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Übernahmedeal in Süddeutschland: Würzburger Main-Post greift nach Haßfurter Tagblatt

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Die Konzentration auf dem Regionalzeitungsmarkt nimmt weiter zu. Die Würzburger Main-Post greift nach dem Haßfurter Tageblatt. Sie will sämtliche Anteile an der Regionalzeitung erwerben. Damit baut Main-Post-Chef David Brandstätter sein Medienreich in Süddeutschland weiter aus.

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Es war eine düstere Prognose von Marc Walder. Der Chef des schweizerischen Medienriesens Ringier sieht für den Journalismus schwere Zeiten. „Es wird blutig werden“, sagte der Manager vor Kurzem dem Handelsblatt. Weil die Werbeeinnahmen kontinuierlich zurück gingen, stünden der Branche die schwierigsten Jahre noch bevor. Der Firmenchef erwartet daher in Europa und in den USA in den nächsten Jahren eine heftige Konsolidierungswelle. Kleine Verlage würden sich in die Arme von grösseren retten, einige Zeitungen würden nur noch jeden zweiten Tag erscheinen, andere schliessen. Die Pressevielfalt, so seine Einschätzung, käme dadurch unter die Räder.

Was Walder da prognostiziert, hat in Deutschland ein neues Beispiel gefunden. Die Würzburger Main-Post GmbH greift nach der Haß­fur­ter Tag­blatt Ver­lag GmbH. Die Main-Post wolle sämtliche Anteile an der Regionalzeitung übernehmen, erklärt ein Sprecher des Bundeskartellamts auf Anfrage gegenüber MEEDIA. Die Main-Post hat den Erwerb des Zeitungshauses bei dem Bonner Wettbewerbshütern angemeldet. In der Haßfurter Tagblatt Verlag GmbH erscheinen das gleichnamige Haßfurter Tagblatt. Es gilt als die auflagenstärkste Tages- und Lokalzeitung im Landkreis Haßberge, Teil des bayerischen Regierungsbezirks Unterfranken. Von der Zeitung verkauft der Verlag täglich 6000 Exemplare, vor allem im Abonnement. Zu dem Zeitungshaus gehören weitere Titel wie die Wochenpost und Wochenpost am Sonntag.

Sollte das Bundeskartellamt dem Deal zustimmen, würde die Würzburger Mediengruppe ihr Firmenreich weiter ausbauen. Im Verlag erscheint unter anderem die Main-Post mit einer Gesamtauflage von 130.000 Exemplaren. Das Unternehmen zählt zur Mediengruppe Pressedruck in Augsburg (Augsburger Allgemeine), hinter dem die Verlegerfamilien Holland und Scherer stehen. Die Main-Post war vor einigen Jahren zeitweise im Besitz der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Main-Post-Chef David Brandstätter war auf Anfrage von MEEDIA zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

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