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„Look what you made me do“: Ist Taylor Swift die Pop-Ikone der Trump-Ära?

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Taylor Swift: Bling Bling wie im Trump Tower / © YouTube / Vevo / TaylorSwift

Das Comeback ist perfekt: Taylor Swift hat sich mit ihrer neuen Single „Look what you made me do“ fulminant zurückgemeldet. Tatsächlich bricht der 27-jährige Pop-Superstar einen Rekord nach dem anderen: die meisten Abrufe bei YouTube am ersten Tag des Videos, die meisten Streaming-Abrufe in den USA in einer Woche, verbunden mit dem Sprung auf den ersten Platz der US-Billboard-Charts. Allerdings wird das Pop-Comeback des Jahres gleichermaßen kontrovers im Social Web diskutiert: Das US-Popkulturportal Vulture will in der neuen Swift-Single nämlich den Sound der Trump-Ära entdeckt haben.

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Der Spätsommer gehört Taylor Swift – wieder einmal. Wie schon vor drei Jahren mit „Shake it off“ und vor fünf Jahren mit „We’re never ever getting back together“ veröffentlichte die US-Sängerin nach längerer Pause erneut ihre Comeback-Single im August.

Auch mit „Look what you made me do“ geht das Konzept auf: Die neue Single ist ein sofortiger Megahit, der in den USA von Null auf Platz eins der Billboard-Charts schießt, während das dazugehörige Video YouTube-Rekorde bricht.

„Das erste Stück Pop-Art der Trump-Ära“

Doch mit dem Erfolg kommen reflexartig neue Kontroversen. Das Hochglanz-Video, so der schnell gehörte Vorwurf, wirke wie „das erste reine Stück Pop-Art der noch jungen Trump-Ära“, folgert das Popkulturportal Vulture.

Tatsächlich zelebriert die neue Taylor (die alte ist bekanntlich „tot“, wie Swift in „Look what you made me do“ verkündet) im Song und Video einen Abrechnungsmarathon wie ihn der neue US-Präsident – ob früher in TV-Shows oder heute in Tweets – über Jahrzehnte kultiviert hat.

„Taylor ist großartig“: Donald Trump gefiel Swift schon 2012

Taylor Swift selbst legt wert auf die Feststellung, sie sei mit der Zeit „smarter“ und „härter“ geworden – was Donald Trump wohl auch von sich selbst sagen würde. Die eigentlichen Parallelen und (zumindest einseitige) Wertschätzung geht indes weitaus länger zurück. 2012 war es, als der damalige Reality TV-Star twitterte, „Taylor ist großartig“.

Taylor Swift hat zwar ihrerseits jeglichen Kommentar zu Donald Trump und seiner Präsidentschaft vermieden – doch genau das macht sie in den Augen des Social Webs verdächtig.

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Pop-Rivalinnen engagierten sich für Hillary Clinton – Taylor Swift zog es vor zu schweigen

Anders als Intimfeindin Katy Perry, die sogar auf Hillary Clintons Nominierungsparteitag auftrat, anders als Jay-Z und Beyoncé, die zwei Tage vor der US-Wahl noch für Clinton Wahlkampf machten, und anders als unzählige US-Popstars, die sich hinter die ehemalige US-Außenministerin stellten, ist Taylor Swift bis heute einem politisches Statement ausgewichen.

In Zeiten, in denen der intellektuelle und künstlerische Protest gegen die Politik des neuen US-Präsidenten als Schulterschluss des Silicon Valley und Hollywoods unstreitbarer Konsens ist, wirkt die blonde US-Sängerin mit dem Model-Look in ihrer Politikapathie für viele zumindest auffällig.

„Look what you made me do“: Video-Version des Trumpschen Wertekanons

Dafür spricht die Musik, die in „Look what you made me do“ wie die Video-Version des Trumpschen Wertekanons visualisiert wirkt: Bling, Bling, Erfolg und Rache um jeden Preis – das kommt einem aus dem Trump Tower ziemlich bekannt vor.

Dass sich Taylor Swift mit dem popkulturellen Diskurs indes ekaum aufhält, machte die 27-Jährige am Labor-Day-Wochenende deutlich. Am Sonntag legt die „Shake it off“-Sängerin recht überraschend bereits den nächsten Vorgeschmack auf das neue Album „Reputation“ vor.

„…ready for it?“ heißt er und klingt, als wollte die Swift den allerletzten Rest ihrer Country-Wurzeln vergessen machen – und damit vielleicht auch Assoziationen zum Trump-Amerika…

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