastischer Preisanstieg von 75 Dollar gegenüber den bisher verwendeten LCD-Displays.

Die bereits im iPhone 7 Plus verwendete Dual-Kamera verteuert das Preisgefüge um 19 Dollar, während der neu verbaute 3D-Lasersensor zur Gesichtserkennung Kosten von weiteren 10,50 Dollar verursachen soll.

Hoffnung auf eine Bepreisung von „nur“ 900 Dollar

Der mutmaßliche Preisanstieg des neuen iPhone 8 beruht am Ende also darauf, dass Apple schlicht die gestiegenen Komponentenpreise an den Kunden weitergibt. Wie hoch der Aufschlag ausfällt, bleibt indes eine der meistdiskutierten Fragen bis zur Keynote am kommenden Dienstag.

Wie die UBS weiter vorrechnet, könnte Apple die Einstiegsversion des iPhone 8 auch mit 900 Dollar bepreisen, wenn es  eine gleich hohe Gewinnmarge einfahren will wie in der Vergangenheit (geschätzte 50 Prozent). Das entspräche einem Preisanstieg von 38 Prozent gegenüber dem iPhone 7.

Auch Samsung hatte bei seinem Smartphone-Flaggschiff Galaxy S8 in diesem Jahr die Preise wegen gestiegener Komponentenpreise um 70 Dollar erhöht, musste dafür aber schwächere Absätze in Kauf nehmen. Ob Apple beim iPhone 8 ein ähnliches Szenario droht, dürfte die Multimilliarden-Dollar-Frage der nächsten Monate an der Wall Street sein.

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