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G+J-Chefin Jäkel über die Dominanz der Internetkonzerne: „Eine Krise der demokratischen Öffentlichkeit“

G+J-Chefin Julia Jäkel
G+J-Chefin Julia Jäkel

Julia Jäkel spricht im Interview mit dem Handelsblatt über den "gewaltigen Einfluss" von Internet-Riesen wie Facebook & Co. Die Verlagschefin von Gruner + Jahr fordert, dass Unternehmen sich mit einer "Corporate Media Responsibility" für Pressefreiheit, unabhängige Medien und gegen Fake News aussprechen sollten. Werbegelder sollten dafür weniger für Social-Media-Kanäle gegeben werden und mehr an Medien, die "Beiträge zur öffentlichen Meinungsbildung liefern".

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Gruner + Jahr sei zwar selbst Partner von Facebook, Google und anderen amerikanischen Internetkonzernen, erklärt Julia Jäkel im Handelsblatt-Interview. Doch es gebe durchaus einige Fehlentwicklungen, so die Verlagschefin. „Facebook hat zwei Milliarden Mitglieder, so viele wie die großen Weltreligionen. Das bedeutet gewaltigen Einfluss, da darf man auch mal kritische Fragen stellen“, sagt sie.

Angesichts der wachsenden Dominanz der Internetkonzerne fürchtet sie eine „Krise der demokratischen Öffentlichkeit“: In den USA gebe es bereits eine „Verödung regionaler Meinungsvielfalt, verbale Exzesse bis in die seriösen TV-Kanäle hinein, gesellschaftlichen Extremismus und einen Präsidenten, der regelmäßig die klassisch-investigativen Medien diffamiert – von New York Times bis CNN“. Auch in Deutschland würden Fake News in den sozialen Netzwerken zu einem immer größeren Problem.

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Es müssten jetzt Grenzen gezogen werden, so Jäkel. Es sei nicht generell verwerflich, Werbung bei Facebook zu schalten. Doch sie appelliert an Unternehmen, Werbegelder nicht mehr einfach dort hinzuschieben, „wo es gerade modern zu sein scheint“, sondern an Medien zugeben, „die ihre Inhalte aufwendig erarbeiten und Beiträge zur öffentlichen Meinungsbildung zu liefern.“

Im Kampf gegen Fake News und zur Stärkung der Pressefreiheit und der unabhängigen Medien fordert sie einen Kodex für eine „Corporate Media Responsibility“: mehr Verantwortung von Unternehmen im Umgang mit Medien und dem Netz. Dies müsse eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, eine „gesellschaftliche Verpflichtung“, sagt die Verlagschefin.

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